Integration der Veteranen

Nach Krieg: Frieden im Wald

Nach Krieg: Frieden im Wald

Nach Krieg: Frieden im Wald

Laure Saint-Alme
Apenrade/Aabenraa
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„Die Veteranen entkommen den Städten“, sagt der Psychologe Tobias Holst. Foto: Fabrizio Verrecchi / Unsplash

Dass Kriegserlebnisse Soldaten traumatisieren können, ist bekannt. Aber was, wenn sie nach ihrer Rückkehr aus dem Krieg ihre Schwierigkeiten nicht bewältigen können? Einige Soldaten ziehen sich vollkommen aus der Zivilisation zurück – und leben im Wald. „Der Nordschleswiger“ hat darüber mit Fachleuten gesprochen.

Vor Jahren entdeckte die Leiterin der Naturschule Apenrade („Naturskolen Aabenraa“), Trine Sørensen tief in Apenrader Wald Fußabdrücke und eine Decke …

„Es sah aus, als hätte jemand für eine lange Zeit inmitten von Tannen gelebt“, erinnert sich Sørensen.

In Süddänemark haben 10 bis 15 Veteranen die radikale Entscheidung getroffen, im Wald zu leben. Foto: Lars Bahl / Ritzau Scanpix

Warum würde jemand in den Wald ziehen? Möglich, dass es ein Kriegsveteran auf der Suche nach Ruhe und Frieden und Vergessen war, sagt Kim Andresen, Veteranenkoordinator in Sonderburg/Sønderborg.

Es wäre kein Einzelfall, so Andresen. Obwohl es heute in Sonderburg keinen Veteranen gibt, der ungewollt obdachlos ist, leben in Süddänemark ungefähr 10 bis 15 Veteranen auf eigenem Wunsch im Wald.

Naturkräfte helfen heilen

Im Wald finden die Veteranen wieder, was sie in der Gesellschaft nicht finden können: „Die Ruhe“, sagt der Psychologe Tobias Holst vom dänischen Veteranenzentrum (Veterancentret) dem „Nordschleswiger“.

„Sie entkommen den Städten – die für sie eine große Quelle von Stress sind“, erklärt er.

Die militärische Ausbildung der Soldaten ist laut dem Psychologen ein Schlüsselfaktor in ihrer Entscheidung: „Im Basismilitärtraining lernen sie, in der Wildnis zu überleben.“

Nicht alle Kriegsveteranen sind zurück nach Hause gekommen. Foto: Henning Bagger / Ritzau Scanpix

Dürfen die Veteranen im Wald leben?

„Es ist anzunehmen, dass alle Mitarbeiter der dänischen Naturbehörde sagen, dass es nicht erlaubt ist, im Wald zu leben“, sagt Sørensen.

Allerdings würden die Veteranen der Natur keinen Schaden zufügen: „Wenn jemand tief im Wald allein wohnt, kann ich mir nicht vorstellen, dass er Schaden anrichtet. Aber wenn das ein Camp wäre, hätten wir ein Problem. Und einmal habe ich im Wald Shampoo und Müll gefunden. Das ist nicht in Ordnung.“

Wie das Magazin „Natur & Miljø“ berichtet, geht es nicht um die Wirkung des Menschen auf die Natur, sondern um die Wirkung der Natur auf den Menschen: Der Wald könne die Kriegswunden der Veteranen heilen.

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