Umwelt und Natur

Naturschutzverband fordert mehr Schutz für Hecken und Wälle

Naturschutzverband fordert mehr Schutz für Hecken und Wälle

Naturschutzverband fordert mehr Schutz für Hecken und Wäll

Apenrade/Aabenraa
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Eine gerodete Hecke in Nordschleswig. Foto: Volker Heesch

Beim Landwirtschaftsverband LHN berät die Umweltberaterin Louise H. Riemann Bauern bei der Neupflanzung von Windschutzstreifen. Nach ihrer Einschätzung werden aktuell mehr Hecken zerstört als neu gepflanzt.

Der dänische Naturschutzverein Danmarks Naturfredningsforening (DN) protestiert gegen die Abholzung von Windschutzstreifen und Wallhecken in Dänemark.

Wichtige Lebensräume werden zerstört

Damit würden wichtige Lebensräume für Vögel, Fledermäuse und Insekten in der oft intensiv genutzten Agrarlandschaft Dänemarks zerstört. Der Naturschutzverband nennt als Ursache der in den vergangenen Jahren beschleunigten Abholzung oft sehr alter Pflanzungen neben dem Trend zur Vergrößerung der Felder und Weiden das gestiegene Interesse an der Biomasse.

Abholzung finanziell lukrativ

Verursachte die Abholzung oder das Stutzen der Hecken früher Kosten, so kann mit der Gewinnung von Hackschnitzeln als Brennstoff für Biomassekraftwerke heute Geld verdient werden.

Fördermittel für Neupflanzungen

Louise H. Riemann, Umweltberaterin beim Landwirtschaftlichen Hauptverein für Nordschleswig (LHN), unterstützt die Mitglieder des Landwirtschaftsverbandes dabei, Zuschüsse für die Neuanpflanzung und Pflege von Windschutzhecken in Nordschleswig zu beantragen. „Mein Eindruck ist, dass in den vergangenen zehn Jahren mehr Hecken verschwunden als neu gepflanzt worden sind“, so die Umweltexpertin des LHN. „Die Hecken sind in unserer Gegend sehr nützlich“, Louise Riemann und weist auf die Funktion der Pflanzungen hin, die Austrocknung der Felder zu mindern und Sandstürme zu verhindern.

Rodungen vermeiden

Bei Vergrößerung der Felder könnten oft Rodungen der Hecken vermeiden werden, wenn man nur für Durchfahrten sorgt. „Es hat leider nicht viele Anträge für die vorhandenen Fördermittel gegeben“, berichtet Louise Riemann unter Hinweis auf ein Förderprogramm im vergangenen Jahr, als landesweit 10 Millionen Kronen für neue Windschutzpflanzungen und kleine Gehölze im Rahmen des Naturförderprogramms „Naturpakke“ zur Verfügung gestellt wurden.

Hecken für Naturschutz

Die neuen Hecken sollten als Lebensraum für Tiere der Agrarlandschaft dienen, aber auch als „Trittstein“ und Bindeglieder für die Natur. In Nordschleswig waren im vergangenen Jahrhundert systematisch Windschutzpflanzungen vor allem in der sandigen Geest gepflanzt worden. Im östlichen Nordschleswig gab es traditionell mehr Wallhecken, die oftmals bereits Ende des 18. Jahrhunderts im Zuge der Agrarreformen in den Herzogtümern Schleswig und Holstein angelegt wurden und bis heute das Landschaftsbild in vielen Teilen Schleswig-Holsteins prägen.

Viele Hecken sehr alt

Beim Naturschutzverband DN wird darauf hingewiesen, dass in vielen Hecken bis zu 200 Jahre alte Bäume wachsen. Deren Verschwinden durch Radikalabholzung für Hackschnitzelgewinnung sei besonders nachteilig, weil sie mit Höhlen und Totholz Insekten- und Vogelwelt die Lebensgrundlage sicherten. Der Verband weist darauf hin, dass in vielen Fällen alte Wälle geschützt sind, aber nicht die auf ihnen lebende Vegetation. Hier müssten Lücken im Naturschutzgesetz geschlossen werden.

Es sei auch unsinnig, dass der Staat die Pflanzung von Windschutz finanziell fördert. Es in folgenden Jahrzehnten aber den Grundbesitzern freistelle, diese Naturelemente wieder zu zerstören.

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