Wahlen 2017

Wahlexperte Roger Buch: Es wird schwer für SP & Co. in der Region

Wahlexperte Roger Buch: Es wird schwer für SP & Co. in der Region

Wahlexperte Roger Buch: Es wird schwer für SP & Co. in der Region

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Apenrade/Aarhus
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Spitzenkandidat der SP bei der Regionswahl: Gösta Toft. Foto: Cornelius von Tiedemann

Es heißt daher auch Daumen drücken für die Wahlbündnispartner / Mehr Gegenwind für Venstre von Christiansborg als von Holst.

„Es wird schwer für die Schleswigsche Partei und ihre Verbündeten, bei der Regionswahl in Süddänemark ein Mandat zu holen“, so der führende Wahlexperte des Landes, Professor Roger Buch von Danmarks Medie og Journalisthøjskole in Aarhus, auf Anfrage des Nordschleswigers.
Der Forschungschef rechnet anhand der 8.620 Stimmen der SP bei der Kommunalwahl 2013 in Nordschleswig vor, dass das etwa 1,28 Prozent der gültigen Stimmen bei der Regionswahl gewesen wären:

„Aber man braucht 2,38 Prozent, um ein Mandat sicher zu haben. Das Wahlbündnis hat wohl schon eine Chance ab zwei Prozent. Die Frage ist also, was die anderen holen können. Meine beste Einschätzung ist, dass es sehr schwer wird für ein Mandat, wenn nicht zumindest einer der Wahlbündnispartner zulegt im Vergleich zur Regionswahl 2013.“

Die Wahlbündnispartner der SP holten 2013 zusammen knapp 6.800 Stimmen. Folkeflokken und Retsforbundet kamen jeweils auf eine Quote von 0,1 Prozent, während die Christdemokraten mit knapp 5.200 Stimmen auf 0,8 Prozent kamen. In zwei aktuellen Umfragen werden die Christdemokraten übereinstimmend mit nur 0,5 Prozent geführt.

Es wird knapp

Es wird also knapp, zumal die Schleswigsche Partei auch erst mal in der Lage sein soll, ihr kommunales Super-Ergebnis von vor vier Jahren auf die Region zu überführen. In den Kommunen holen die bekannten SPitzen viele persönliche Stimmen – insbesondere Stephan Kleinschmidt mit rund 2.600 in Sonderburg. Es ist nicht sicher, dass diese Wähler auch bei der Regionswahl für die SP gestimmt hätten. Bei der letzten Regionswahl wurden insgesamt 687.312 Stimmen abgegeben. Davon waren aber knapp 42.000 blank und 3.356 ungültig.

Bei aktuell rund 650.000 gültigen Stimmen wären 2 Prozent gleich mit 13.000 Stimmen, aber die Schleswigsche Partei rechnet selbst damit, dass man rund 15.000 holen muss. „Ja, wir wissen, dass es schwer wird – wir sind ja nicht von gestern“, so SP-Sekretärin Ruth Candussi, die aber dennoch sehr zuversichtlich ist. Die SP könnte durchaus auch so manche Stimme von Exil-Nordschleswigern außerhalb des Landesteils ergattern.

Die SP muss also nicht nur für sich selbst die Daumen drücken, sondern auch für die Bündnispartner. Roger Buch: „Ja, die entscheidende Frage wird ja auch sein, wie viel die anderen Parteien holen können.“

Gegenwind für Venstre

Die Frage, ob Venstre für den Fall Holst bestraft werden wird, beantwortet der Wahl-Professor so: „Venstre muss insbesondere dafür büßen, dass die Partei auf Landesebene jeden vierten Wähler verloren hat. Der Fall Holst ist sicherlich auch nicht von Nutzen, aber er liegt in der Wahlperspektive weit zurück. Ich glaube nicht, dass er Venstre so sehr schaden wird. Der meiste Gegenwind für Venstres Stephanie Lose kommt von Christiansborg.“

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