Grenhindernis

Flensburg: Bahnhof weiter ohne Terminal für dänische „Rejsekort“

Flensburg: Bahnhof ohne Terminal für dänische „Rejsekort“

Flensburg: Bahnhof ohne Terminal für dänische „Rejsekort“

Flensburg/Flensborg
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Dieseltriebwagen der Dänischen Staatsbahnen (DSB) kommen im grenzüberschreitenden Bahnverkehr zwischen Flensburg und Dänemark zum Einsatz. Die Reisen sind teurer als im innerdänischen Bereich, weil die dänische elektronische „Rejesekort" wegen fehlender Lesetechnik in Flensburg nicht genutzt werden kann. Foto: Archivfoto Volker Heesch

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Seit Jahren fordern Reisende die Möglichkeit, die dänische digitale Reisekarte und somit günstigere Fahrpreise auch in der Fördestadt nutzen zu können. Die Dänischen Staatsbahnen (DSB) verweisen auf eine angeblich zu geringe Nachfrage.

Im deutsch-dänischen Grenzland gibt es Unmut über die nicht vorhandene Nutzbarkeit der in Dänemark weit verbreiteten elektronischen Reisekarte „Rejsekortet“ im grenzüberschreitenden Bahnverkehr. Die Zeitung „Flensborg Avis“ berichtet über die Position der Dänischen Staatbahnen (DSB), dass die Installation eines Terminals in Flensburg (Flensborg), an dem Reisende aus Dänemark ihre per „Rejsekort“ bezahlte Zugfahrt beenden oder beginnen könnten, wegen zu geringer Nachfrage nicht möglich sei.

In Malmö gibt es einen „Rejesekort"-Terminal

Die Zeitung verweist darauf, dass beispielsweise in Malmö bereits seit 2018 ein „Rejsekort“-Terminal in Betrieb ist, was es den Inhaberinnen und Inhabern der elektronischen Karte ermöglicht, preisgünstiger die schwedisch-dänische Grenze im Zug zu passieren als bei Nutzung einer Fahrkarte aus dem Automaten.

Teurere Fahrkarten

Professor Martin Klatt, Wissenschaftler an der Süddänischen Universität (SDU) in Sonderburg (Sønderborg) und Kenner unter anderem der Situation des öffentlichen Verkehrs in der Grenzregion, berichtet, dass den Reisenden ohne „Rejsekort“ nicht nur ein Rabatt vorenthalten wird, bei Erwerb einer Fahrkarte für eine Reise vom Flensburger Bahnhof an ein Ziel in Dänemark wird sogar ein „Grenzzuschlag“ fällig.

Offenbar gibt es bei den DSB keine Überlegungen, dass bei Installation eines „Rejsekort“-Terminals auf dem Flensburger Bahnhof das Interesse an grenzüberschreitenden Bahnreisen aufgrund des dabei zu erzielenden Rabattes gesteigert werden könnte.

„Die Kundengrundlage in Flensburg ist weiterhin nicht besonders groß. Das hat auch Bedeutung dabei, ob ein Reisekartenlesegerät aufgestellt wird“, so die Kundenchefin der DSB, Charlotte Saltoft Kjærrulff gegenüber „Flensborg Avis“. Sie verweist auf die Möglichkeit, günstige Fahrkarten über die DSB-App zu erwerben.

Ab 2024 deutsche Regionalzüge bis Tingleff

Der Erwerb der Fahrkarten im grenzüberschreitenden Verkehr müsste im Bereich Flensburg spätestens verbessert werden, wenn voraussichtlich ab 2024 die neuen dänischen Regionalzüge wegen fehlender Ausrüstung für das deutsche Bahnstromnetz nur noch bis Pattburg (Padborg) rollen können und stattdessen möglichst elektrische Regionalzüge aus Schleswig-Holstein mit Batteriebetrieb von Flensburg bis Tingleff (Tinglev) oder Sonderburg (Sønderborg) zum Einsatz kommen sollen.

Im grenzüberschreitenden Verkehr an der Westküste zwischen Tondern und Niebüll können Rabatte genutzt werden. Foto: Archivfoto Volker Heesch

Rabatte zwischen Tondern und Niebüll

Im Bereich der Bahnverbindung Tondern-Niebüll (Tønder-Niebøl) haben Reisende die Möglichkeit, bei Fahrtantritt in Tondern Richtung Schleswig-Holstein Tickets im Rahmen des Schleswig-Holstein-Tarifs beim Triebfahrzeugführer bei Nutzung der Eurowährung zu kaufen. Erhältlich ist auch das Schleswig-Holstein-Ticket für Tagestouren bis einschließlich Hamburg. Außerdem bietet das Bahnunternehmen Arriva per Internet oder App Rabattkarten für grenzüberschreitende Bahnreisen.

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