Gesellschaft

Erwarteter Run auf den Online-Steuerbescheid: „Es ist fast wie Weihnachten“

Dirk Thöming
Ribe/Kopenhagen
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Foto: Martin Frøland / Ritzau Scanpix

Spätestens am Montag – aber wahrscheinlich bereits an diesem Wochenende – gibt die dänische Steuerbehörde, Skattestyrelsen, die vorläufigen Steuerbescheide von 4,6 Millionen Dänen online frei. Ein Millionen-Run auf die Daten wird in den ersten Tagen wieder erwartet.

Die dänische Steuerbehörde, Skattestyrelsen, bereitet sich zurzeit auf das finanzielle Fest des Jahres für viele Dänen vor – den vorläufigen jährlichen Steuerbescheid, der für alle gleichzeitig online gestellt wird.

„Für viele ist es fast wie Weihnachten. Die Menschen sind gespannt, wie sie abschneiden. Immerhin werden im April etwa 17 Milliarden Kronen ausgezahlt werden. Das ist ein kleines Extrageld für die meisten“, sagt Karoline Klaksvig, Abteilungsleiterin in der Behörde, gegenüber dem „Nordschleswiger“.

75 Prozent der Bürger bekommen eine Steuer-Rückzahlung, bei 25 Prozent leuchtet die Lampe „rot“ und es muss nachgezahlt werden – zumindest, bis die Fahrtkilometer und sonstigen Aufwendungen, die noch geltend gemacht werden können, eingetragen sind.

Drei Wochen ist Zeit dafür, wenn es schnell bearbeitet werden soll. Ansonsten dürfen Steuerzahler noch drei Jahre lang nachbessern. Einen eigentlichen Widerruf auf den Steuerbescheid gibt es damit nicht.

„Man kann immer noch Daten nachreichen. Die Steuerzahler müssen aber damit rechnen, dass wir Belege für die Angaben verlangen“, so Karoline Klaksvig. Sie macht darauf aufmerksam, dass es auch Pflicht ist, zusätzliche Einkünfte anzugeben. „Es kann ja sein, dass noch Einnahmen hinzugekommen sind, die nicht eingeplant waren“, sagt sie.

Testlauf justiert die Wartezeit

Offiziell können 4,6 Millionen Steuerzahler ihre Bescheide am Montag unter skat.dk abrufen. In den vergangenen Jahren machte die Behörde aber jeweils am Wochenende vorher einen Testlauf, und es spricht nichts dagegen, dass es an diesem Wochenende wieder so sein wird.

Der Testlauf wird durchgeführt, um die Wartezeiten zu minimieren. Im vergangenen Jahr gab es dabei innerhalb von zwei Tagen nicht weniger als 2,8 Millionen Logins.

Dabei habe es Wartezeiten von bis zu drei oder vier Stunden gegeben. „Da es dann für das Einloggen nur ein Zeitfenster von gut zehn Minuten gibt, empfehlen wir, eine halbe oder dreiviertel Stunde vor dem angegebenen Zeitpunkt einmal nachzusehen, wie der Stand ist. Es ist ärgerlich, sein Zeitfenster zu verpassen“, sagt Karoline Klaksvig.

Sie empfiehlt Ungeduldigen, die ihren Bescheid gleich in den ersten Tagen einsehen möchten, ein Login nachts zwischen 0.00 Uhr und 6 Uhr. Dann sei die Wartezeit am geringsten.

Infoveranstaltung:

Am Donnerstag, 21. März, ab 16.30 im Regionskontor am Pattburger Lyren. Eine Anmeldung zu der Veranstaltung, an der auch die Steuerbehörde mitwirkt, ist telefonisch (74670501) oder per mail (infocenter@region.dk) erforderlich. Dauer der Veranstaltung: bis ca. 18.30 Uhr.

Steuerbescheid: NEM-ID hinterfragen

Das Regionskontor in Pattburg hat Tipps für Grenzpendler nach Dänemark parat, die sich mit der Steuererklärung noch nicht auskennen. Am Donnerstag, 21. März ab 16.30 gibt es dazu eine Informationsveranstaltung mit anschließender Möglichkeit, Fragen beantwortet zu bekommen.

„Für langjährige Grenzpendler wird es ja wahrscheinlich kein Problem sein. Aber wenn es Änderungen in den persönlichen Verhältnissen gibt oder wenn man die Erklärung das erste Mal macht, dann empfiehlt sich eine Beratung“, sagt Peter Hansen, Leiter des Regionskontores in Pattburg.

„Regelmäßig müssen die Kilometer zur Arbeit eingetragen werden. Dazu gibt es eventuell Schuldzinsen, die geltend gemacht werden können, sowie Kindesunterhalt“, sagt er. Für Grenzpendler mit begrenzten Sprachkenntnissen stelle sich die Frage, ob die Beantragung eines Logins per NEM-ID bei der Kommune eine gute Idee ist.

„Dann wird man komplett online bedient. Wer nicht gut Dänisch kann, dem könnten wichtige Fristen und Informationen entgehen“, sagt er. Für den Fall sei „Tast Selv“, ein spezielles Login nur für die Steuer, eine Ausweichmöglichkeit. Übrigens gibt es tatsächlich auch noch Steuererklärungen per Post.

„Wer gar nichts macht, bekommt seine Daten nach Hause geschickt und darf es auch per Post beantworten. Es dauert dann länger, aber die Frist ist ja drei Jahre“, so Hansen.

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