Umweltverschmutzung

Neuer Rettungsplan für die Ostsee beschlossen

Neuer Rettungsplan für die Ostsee beschlossen

Neuer Rettungsplan für die Ostsee beschlossen

Lübeck
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Leichentücher: Schwefelbakterien überziehen den Meeresboden, nachdem Sauerstoffmangel anderes Leben erstickt hat. Foto: Morten Rasmussen/Biofoto/Ritzau Scanpix

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Die Umweltminister der Ostseeanrainer haben bei einer Konferenz in Lübeck einen neuen Aktionsplan für das bedrohte Meeresgebiet verabschiedet.

Die Ostsee ist weiterhin stark verunreinigt und von menschlichen Aktivitäten negativ beeinflusst. Das hat die Helsinki-Kommission, die den ökologischen Zustand des Meeres überwacht, festgestellt.

Um gegenzusteuern, haben die Umweltminister der Anrainerstaaten am Mittwoch bei einer Konferenz in Lübeck einen neuen Aktionsplan, den Baltic Sea Action Plan, verabschiedet.

„Das ist ein guter Tag für die Ostsee und ihr marines Ökosystem. Mit dem aktualisierten Baltic Sea Action Plan haben wir einen klaren Fahrplan für die Verbesserung des ökologischen Zustands unserer See für die kommenden zehn Jahre“, sagt Rüdiger Stremel, Generalsekretär der Helsinki-Kommission, laut einer Pressemitteilung.

Überdüngung

Vor allem den zu hohen Eintrag von Nährstoffen sieht die Kommission weiterhin als eines der ernstesten Probleme. Er führt zu Algenblüten und in der Folge zu massivem Sauerstoffschwund.

Vor diesem Hintergrund freut sich auch die dänische Umweltministerin Lea Wermelin (Soz.) über die Absprache.

„Es ist 14 Jahre her, dass zuletzt ein Handlungsplan für die Ostsee erarbeitet wurde, und es ist höchste Zeit, dass alle Anrainerstaaten dazu beitragen, auf die Ostsee aufzupassen“, schreibt sie auf Facebook.

Ziel verschoben

Eines der Ziele des Plans ist es, den Eintrag der Nährstoffe auf ein Niveau „nahe des natürlichen“ zu reduzieren. Dies soll bis 2027 erreicht werden. Im ursprünglichen Plan hatten sich die Anrainerstaaten vorgenommen, das Ziel bereits dieses Jahr zu erreichen.

„Leider wurde dieses Ziel nicht erreicht. Der Baltic Sea Action Plan ist jedoch weiterhin das effektivste Instrument, das wir zur Verfügung haben, um das Ziel zu erreichen“, so Stremel.

Der neue Plan enthalte fast 200 konkrete Schritte, die umgesetzt werden müssen. Diese betreffen die Bereiche Biodiversität, Überdüngung, Giftstoffe und Abfälle sowie seebasierte Aktivitäten. Sämtliche Schritte sollen bis 2030 umgesetzt werden.

Schutzzonen

Zu den Maßnahmen zählt, dass 30 Prozent der Ostsee als Schutzzonen ausgewiesen werden sollen, 10 Prozent sollen unter strengen Schutz gestellt werden. Als neuer Bereich sollen auch die Folgen des Klimawandels angegangen werden.

Wermelin weist auf die Situation der Fischer hin, die aufgrund der schwindenden Bestände und der darin begründeten Reduktion der Quoten um ihre Existenz bangen.

„Wir müssen den Fischern helfen, und ich möchte betonen, dass etliche Faktoren die Bestände der Ostsee unter Druck setzen. Genau darum geht es in dem neuen Handlungsplan“, so die Umweltministerin.

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