Lange Haftstrafen

Brüder nutzten Büchereien in Nordschleswig, um illegal an Daten zu kommen

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Sonderburg/Sønderborg
Zuletzt aktualisiert um:
Gericht Sonderburg
Foto: Ute Levisen

Das Sonderburger Gericht hat am Freitag zwei Brüder zu drei und fünf Jahren Haft verurteilt. Sie sollen von 15 Büchereien aus einen umfassenden Datenbetrug aufgezogen haben.

Zwei bereits im Rahmen der Terrorgesetzgebung verurteilte Brüder sind am Freitag am Sonderburger Gericht zu drei bzw. fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das teilt die Polizei mit. Die beiden sollen sich an Computern in 15 Bibliotheken im Lande illegal Daten verschafft haben.

Die fünf Jahre Haft ohne Bewährung wurden gegen den 30-Jährigen ausgesprochen, während sein jüngerer, 26-jähriger Bruder für drei Jahre ohne Bewährung in Haft muss.

Der 30-Jährige soll sich über das Internet insgesamt 5,9 Millionen Kronen erschwindelt haben, sein Bruder 2,5 Millionen.

Bis Mai 2017 haben die beiden sogenannte „Keylogger“ auf Computern in öffentlichen Büchereien in Herlev, Gladsaxe, Hørsholm, Solrød, Roskilde, Odense, Middelfart, Aarhus, Skanderborg, Hadersleben und Apenrade installiert.

Die „Keylogger“ registrieren, was in einen Computer eingegeben wird – und auf diese Weise hatten die beiden Verurteilten Zugang zu den NemID-Angaben von insgesamt 16 Nutzern. Beim Großteil von ihnen wurden große Geldbeträge von den Konten abgebucht, es wurden Kredite in ihren Namen aufgenommen und neue Kreditkarten bestellt, mit denen erneut illegal Geld abgehoben wurde, außerdem kauften die Brüder mit den Karten ein.

Staatsanwältin Heidi Colbæk ist zufrieden mit dem Urteil, weil „das Gericht es gewürdigt hat, dass es um besonders schweres Hacking geht und dass es sich um schwerwiegende organisierte Kriminalität handelt, die geeignet ist, das Vertrauen in die NemID und Internetbanking zu untergraben.“

Wie die Polizei von Südjütland und Nordschleswig mitteilt, wird in dem Fall gegen drei weitere Personen ermittelt, deren Fälle jedoch gesondert verhandelt werden sollen.

Mehr lesen

Leserbrief

Ejler Schütt
„Man må undre sig“