Blaulicht

Der Hälfte der Feuerwehrwachen fehlen Leute

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Tingleff/Kopenhagen
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Foto: Karin Riggelsen

Insbesondere die Feuerwehrleute in den kleineren Städten stehen aufgrund des Personalmangels unter Druck. In Nordschleswig, wo nach deutschem Vorbild gearbeitet wird, hat der Bereitschaftschef allerdings eine etwas andere Sichtweise auf die Problematik.

Die dänischen Bürger sind es gewohnt, dass bei Bränden die Feuerwehr mit ihrem Gerät ausrückt und zur Hilfe eilt. Doch bevor es so weit kommt, sind die Feuerwehrwachen des Landes, darunter insbesondere die kleineren Wachen in den Dörfern, davon abhängig, dass genug Personal vorhanden ist.

Laut dem Nachrichtensender TV2 fehlen in rund der Hälfte der insgesamt 314 Feuerwehrwachen freiwillige oder teilzeitangestellte Feuerwehrleute. Es sei ungemein wichtig, dass diese Tendenz in Kürze eingedämmt wird, meint der Vorsitzende der dänischen Bereitschaften, Jarl Vagn Hansen.

„Die meisten unserer Feuerwehrwachen sind abhängig von Ehrenamt. Ohne die freiwilligen Feuerwehrleute könnten wir nicht unser derzeitiges Serviceniveau aufrechterhalten, oder wir müssten die Staatskasse für Vollzeitstellen anzapfen“, so Hansen zu TV2.

Lage in Nordschleswig etwas anders

In Nordschleswig ist die Lage laut dem Chef von Brand og Redning Sønderjylland, Lars Møldrup, etwas anders. „Personalmangel ist negativ geladen. Ich würde es so erklären, dass wir immer gerne mehr Leute gebrauchen könnten“, so Møldrup, der darauf verweist, dass derzeit die gestellten Aufgaben vom vorhandenen Personal erledigt werden können. „Ein Zuwachs an Feuerwehrleuten kann natürlich dafür sorgen, dass wir einen besseren Arbeits-Flow bekommen. Deshalb sind wir immer offen für neue Bewerbungen“, erklärt er.

Selbstverständlich seien einige Gebiete bezüglich der Bemannung der Feuerwehrwagen herausgefordert. „Das stellt auch hohe Anforderungen an die örtlichen Betriebe, wo unser Personal arbeitet. Diese arbeiten in Nordschleswig aber gut mit uns zusammen und haben ein großes Verständnis für diese Gesellschaftsaufgabe“, betont Møldrup.

Er unterstreicht zudem, dass das nordschleswigsche Modell sehr gut funktioniere. „Unser Modell orientiert sich an dem deutschen. Wo die Freiwilligen Feuerwehren lokal verankert sind und von den Bürgern gut unterstützt werden. Weiter nördlich werden die Wachen mit Voll- oder Teilzeitangestellten bemannt“, so der Chef.

Laut Angaben muss ein Feuerwehrauto fünf Minuten nach Anruf von der Wache fahren. Das gilt auch bei den Freiwilligen Feuerwehren. „Im vergangenen Jahr hatten wir in Nordschleswig einen Durchschnitt von 4 Minuten und 13 Sekunden“, so Møldrup.

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