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Neubau mit großem Respekt vor dem alten Baustil

Neubau mit großem Respekt vor dem alten Baustil

Neubau mit großem Respekt vor dem alten Baustil

Sonderburg/Sønderborg
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Der Neubau passt sich perfekt in das heutige Stadtbild ein. Foto: Oesten

Das Architektenbüro „Oesten“ hat sich an „Gundtoft“ und „Sydbank“ orientiert. Optiker Steen Thordsen: „Darauf können wir stolz sein.“

Auf der einstigen Brandstätte mitten in der Sonderburger Stadtmitte ist das große weiße Zelt der Archäologen aus Hadersleben (Haderslev) verschwunden. Die fleißigen Mitarbeiter des Museum Sønderjylland haben an der Adresse Perlegade 21 diverse Hinterlassenschaften aus dem Sonderburg von anno dazumal geborgen. Das hat Museum Sønderjylland auf Facebook veröffentlicht.

Das große schöne alte Eckgebäude an der Jernbanegade/Perlegade brannte am 3. Februar 2020 nieder. Schuld war ein Feuer in der Friteuse der Burgerbar „Lazy Dog“. Bei den Flammen wurde eines von Sonderburgs ältesten Gebäuden in Schutt und Asche gelegt.

An der Ecke des City-Kreuzes war die Hälfte der Straße lange abgesperrt. Foto: Ilse Marie Jacobsen

Für den Besitzer der Brandstätte, die Optiker-Familie Thordsen, beginnt nun aber ein ganz neues Kapitel. Jetzt darf bald wieder ein neues Gebäude auf dem seit Monaten völlig freigeräumten Gelände errichtet werden.

Es sollte gut in die Gegend passen

Dort wird im nächsten Jahr ein fünfstöckiges in Flensburger Steinen gemauertes Gebäude stehen, dessen Aussehen und Design sich klar von der Architektur der alten Gebäude in diesem Viertel inspirieren ließ.

Das Apenrader Architektenbüro Oesten hat die Zeichnungen für das 1.700 Quadratmeter große Gebäude angefertigt. An der Perlegade 21 entstehen zehn moderne Eigentumswohnungen, die vermietet werden. Die Familie Thordsen hat sich vorab viele Gedanken gemacht.

„Wir haben uns Zeit gelassen. Es sollte nicht so sein, dass man in 25 Jahren sagt: Das wurde 2021 gebaut. Es sollte gut in die Gegend passen. Der alte Ausdruck im Stadtbild sollte bewahrt werden“, so Steen Thordsen. Das Gebäude ist Richtung Citykryds am höchsten und wird zu den Nachbargebäuden knapp so hoch sein.

Wir haben uns Zeit gelassen. Es sollte nicht so sein, dass man in 25 Jahren sagt: Das wurde 2021 gebaut. Es sollte gut in die Gegend passen. Der alte Ausdruck im Stadtbild sollte bewahrt werden.

Steen Thordsen, Optiker

Steen Thordsen lobt die Zusammenarbeit mit der Kommune, die das Projekt von Anfang an verfolgt hat. Die kommunalen Mitarbeiter haben sich schon vorab die Zeichnungen des Architekten angeschaut. „Wir haben uns von Anfang bei der Kommune über die geltenden Regeln informiert“, so Thordsen.

Bauzeit ein Jahr

In das gesamte Parterre des Neubaus zieht das Bekleidungsgeschäft LY Copenhagen, das auch vor dem Brand dort einen Laden hatte. Notgedrungen ist das Geschäft bis dahin auf die gegenüberliegende Seite an die Adresse Jernbanegade 38 gezogen.

Es wird mit einer Bauzeit von einem Jahr gerechnet. „Wir gehen davon aus, dass wir in den Sommerferien beginnen können. Alles kommt natürlich darauf an, wie beschäftigt die Baufirmen sind“, so Steen Thordsen, der selbst sehr zufrieden mit dem vorliegenden Resultat ist. „Darauf können wir stolz sein“, meint er lächelnd.

Blick vom unteren Teil der Perlegade Richtung Citykryds Foto: Oesten

Die Steine sind sandfarben, das Schieferdach ist dunkelgrau. Die Fassaden werden mit dunkelgrauen Sprossenfenstern versehen. Die Pläne wurden vor Kurzem in die öffentliche Anhörung geschickt. Bei der Kommune sind keine Kommentare abgegeben worden, die das Projekt zeitlich verzögern.

Ausgrabung eine teure Angelegenheit

Die Archäologen fanden mitten in Sonderburg unter anderem vergrabene alte Pfähle, einen alten Ofen, Keramik – alles Zeichen, wie sich das Leben der Sonderburger im Mittelalter einmal gestaltete. „In Bezug auf Sonderburgs Entwicklung von Humletorvet bis Perlegade sind wir sehr viel schlauer geworden. Erst zu Beginn des 14. Jahrhunderts hat die Stadt diese Stelle erreicht“, so Oberinspektor Lennart Secher Madsen gegenüber „JydskeVestkysten“.

Die Archäologen aus Hadersleben haben jeden Tag fleißig gegraben. Foto: Karin Riggelsen

Die Ausgrabung hat die Familie Thordsen knapp eine Million Kronen gekostet. „Darüber muss man sich als Hausbesitzer ja im Klaren sein. Wenn ein Haus mitten in der Stadt abbrennt, dann beginnt das Museum seine Ausgrabungen“, so Thordsen.

Die Archäologen dürfen übrigens nur so tief graben, wie für den Neubau ausgegraben wird. Da das Gebäude an der Perlegade 21 keinen Keller hat, konnten die Archäologen nicht so tief in die Erde dringen. Aber zeitlich haben die Ausgrabungen das Projekt natürlich trotzdem verspätet.

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