Kommunalhaushalt

Rote Rosen von der Opposition für „blauen“ Bürgermeister

Rote Rosen von der Opposition für „blauen“ Bürgermeister

Rote Rosen von der Opposition für „blauen“ Bürgermeister

Hadersleben/Haderslev
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Holde Eintracht: Alle Politiker unterzeichneten am Freitagnachmittag das neue Haushaltspapier für die kommenden Jahre. Foto: Ute Levisen

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Alle Parteien im Haderslebener Kommunalparlament unterschrieben am Freitag den neuen Kommunalhaushalt, in dem sich zudem alle wiederfinden können. Daran geglaubt haben die wenigsten – bis zuletzt. Von der Opposition gab es zum Dank rote Rosen für den Bürgermeister mit der blauen Parteifarbe.

Es war der Nachmittag der großen Worte im Ratssaal am Haderslebener Hafen: Dort trafen sich alle Parteien des Haderslebener Kommunalparlaments, um ihre Unterschrift unter den Haushalt für nächstes Jahr sowie die Überschlagsjahre bis 2025 zu setzen.

Intensive Verhandlungen

Mindestnormierung in der Tagesbetreuung, einen erweiterten finanziellen Spielraum für die Bereiche Kinder, Jugend und Erwachsene, ein Maßnahmenkatalog für die bevorstehende Energiewende, die Wasserqualität im Kleinen Belt und eine ganzheitliche kommunale Planung mit Blick auf Stadt und Land – dies sind nur einige der Meilensteine auf dem Weg zu einem gemeinsamen Haushalt gewesen, über die Politiker aller Parteien in den vergangenen Tagen bis in die späten Stunden verhandelt hatten.

Rote Rosen von den Genossen für den Venstre-Bürgermeister: kein alltäglicher Anblick Foto: Ute Levisen

Wunschlos glücklich

„Ich bin wunschlos glücklich. Es ist ein guter Kommunalhaushalt, mit dem das neue Parlament arbeiten kann, ohne in den nächsten ein, zwei Jahren daran herumbasteln zu müssen – Respekt!“, lobte der sozialdemokratische Gruppenvorsitzende Henrik Rønnow und überreichte Bürgermeister H. P. Geil (Venstre) zum Dank für den konstruktiven Verhandlungsverlauf einen prächtigen Strauß blutroter Rosen: Die Haushaltsverhandlungen, so Rønnow, seien ihm ein Vergnügen gewesen.

Für Bürgermeister Geil waren es die letzten dieser Art als Bürgermeister. Er bezeichnete das Ergebnis als historisch – nicht zuletzt, weil es von allen politischen Parteien mitgetragen werde.

Alle Parteien konnten ihren politischen Fingerabdruck hinterlassen. Hier freuen sich Svend Brandt, Allan Emiliussen und Maria Damgaard über das Ergebnis. Foto: Ute Levisen

Nicht alles rosarot

Auch der „Skeptiker vom Dienst“, Bent Iversen von den Volkssozialisten, zeigte sich freudig überrascht und „hinreichend zufrieden“ mit dem Verhandlungsergebnis – auch wenn längst nicht alles rosarot sei, wie sich Svend Brandt von der Einheitsliste beeilte, hinzuzufügen. Doch die angedachten Maßnahmen und ihre Finanzierung mit Blick auf die Klimasicherung und den Kleinen Belt seien ein Schritt in die richtige Richtung: „Ihr habt uns wirklich zugehört!“

Gute Stimmung an der Kaffeetafel: Im Vordergrund sind Bürgermeister Geil und Henrik Rønnow zu sehen – im Hintergrund Carsten Leth Schmidt und Jon Krongaard (Dänische Volkspartei). Foto: Ute Levisen

Ruhe im Kofferraum

„Jetzt herrscht erst mal Ruhe im Kofferraum“, stellte Børge Koch von der Radikalen Venstre fest. Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei freute sich darüber, dass seine Ratskollegen die Dringlichkeit erkannt hätten, wichtige Tagespunkte – endlich – in Angriff zu nehmen und nannte unter anderem die Säuberung der Förde, Energiemaßnahmen sowie eine ausgewogene, ganzheitliche Entwicklung von Stadt und ländlichem Raum: Ihm persönlich breche der kalte Schweiß aus, wenn er daran denke, wie viel Arbeit diesbezüglich vor dem neuen Kommunalparlament liege, so Leth: „Ich hoffe, dass es in Zukunft genug politischen Mut geben wird, dies auch umzusetzen.“

Einzelheiten zum Haushalt für die Jahre 2022-2025 demnächst.

Jetzt herrsche erst mal Ruhe im Kofferraum, freute sich Børge Koch (Radikale Venstre), der seine Unterschrift mit Handschlag besiegelte. Foto: Ute Levisen
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