Grenzjubiläum

Mit Wohnzimmer-Konzerten zum grenzenlosen Glück

Mit Wohnzimmer-Konzerten zum grenzenlosen Glück

Mit Wohnzimmer-Konzerten zum grenzenlosen Glück

Annika Zepke
Annika Zepke Journalistin
Hadersleben/Nordschleswig
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Die Haderslebener Sopranistin Maria Johannsen freut sich, dass ihr Projekt „Grenzenlos glücklich“ endlich starten kann. (Archivfoto) Foto: Karin Riggelsen

Ein Jahr später als geplant kann die Konzertreihe „Grenzenlos glücklich“ ihren Auftakt feiern. Die Haderslebener Sopranistin Maria Johannsen hatte das Projekt anlässlich des Grenzjubiläums 2020 ins Leben gerufen. Die Corona-Pandemie machte ihr im vergangenen Jahr jedoch einen Strich durch die Rechnung.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, dieses Sprichwort müssen sich insbesondere Künstler seit Beginn der Corona-Pandemie immer wieder zu Gemüte führen – so auch Maria Johannsen. Die Sopranistin aus Hadersleben hatte sich für das Jubiläumsjahr 2020 eine ganz besondere Konzertreihe überlegt: Mit ihrem Projekt „Grenzenlos glücklich“, das Musik und andere Formen der Kunst vereint, wollte Johannsen im Sommer 2020 im Grenzland auf Tour gehen. Doch die Corona-Pandemie machte ihr damals einen Strich durch die Rechnung.

Neues Jahr, neues Glück

Gut ein Jahr später wagt Maria Johannsen einen neuen Anlauf und geht mit ihrem Projekt, für das sie viele talentierte und bekannte Künstler gewinnen konnte, auf Tour. Als Beitrag zu den Feierlichkeiten der Grenzziehung vor 101 Jahren liegt der Ausgangspunkt ihrer Konzerte im Begriff der Grenze. Es gehe ihr jedoch nicht nur um sichtbare Grenzen, wie die deutsch-dänische Landesgrenze, sagt Johannsen. Mit ihren Veranstaltungen möchte die Sopranistin zum selbstständigen Denken anregen.

Ich fand es spannend, mit den Liedern vor Leuten aufzutreten, die sonst eher weniger bis gar nicht mit dem Genre in Kontakt kommen.

Maria Johannsen, Sopranistin

Grenzen im Blick

„Es geht um das Erkennen von Grenzkontexten, unabhängig davon, ob es sich um nationale oder persönliche Grenzen, Zäune, Mauern oder Unterschiede zwischen Religionen, sozialen Klassen und politischen Parteien handelt“, beschreibt Johannsen ihr Projekt, „und es geht um die Hoffnung, dass man jenseits der Unterschiede das verbindende Ganze findet und sich neuen Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten zuwendet.“

Die Konzerte zu arrangieren sei ein steiniger Weg gewesen, verrät Johannsen. Die große Planungsunsicherheit im Zuge der Corona-Pandemie habe ihr Vorhaben mehrfach durchkreuzt: Termine mussten verschoben und Veranstaltungsorte umgebucht werden. „Aber irgendwie ist es dann jedes Mal noch ein Stückchen besser geworden“, freut sich die Sopranistin.

Mit sogenannten Wohnzimmerkonzerten im kleinen Kreis hat Maria Johannsen die konzertfreie Zeit überbrückt. Foto: Annika Zepke

Probekonzerte im kleinen Kreis

Auf ihre Liederkonzerte, die Teil des Projekts sind, hat sich Maria Johannsen mit sogenannten Wohnzimmerkonzerten vorbereitet, zu denen sie jeweils drei bis vier Leute aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis eingeladen hat. „Da wir coronabedingt kaum Möglichkeiten hatten, Konzerte zu spielen, mussten wir uns etwas anderes einfallen lassen“, erzählt die Sopranistin. Im kleinen Kreis vor ihren Bekannten aufzutreten hatte neben dem Probenzweck auch einen weiteren Vorteil, wie Johannsen verrät: „Ich fand es spannend, mit den Liedern vor Leuten aufzutreten, die sonst eher weniger bis gar nicht mit dem Genre in Kontakt kommen.“

Vielseitige Unterstützung

Seinen Auftakt feiert das „Grenzenlos glücklich“-Projekt am 21. Mai in der Konzertkirche am Blågårdsplads in Kopenhagen. Am 29. Mai wird im Rahmen des Projekts in der Gravensteiner Schlosskirche ein Werk zur „Genforening“ von Komponist Peter Bruun uraufgeführt. Das Konzert wird mit einem Interview des Komponisten eingeleitet. Einen Tag später wird das Konzert noch einmal in der Kopenhagener Sionskirche gespielt und vom Radiosender „P2“ aufgezeichnet.

Im Laufe des Sommers folgen weitere „Grenzenlos glücklich“-Veranstaltungen in Nordschleswig und Flensburg. Die genauen Daten werden noch bekannt gegeben. Das Projekt wird unter anderem von der Region Syddanmark, dem Bund Deutscher Nordschleswiger, der Stiftung „Carl Nielsen-Legatet“, dem William Demant Fonden und vielen weiteren unterstützt.

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