Verkehr

Infrastrukturplan: „Brücke Alsen-Fünen noch nicht so weit“

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Nordschleswig
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Die Vision steht, die Brücke noch nicht Foto: Als-Fyn-Broen

Im neuen Infrastrukturplan der Regierung ist von einer möglichen Brücke zwischen Alsen und Fünen mit keinem Wort die Rede. Auch der Ausbau der Bahnstrecke Tingleff-Pattburg zur Doppelspur scheint in weite Ferne gerückt.

Eine neue Autobahn bei Hadersleben, eine dritte Limfjord-Verbindung und eine Ringstraße westlich von Kopenhagen: Die Regierung hat am Mittwoch zusammen mit der Dänischen Volkspartei ihren neuen Infrastrukturplan 2021-2030 vorgestellt.

Von einer Brücke zwischen Alsen und Fünen, wie sie von Teilen der Wirtschaftswelt in Nordschleswig gefordert wird, ist in dem Papier nicht die Rede. Mogens K. Nielsen ist Vorsitzender des Vereins „Als-Fyn-Broen“. Er zeigt sich realistisch.

„Unser Brückenprojekt ist noch lange nicht so weit, wie es die Projekte in dem neuen Infrastrukturplan sind. Die nun vorgestellten Projekte sind lang und breit untersucht worden und wurden bereits im Vorfeld für machbar und politisch gewollt erklärt. So weit ist unser Brückenplan noch nicht“, sagt Nielsen.

Die angedachte Brückenstrecke Foto: Als-Fyn-Broen

Die nun vorgestellten Pläne beinhalten ausschließlich Projekte, die bereit zur Umsetzung sind. Daher bin ich nicht enttäuscht, dass unsere Brücke nicht dabei ist.

Mogens K. Nielsen

Die Sozialdemokraten haben die Brücke in ihrem Infrastrukturplan immerhin als unterstützenswertes Projekt der Zukunft erwähnt. „Ich denke, die Papiere haben ein unterschiedliches Niveau. Die nun vorgestellten Pläne beinhalten ausschließlich Projekte, die bereit zur Umsetzung sind. Daher bin ich nicht enttäuscht, dass unsere Brücke nicht dabei ist.“


Wann wäre die Brücke dazu bereit? „Das ist noch schwer zu sagen – aber wir hoffen, im Laufe von ein paar Jahren wird es so weit sein.“

Die erste Visualisierung eines Traumes: eine feste Verbindung zwischen Alsen und Fünen Foto: Als-Fyn-Broen

Weiteres Projekt findet keine Beachtung

Ein weiteres Projekt, das in Nordschleswig auf der Wunschliste stand, findet im neuen Plan ebenfalls keine Beachtung: der Ausbau der Bahnstrecke Tingleff-Pattburg zur Doppelspur.

Während auf Westfünen 2024 mit dem Bau eines Doppelgleises für 4,8 Milliarden Kronen begonnen werden soll, um die Reisezeit von Passagieren zu verkürzen, geht Nordschleswigs Bahnstreckennetz in diesem Punkt leer aus. Die 14 Kilometer zwischen Pattburg und Tingleff sind mittlerweile der einzige einspurige Streckenabschnitt zwischen Ostjütland und Hamburg. Die Kosten werden auf rund 500 Millionen Kronen veranschlagt.

Analyse: Doppelspur entlastet E45

Eine COWI-Analyse hatte zuletzt aufgezeigt, dass die positiven Nutzen einer Doppelspur zwischen Tingleff und Pattburg weitaus größer wären, als angenommen. Unternehmen würden von einem besser laufenden Güterverkehr profitieren, so das Urteil, die Autobahnen würden entlastet und der Lkw-Verkehr auf der E45 geringer.

Bei der Branchenorganisation für Verkehr und Logistik ITD in Pattburg hätte man sich zwar gewünscht, dass der Ausbau zur Doppelspur mit in den Plan aufgenommen wird. Generell ist man aber zufrieden mit den Plänen der Regierung.

„Ein Ausbau dieser Bahnstrecke wäre wünschenswert gewesen, auch für unsere Transportbranche. Doch es gab dringlichere Projekte aus unserer Sicht, vor allem auf den Straßen, echte Knotenpunkte wie den Limfjord oder das Dreieck bei Kolding. Dass hier nun gehandelt wird, ist aus unserer Sicht zu begrüßen", sagt der Chef der politischen Abteilung bei ITD, Jørn-Henrik Carstens. „Die Doppelspur Tingleff-Pattburg wünschen wir uns weiterhin. Aber wir freuen uns vor allem, dass die anderen Knotenpunkte nun gelöst werden sollen."

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