Bon Jovi

Draußen vor der Stadt entsteht seine Stadt

Draußen vor der Stadt entsteht seine Stadt

Draußen vor der Stadt entsteht seine Stadt

Ruth Nielsen
Ruth Nielsen Lokalredakteurin
Sonderburg/Sønderborg
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Trotz harter Arbeit Energie für ein Lächeln bleibt. Foto: Friedrich Hartung

Der US-amerikanische Sänger wird am Dienstag auf Kær Vestermark die Bühne betreten. 1.300 Helfer und seine Crew von 253 Mitarbeitern haben das Areal in eine Zeltstadt verwandelt.

Die Dimensionen lassen einen schon den Atem stocken: Auf 18 Lastwagen ist die Ausrüstung für den US-amerikanischen Sänger und Gitarristen Jon Bon Jovi und seiner Show „This house is not for sale“ nach Sonderburg draußen vor der Stadt, auf Kær Vestermark, transportiert worden. Es folgten fünf schwarze Busse, in denen die 75 festen Mitarbeiter übernachten. Dazu werden für jedes Konzert weitere 150 Arbeiter für den Bühnenaufbau rekrutiert. Pro Tag bereitet die eigene Küche 500 Mahlzeiten zu.

Das Areal haben über 1.300 Helfer in eine Zeltstadt verwandelt, Blickfang natürlich die riesige Bühne, die Bon Jovi heute ab 21 Uhr betreten wird. Sie ist in zweieinhalb Tagen aufgebaut worden, der Abbau geht etwas schneller. Daher gibt es drei identische. „Sie ist zu groß, um sie schnell abzubauen. Dafür haben wir keine Zeit“, erklärte Crew-Mitglied Lou Moorial gestern bei der Führung über den Platz zum eng gestrickten Zeitplan.
Allein die Videoleinwand ist 2012 Quadratmeter groß. Dieser Aufbau wird von Fachleuten geleitet, die Sicherheitsausrüstung tragen, wenn sie in 20 Metern Höhe operieren, wie Dennis Thomsen, Århus, und Peter Weber, Odense. Sie sind seit 18 bzw. 8 Jahren dort tätig, wo Konzerte im Freien stattfinden.

Zweieinhalb Tage haben über 150 Mitarbeiter für den Aufbau der Bühne gebraucht. Foto: F. Hartung

Die Bühne hat vier Türme die durch jeweils 5.000 Liter Wasser stabilisiert sind, auf dem Platz selbst sind weitere Türme, in denen 4.000 Liter Wasser versenkt sind. Beim Aufbau hatte sich die Crew beim Flughafen über die Windgeschwindigkeit informiert. 9m/Sek am Sonntag waren erträglich. Allein zwei Generatoren liefern den Strom (1.600 Ampère) für die Bühne. Dazu kommt der Stromverbrauch für die Mannschaftsbusse. 4.535 Kilogramm Kabel sind für die Tonanlage verlegt worden, die Lichtanlage verbraucht 432 Kilowatt.

Das Bier wird in Tanks geliefert. Der größte fasst 8.000 Liter Bier, „die hoffentlich getrunken werden“, so Jes Johansen, Eventchef des Veranstalters „Kultur-i-Syd“.
„Es ist ein großes Gebiet und doch nicht groß genug, wenn es um Stabilität geht“, nannte er die größte Herausforderung für den Bühnenaufbau: den zu weichen Boden für die schweren Laster und Kräne. Der Rasen wurde daher mit Stahlplatten verstärkt.

Diese Jacke wird Bon Jovi heute beim Konzert tragen. Foto: F. Hartung

Abgetrennt von der Bühne hinter einem Gebüsch das Wohnzimmer für Bon Jovi: Ein massives Zelt mit festen Seitenwänden und Tür von 450 Quadratmetern Fläche für Umkleide und Aufenthalt. Von dort wird der Sänger mit dem Auto oder eventuell Golfauto zur Bühne gefahren. Die Band Def Leppard, die ab 19 Uhr die 27.000 Fans einstimmen wird, hat ihren eigenen Bereich, der nicht minder groß, aber nicht so luxuriös ist.
Wenn heute ab 17 Uhr der Konzertplatz öffnet, werden um die 800 Ehrenamtliche auf den Parkplätzen, an den Eingängen, in den Imbissbuden Getränkeständen sowie an den Toiletten aktiv sein.
Darüber hinaus ist auf der fahrtechnischen Anlage für die geladenen Gäste (VIP) ein Zelt aufgebaut, wo ihnen ein Menü serviert wird, ehe sie sich auf einen der 3.000 Tribünenplätze setzen oder im „goldenen Zirkel“ mit 3.000 Stehplätzen ihrem Idol Jon Bon Jovi nahe sind. Der Sänger wird sich auch unters Publikum mischen, auf einer Art ausfahrbaren Gangway.

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Leitartikel

Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
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