Kriminalität in Sonderburg

Einbruchsserie: Polizei gelingt Durchbruch

Ruth Nielsen
Ruth Nielsen Lokalredakteurin
Sonderburg/Sønderborg
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In Sonderburg ist der Polizei ein Durchbruch gegen die Einbruchskriminalität gelungen. (Symbolbild) Foto: Thomas Borberg/Ritzau-Scanpix

Die Anzahl der Delikte in der Stadt Sonderburg ist drastisch gefallen. Die inhaftierten Verdächtigen gehören laut Polizei zwei kriminellen Gruppen an – und sollen für einen Großteil der jüngsten Einbrüche verantwortlich sein.

Im massiven Einsatz der Polizei gegen Einbrecher hat es einen Durchbruch gegeben. Wie die Polizei von Südjütland und Nordschleswig mitteilt, sollen hinter den meisten Einbrüchen zwei kriminelle Gruppen stecken, die bereits in Untersuchungshaft sitzen.

Der Durchbruch lässt sich an Zahlen ablesen: Hat es im letzten Quartal 2018 170 Einbrüche in der Stadt Sonderburg gegeben, was 1,8 am Tag entspricht, ist die Anzahl drastisch gefallen. An manchen Tagen geht bei der Polizei keine einzige Anzeige wegen Einbruchs ein.

Haftprüfungstermine unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Mitte Februar hat die Polizei eine Sonder-Ermittlungsgruppe eingesetzt. Sie vermutete, dass es sich um organisierte Kriminalität handelt. Am 14. Februar wurde ein erst 15-Jähriger in Untersuchungshaft gesteckt, am 5. März zwei von drei weiteren Verdächtigten inhaftiert. Ein 32-Jähriger war geständig und erhielt ein Jahr Gefängnis wegen Hehlerei. Er hatte Diebesgut im Wert von 1,5 Millionen Kronen gelagert. Am 7. März kam ein 31-jähriger in U-Haft. Er wird wegen besonders grober Hehlerei angeklagt. Die Polizei fand Waren im Wert von mehr als zwei Millionen Kronen. Sie sieht in ihm eine zentrale Figur organisierter Kriminalität. Ein 37–Jähriger aus einer anderen Gruppe ist ebenfalls hinter Gittern. Die Haftprüfungstermine haben überwiegend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Alle Verdächtigen sind aus Sonderburg.

Immense Arbeit der Taskforce

Die Polizei steht nun vor der immensen Arbeit, die Beute den jeweiligen Einbrüchen zuzuordnen. Die Taskforce-Gruppe tauscht untereinander jeden Tag Informationen aus. Auf den Tafeln zeichnen sich so Strukturen in den Gruppen ab. Die Einsatztruppe plant auch Hausdurchsuchungen und Sonderaktionen.

Ein Teil der zwischen 1.000 und 2.000 gestohlenen Dinge ist Besitzern zurückgegeben worden. In unzähligen Kästen liegen Parfüm, Schmuck, IT-Ausstattung, Porzellan, Lampen und Münzen. Es werden Mappen mit Fotos von allen Gegenständen angelegt, die Betroffene ab einem bestimmten Zeitpunkt durchsehen können. Doch das dauere noch, so Berg. Einige werden ihr Eigentum vermutlich nie zurückbekommen, da es anderswo im Land verkauft worden ist.

Der „nette, normale Däne“

Für die Polizei sind die großen Lager und die vielen Kunden gestohlener Ware „meistens nette, normale Dänen, die die Ware kaufen, obwohl sie den Verdacht haben, dass diese Dinge andere gehören könnten. Diese Einbrüche, die Unsicherheit schaffen, würden nie vorkommen, gebe es nicht Leute, die Hehlerware kaufen. Ich kann es einfach nicht verstehen, dass man wegen ’billiger Angebote’ andere Mitbürger einem durchwühlten Haus aussetzt“, erklärt Berg. Die Hälfte der Ware wird in sozialen Medien verkauft, „dabei finden 91 Prozent der Dänen E-Hehlerei inakzeptabel“, merkt er an.

Die Polizei geht davon aus, dass jedes Jahr in Dänemark Hehlerware für drei Milliarden Kronen umgesetzt werden.

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