Thema der Woche: Museen

Nichts wie hin: Unsere Ausstellungstipps für das Grenzland

Nichts wie hin: Unsere Ausstellungstipps für das Grenzland

Nichts wie hin: Unsere Ausstellungstipps für das Grenzland

Julia Röhr und Cornelius von Tiedemann
Grenzland
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Christian Rohlfs
Die „Sternbrücke in Weimar“ von Christian Rohlfs (hier ein Ausschnitt) ist noch bis Ende Oktober im Rahmen der Impressionisten-Ausstellung „Moderne und Idyll“ in Schleswig zu sehen. Foto: Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen

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Von der Geschichte der deutschen Minderheit über idyllische impressionistische Gemälde bis hin zu Möbeldesign: In den Museen im Grenzland und seiner Nähe gibt es ziemlich viel zu entdecken. Einige Tipps haben wir hier gesammelt.

Nordschleswig

Museumsleiter Hauke Grella arbeitet derzeit an der Gestaltung der neuen Ausstellung, die Anfang Juni fertig sein soll. Foto: Sara Wasmund

Sonderburg (Sønderborg)

Im Deutschen Museum für Nordschleswig wird es mit einer neuen Ausstellung ab Mitte Juni noch interessanter: Die unrühmliche Zeit des Nationalsozialismus und die Rolle, die so manche aus der deutschen Minderheit in ihr gespielt haben, werden auf besondere Art beleuchtet.

760 Menschen aus Nordschleswig haben sich freiwillig für den deutschen Kriegsdienst gemeldet und ihr Leben dabei verloren. „Wir erzählen unter anderem anhand dieser Porträts die vielen Beweggründe, die es damals gab, sich den Nationalsozialisten anzuschließen“, sagt Museumsleiter Hauke Grella im Interview mit dem „Nordschleswiger“. Die Ausstellung soll auch dabei helfen, nachzuvollziehen, warum das Miteinander zwischen Dänen und deutscher Minderheit nach dem Krieg zunächst zerrüttet war.

  • Als eine der ersten sieht Königin Margrethe II. die Ausstellung am 13. Juni
  • Das Deutsche Museum für Nordschleswig hat mittwochs bis dienstags geöffnet – immer von 10 bis 16 Uhr.
  • Eintritt: unter 18 Jahre frei, Erwachsene 60 Kronen. Führungen sind möglich.
  • deutsches-museum.dk
 

Tondern (Tønder)

Im Kunstmuseum in Tondern wird derzeit die Ausstellung „Mellem Rum“ des Klangkünstlers Jacob Kirgegaard gezeigt. Der 1975 geborene Künstler erforscht mit seiner Ausstellung Grenzregionen, von Mexiko bis nach Grönland.

Hier gibt es einen Eindruck von der Ausstellung:

  • Öffnungszeiten: täglich 10 bis 17 Uhr
  • Eintrittspreise: 95 Kronen, unter 18 Jahre gratis, Studierende 20 Prozent Rabatt
  • msj.dk/kunstmuseet-i-toender
 

Südschleswig

Flensburg

Die Ausstellung „True Colors“ präsentiert verschiedene Kunstwerke aus mehreren Jahrhunderten, die in den Räumen nach Farben sortiert sind. So wird erklärt, was die Farben in der Kunst bedeuten und welche Wirkung sie auf die Betrachterinnen und Betrachter haben. Mit dem Angebot „Kunstgenuss mit dem Smartphone“ ist es über eine App möglich, während der Ausstellung passende Musik und Gedichte zu hören.

  • Die Ausstellung auf dem Museumsberg Flensburg läuft noch bis zum 10. Oktober.
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11.30 bis 17 Uhr
  • Eintrittspreise: Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 3 Euro
  • museumsberg-flensburg.de
 
Ury Lesser
„Vor dem Café“ – ein Gemälde von Lesser Ury aus den 1920er Jahren zu sehen in der Ausstellung „Moderne und Idyll“ Foto: © Kunststiftung Dr. Hans-Joachim und Elisabeth Bönsch

Schleswig

Die Museumsinsel Schloss Gottorf hat drei Ausstellungen zu bieten.

In der ersten Schau werden etwa 40 Werke des Künstlers Ernst Barlach ausgestellt. Der norddeutsche Künstler ist 1938 verstorben und hat in seiner Arbeit auch die Nachwirkungen des Ersten Weltkrieges verarbeitet. Charakteristisch sind seine Selbstporträts und die eher düsteren Arbeiten – in denen er auch Beobachtungen seiner Reisen festgehalten hat. Die Präsentation ist bis zum 31. Oktober zu sehen.

Die zweite Ausstellung beschäftigt sich mit Kunst von Christopher Lehmpfuhl. In der Reithalle von Schloss Gottorf werden Werke aus den vergangenen 25 Jahren gezeigt. Der Fokus liegt auf der Natur- und Stadtlandschaft. Seine Gemälde fertigt der Künstler oft vor Ort an und nutzt dabei nur seine Hände und keine Pinsel, um die Ölfarbe auf die Leinwand zu bringen. Die Ausstellung ist bis zum 17. Oktober anzuschauen.

Die dritte Schau ist ebenfalls im Kreuzstall und trägt den Namen „Moderne und Idyll“. Der Impressionismus in Deutschland stellte die Anfänge der modernen Kunst dar. Damit wurde das Bürgertum angesprochen und sich mit neuen Entwicklungen, wie der Fotografie, auseinandergesetzt. Diese Kunstwerke können noch bis zum 31. Oktober betrachtet werden.

  • Öffnungszeiten: bis zum 31. Oktober Dienstag bis Freitag 10 bis 17 Uhr, Sonnabend und Sonntag 10 bis 18 Uhr
  • Ab dem 1. November Dienstag bis Freitag 10 bis 16 Uhr, Sonnabend und Sonntag 10 bis 17 Uhr
  • Eintrittspreise: Erwachsene 10 Euro, ermäßigt 8 Euro
  • schloss-gottorf.de
 

Danewerk

Das Danevirke Museum steht für die dänische Minderheit in Deutschland und für „kulturelle Begegnung und Mehrkulturalität“. Die Ausstellung „Dänisch im Landesteil Schleswig“ thematisiert die Geschichte der dänischen Minderheit in Südschleswig, den Kampf um das Recht auf die eigene Sprache und Kultur. Dazu geht es auch um das Grenzland an der deutsch-dänischen Grenze und die Akzeptanz der dänischen Kultur. Das Danevirke Museum liegt im Danewerk selbst – dem größten archäologischen Bodendenkmal Nordeuropas. Im Archäologischen Park können Besucherinnen und Besucher auf einer kurzen Strecke die fünf größten Highlights des Danewerks betrachten. Das sind zum Beispiel die Thyraburg oder die Waldemarsmauer.

Infos:

Die Öffnungszeiten: bis zum 30. September Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Sonnabend und Sonntag 10 bis 16 Uhr

Eintrittspreise: 5 Euro Erwachsene, unter 16 Jahre frei

 



Über das Grenzland hinaus:

Kolding

Im Trapholt Museum in Kolding läuft noch bis zum 7. November die Ausstellung „Grænseløse Sting“, in der die Textildesignerin Iben Høj die Stickereien von 778 Bürgerinnen und Bürgern aus Norddeutschland und Dänemark zu einem Gesamtkunstwerk mit Bezug zur Grenzziehung bzw. „Wiedervereinigung“ von 1920 vereint hat.

Außerdem zeigt das Museum weiterhin einen der ganz Großen der dänischen Designgeschichte: Arne Jacobsen. Einen ausführlichen Artikel über die Ausstellung gibt es hier.

  • Das Museum Trapholt hat Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet, mittwochs sogar bis 21 Uhr.
  • Der Eintritt für Erwachsene kostet 120 Kronen, Kinder unter 18 haben freien Eintritt, Studierende bezahlen 60 Kronen.
  • trapholt.dk
 
Orhan Paumuk
Aus der Serie „Balkon“ Foto: Orhan Pamuk / Steidl Verlag

Lübeck

Im Günther-Grass-Haus in Lübeck werden die Fotografien von Orhan Pamuk ausgestellt. Bis zum 20. Juni können die Werke aus seinen Büchern „Orange“ und „Balkon“ betrachtet werden. In dem Buch „Balkon“ hat der türkische Schriftsteller, der sich mit seiner Arbeit hauptsächlich auf den Orient konzentriert, von seinem Balkon aus das Panorama am Bosporus fotografiert. Auch Szenen aus Istanbul sind in diesem Buch zu sehen. Die Stadt Istanbul findet sich auch im Buch „Orange“ wieder: Dort ist Orhan Pamuk abends durch die Straßen der Stadt gegangen und hat sowohl die Abenddämmerung als auch die Szenerie der Nacht mit der Kamera festgehalten.

  • Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr
  • Eintrittspreise: ermäßigt 4 Euro, Erwachsene 8 Euro
  • grass-haus.de

 

Hamburg

Seit der Erfindung der Fotografie ist die Familie steter Gegenstand fotografischer Betrachtung, sowohl in privaten Fotoalben als auch in künstlerischen Serien. Im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen greifen mehr als 20 internationale fotografische Positionen das Thema „Familie“ in der Ausstellung „Family Affairs – Familie in der aktuellen Fotografie“ auf.

Hier stellt die Künstlerin Rahel Bruns eines der Werke der Ausstellung vor:

  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr
  • Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 7 Euro, Dienstag ab 16 Uhr 6 Euro, Kinder und Jugendliche frei
  • deichtorhallen.de/besuch
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