Umwelt und Natur

Gefiederte Gäste aus der Subarktis in Nordschleswig

Gefiederte Gäste aus der Subarktis in Nordschleswig

Gefiederte Gäste aus der Subarktis in Nordschleswig

Hoyer/Højer
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Die Singschwäne haben sich bei Bredewatt während der eisigen Nächte Anfang März in einem Feuchtgebiet versammelt. Tagsüber finden sie Futter auf abgeernteten Maisfeldern. Schwärme von Singschwänen übernachten auch in der Tonderner Marsch. Foto: Volker Heesch

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Große Schwärme von Singschwänen nutzen abgeerntete Maifelder als Futterquelle. Die lauten Rufe der in Mooren und an Gewässern brütenden Art unterscheiden diese von schweigsamen heimischen Höckerschwänen.

In diesem Jahr lässt trotz der bereits deutlich längeren Tage der Frühlingseinzug in Nordschleswig auf sich warten. Im Landesteil halten sich auch noch viele Wintergäste wie die Singschwäne (Sangsvane) auf. In Dänemark überwintern nach Angaben der staatlichen Naturbehörde „Miljøstyrelsen“ bis zu 23.000 der in Mooren und an Gewässern in Island, Norwegen, Schweden, Finnland und Russland brütenden Schwäne, die sich durch laute Rufe, die auch nachts zu hören sind, von den hierzulande brütenden Höckerschwänen unterscheiden. Anders als die meist schweigsamen Höckerschwäne ist der Schnabel der Singschwäne zur Hälfte gelb gefärbt.

Unter den bei Bredewatt rastenden Singschwänen sind auch junge Tiere, ihr Gefieder ist noch dunkel. Foto: Volker Heesch

Brutgebiet südwärts ausgedehnt

Wie Gänsearten wie die Nonnengänse haben auch die Singschwäne ihre Brutgebiete von der Subarktis in südlichere Regionen ausgedehnt. In Schweden brüten Singschwäne in Schonen und bei Kopenhagen auf der Insel Amager. Vogelkundler sehen als Ursache den seit Jahren bestehenden Schutz der Vögel auch in südlicheren Gefilden. Möglicherweise haben Nachstellungen der Menschen viele Arten in nördliche Brutreviere ausweichen lassen. In Nordschleswig sind die Singschwäne auch weit im Inland zu sehen, wo sie sich auf abgeernteten Maisfeldern Futter suchen und gerne in Feuchtgebieten und überschwemmten Gebieten übernachten. Bei längeren Frostperioden fliegen sie auch in südlichere Gebiete.

Auch Singschwäne in Nordschleswig

Als dritte heimische Schwanenart ist in Nordschleswig, allerdings viel seltener als der Singschwan, der Zwergschwan (Pibesvane) zu sehen. Er bevorzugt das westliche Nordschleswig und ist kleiner als ein Singschwan. Außerdem lässt er weniger Schwanengesang erklingen und hat einen kleineren gelb gefärbten Bereich auf dem Schnabel als der Singschwan. Auch die Zwergschwäne haben vermehrt Felder zur Nahrungsaufnahme entdeckt, während sie früher vor allem Wasserpflanzen gefuttert haben. Die Zwergschwäne haben ihr Brutgebiet in der Tundra im nördlichen Russland.

Schneeammern am Seedeich

Bei Touren am Seedeich von Hoyer zwischen der Wiedauschleuse und Emmerleff Kliff waren während der vergangenen Wochen weitere Gäste aus arktischen Regionen zu sehen, ganze Trupps von Schneeammern. Es sind die Vögel mit nördlichsten Brutrevieren, berichtet der Biologe Rainer Borcherding von der Naturschutzorganisation „Schutzstation Wattenmeer“, die an der Westküste Schleswig-Holsteins und auf den Inseln und Halligen Naturschutzgebiete betreut und Besucherinnen und Besucher informiert.

Die Männchen der Schneeammern haben ein stark weiß gefärbtes Gefieder. Foto: Volker Heesch

In diesem Monat fliegen die Vögel von der Größe eines Sperlings in ihre nordischen Brutgebiete. Die Männchen der Schneeammern, die hierzulande im Winter Pflanzensamen gerne auch in Spülsäumen aufpicken, sind an ihrem schwarz-weißen Federkleid erkennbar. Die Weibchen sind mehr bräunlich, haben aber eine weiße Flügelunterseite. Im Auffliegen fallen die kleinen Schwärme durch die weißen Farben auf. In ihren Brutgebieten ertragen sie auch Schneefälle bei Kälteeinbrüchen.

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