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Einreise nach Dänemark – ein Selbstversuch

Einreise nach Dänemark – ein Selbstversuch

Einreise nach Dänemark – ein Selbstversuch

Marieke Heimburger
Tondern/Nordfriesland
Zuletzt aktualisiert um:
Bundesrepublik Deutschland, Land Schleswig-Holstein, Kreis Nordfriesland, Königreich Dänemark, Reichspolizei, Bundesgrenzschutz … da fällt es niemandem leicht, den Überblick zu behalten. Foto: Marieke Heimburger

Bei der Beziehungspflege über Grenzen hinweg muss an Vieles gedacht werden.

Marieke Heimburger ist Übersetzerin aus Tondern.

Die Konstellation: Deutscher Staatsbürger mit Wohnsitz in Nordfriesland und Berufstätigkeit in Deutschland, seit mehreren Jahren in einer festen Beziehung mit einer Doppelstaatlerin (deutsch/dänisch) mit Wohnsitz in Tondern/Tønder und freiberuflicher Tätigkeit in Deutschland und Dänemark.

Seit Mitte März gestaltete sich die Beziehungspflege gelinde gesagt schwierig. Doch seit Mitte vergangener Woche akzeptiert nun auch Dänemark (Schleswig-Holstein war da etwas schneller) den Besuch des Lebenspartners als triftigen Einreisegrund für Nicht-Dänen.

Und so näherte sich der Nordfriese am Freitagnachmittag gut gerüstet dem Grenzübergang zwischen Süderlügum und Tønder.

Gute Vorbereitung

In Reichweite auf dem Beifahrersitz:

  • sein Pass
  • ein Schreiben vom Kreis Nordfriesland (die Sondergenehmigung, seine nicht unter demselben Dach lebende Partnerin zu besuchen und damit die Befreiung von der Quarantänepflicht)
  • das Handy mit einem Foto vom „sygesikringsbevis“ der Doppelstaatlerin sowie
  • einem Foto von deren Visitenkarte inkl. Telefonnummer (es hieß, die Grenzbeamten würden vielleicht Kontrollanrufe vornehmen),
  • Fotoalben mit Glücksfotos, die die Liebste dem Nordfriesen zu den letzten Jahrestagen geschenkt hat (falls es weiterer Dokumentation bedurfte).

In Tondern/Tønder wurde darauf geachtet, dass das Handy Strom hatte und auf Empfang war. Was dann passierte, war reichlich unspektakulär.

Im Schatten von Corona: Nach sechs Wochen endlich wieder gemeinsame Spaziergänge nördlich der Grenze. Foto: Marieke Heimburger

Der Nordfriese ließ bei der Einreise nach Dänemark die Scheibe herunter und zeigte seinen Pass. Der wurde sofort vom Grenzbeamten fotografiert. Auf die Frage nach dem Grund seiner Einreise sagte der Nordfriese, er wolle seine Partnerin besuchen: „Jetzt, wo das endlich wieder möglich ist." Darauf die Frage nach dem Namen der Partnerin und ihrem Wohnort. Und dann: „Gute Fahrt!“ Das war’s.

Die Rück-Einreise nach Deutschland am Sonntag war ähnlich unspektakulär. Deutsches Kennzeichen, deutscher Pass, das ist ja schon mehr als die halbe Miete. Kurze Frage, wie lange der Aufenthalt in Dänemark war, und da die Antwort „weniger als 48 Stunden“ bedeutete, freie Weiterfahrt. Bei mehr als 48 Stunden hätte wohl die Sondergenehmigung vom Kreis vorgelegt werden müssen. Aber das ist Spekulation.

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