Porträt

Seit den 1970ern ist Musik sein Leben

Seit den 1970ern ist Musik sein Leben

Seit den 1970ern ist Musik sein Leben

Rothenkrug/Rødekro
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Kaj Jørgensen berät seine Kunden nicht nur, er hilft auch bei technischen Problemen weiter. Foto: Karin Riggelsen

An Kaj Jørgensen ist kaum ein Vorbeikommen, wenn es in Nordschleswig und auch über die Landesteilgrenze hinweg um Musikinstrumente geht. In seinem Geschäft „Aabenraa Musikbutik“ berät er seine Kunden mit fachkundigem Wissen und spielt auch gerne einige Töne auf einem seiner Instrumente, die er verkauft.

Die 64 Jahre sind Kaj Jørgensen nicht anzusehen. Vor allem dann nicht, wenn er sich in der „Musik Butik“, seinem Geschäft an der Østergade in Rothenkrug, eine Gitarre greift und beginnt, einen Song der Rolling Stones zu interpretieren. Dann könnte nur der Musikgeschmack auf das Alter des gebürtigen Sonderburgers hindeuten.

Letztes Geschäft seiner Art

Die „Musik Butik“ hat sich als einziges Geschäft in Nordschleswig halten können. Warum, darauf hat Jørgensen keine Antwort. Er kann nur vermuten, woran das liegen könnte. „Das Internetgeschäft hat schon viele andere Einzelhändler in die Pleite getrieben. Das ist für mich eine mögliche Erklärung“, so Jørgensen. Bei ihm sind alle Arten Instrumente zum Musizieren zu finden. Bestellen kann er aber „alles, was der Markt hergibt“, sagt er. Dazu gehören auch Noten oder Bücher, um das Gitarrespielen zu lernen. Darüber hinaus führt er auch kleine Reparaturen aus. „Wenn es sich um Blasinstrumente handelt, muss ich allerdings Spezialisten einspannen. Das kann ich hier nicht“, sagt er.

Kleine Reparaturen werden sofort ausgeführt. Foto: Karin Riggelsen

Lieber gut als billig

Er bietet den Kunden, die, wie er erzählt, auch von südlich der Grenze zu ihm kommen, persönliche Beratung und Service. „Hier gehen die Leute nicht nur mit einem Pappkarton mit einem Instrument darin unter dem Arm nach Hause, sondern sie können sich darauf verlassen, dass sie das richtige Instrument in der Hand haben“, sagt der Ladenbesitzer. Das sei ihm sehr wichtig. „Natürlich kann ich Instrumente verkaufen, die billiger sind, doch dann bringt das Musikmachen keinen Spaß, dann geben Anfänger schnell auf und werfen es in die Ecke“, weiß er aus Erfahrung. „Die Kunden sollen zufrieden aus dem Laden gehen, das ist mein allerwichtigstes Ziel“, erklärt der Wahl-Apenrader.

Das Geschäft hat sein eigenes Flair. Foto: Karin Riggelsen

Ein Traum ging in Erfüllung

1977 begann er seine Karriere in der Musikbranche, als Mitarbeiter bei Brdr. Jørgensen in der Apenrader Storegade. Damit ging ein Traum für den damals 21-Jährigen in Erfüllung, denn privat spielte er schon lange Gitarre – auch in Bands, und die Musik bedeutete ihm viel. Danach ging es unter anderem in die Rådhusgade, Vestergade und schließlich an den Storetorv.

Schritt in die Selbstständigkeit nicht bereut

Als der letzte verbliebene Musikladen in Apenrade, „Total Radio“ in der Vestergade, im Jahr 2006 schloss, wurde Kaj vor die Wahl gestellt: entweder einen neuen Arbeitsplatz finden oder mit einem Musikgeschäft den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. „Ich kann mir keine andere Arbeit vorstellen. Deshalb blieb nur der eine Weg“, erinnert er sich zurück. Den Schritt hat er bis heute nicht bereut, auch wenn Arbeit ihm kaum noch Zeit für das Musikmachen lässt. „Ich bin aber mein eigener Herr“, erklärt er und sagt, dass das Geschäft sein Leben sei, sein Lebenswerk.

Auf der Gitarre bekommt der Kunde das Können von Kaj Jørgensen zu hören. Dabei erklärt er das Instrument. Foto: Karin Riggelsen

Und so spielt er seinen Kunden aus Nordschleswig, Südschleswig und auch aus Esbjerg Lieder von seiner Lieblingsband, den Rolling Stones, vor. Neben den Stones, die er unter anderem in Kopenhagen und Hamburg live bei Konzerten gesehen hat, ist er Fan der Musik aus den 1970er Jahren: Jimmi Hendrix, Deep Purple zählen für ihn dazu.

Wie lange er noch in dem gemütlichen Laden in Rothenkrug hinter dem Tresen stehen will, weiß er nicht. „Mir macht es einfach zu viel Spaß“, erklärt er.

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