Sammlerobjekte

Große Kauflust bei der Ausstellung zur „Genforening“

Große Kauflust bei der Ausstellung zur „Genforening“

Große Kauflust bei der Ausstellung zur „Genforening“

Uk/Uge
Zuletzt aktualisiert um:
Kent Lauritsen mit Bryno Rasmussen (r.) und Elisabeth Herzum (l.) bei der Ausstellungseröffnung. Es war quasi die Ruhe vor dem Sturm, denn im Anschluss gab es einen großen Run auf die Objekte aus der Zeit der „Genforening“. Die Stücke stammen aus der Sammlung von Bryno Rasmussen und werden in Verbindung mit der Ausstellung zum Verkauf angeboten. Foto: Friedrich Hartung

Die Objekte aus der Zeit der dänischen Wiederangliederung Nordschleswigs vor 100 Jahren („Genforening“) fanden in der Kunstgalerie Nexus reißenden Absatz. Rund 80 Prozent der Ausstellungsstücke eines Sammlers aus Vejle wurden noch am Eröffnungstag gekauft. Alle Exponate sind aber noch bis zum Ausstellungsende im März zu bestaunen.

Wenn Kent Lauritsen als Galerist zu einer Vernissage bei sich im Kunstcenter Nexus in Uk einlädt, geht es in der Regel ruhig und kommunikativ zu. Bei einem Gläschen Wein kommt man mit Gästen und Künstlern ins Gespräch und kann die Sinne an den Exponaten schweifen lassen.

Bei der Eröffnung der Ausstellung „Genforeningens Skattekammer – en unik samling kunst, kitsch og kuriosa“ am vergangenen Wochenende in Anlehnung an den 100. Geburtstag der dänischen Wiederangliederung Nordschleswigs war das anders. Die Ausstellung mit ganz unterschiedlichen Objekten aus der Zeit der Grenzziehung war zugleich eine Verkaufsausstellung. Ver- bzw. gekauft wurde dabei jede Menge.

Großer Andrang herrschte an den Ausstellungsvitrinen. Foto: Friedrich Hartung

„Ich schätzte, 80 Prozent aller Ausstellungsstücke sind verkauft worden. Das Interesse an der Ausstellung und an den Objekten war wirklich groß“, so der Rückblick von Kent Lauritsen auf die turbulente Vernissage der etwas anderen Art.

Weg wie warme Semmeln

Die vielen kleinen und großen Sammlerstücke, die Rentner Bryno Rasmussen aus Vejle aus Altersgründen zum Verkauf anbieten ließ, gingen weg wie warme Semmeln.

Zeit für Smalltalk blieb Kent Lauritsen daher nicht. Er war damit beschäftigt, die Kaufwünsche zu notieren und die entsprechenden Exponate als verkauft zu markieren.

Bei mehreren Hundert Objekten musste er dabei auf Unterstützung bauen. Familienmitglieder und auch Kuratorin Elisabeth Herzum, die die Ausstellung mit vorbereitet und eröffnet hatte, schlüpften in die Rolle des Verkaufspersonals.

Die Kunden standen Schlange, nachdem sie einen Rundgang durch die Ausstellungsräume gemacht und sich ein oder mehrere Teile ausgesucht hatten.

Da glühte der Kugelschreiber: Kent Lauritsen beim Registrieren der verkauften Objekte. Foto: Friedrich Hartung

Auch der Bürgermeister war ein Kunde

Sogar Apenrades Bürgermeister Thomas Andresen und seine Frau ließen es sich nicht nehmen, von ihrem Wohnsitz in Tingleff nach Uk zu kommen und sich ein Teil aus der Zeit der „Genforening“ zu sichern.

Ob er und Bryno Rasmussen sich im Nachhinein über zu niedrige Preise geärgert haben, so die Frage an den Galeristen.

„Auf der einen Seite schon, auf der anderen aber auch wieder nicht. Für Bryno Rasmussen wäre es toll gewesen, wenn er für seine Sammlung etwas mehr zusammenbekommen hätte. Auf der anderen Seite ist es schön, dass die vielen Sachen mit historischem Bezug Interesse gefunden haben und in gute Hände gekommen sind“, so Lauritsen, der Rasmussen vor Jahren über seine Auktionsaktivitäten kennenlernte.

Auch Apenrade Bürgermeister Thomas Andresen und seine Frau gehörten zu den Ausstellungskunden. Foto: Friedrich Hartung

„Einige Käufer waren verwundert, dass sie ihre Objekte nicht gleich mitnehmen konnten. Das ist aber Vorgabe gewesen, denn sonst würde es ja kaum noch etwas zu sehen geben“, so der Kunstkenner mit dem Hinweis darauf, dass die Ausstellung noch bis zum 22. März im Nexus läuft und dass alle Objekte bis dahin auch noch zu begutachten sind.

Noch Zeit zum Betrachten

„Am 3. März gibt es eine Führung mit Elisabeth Herzum. Bei der Führung wird sie sich mit dem Thema Nationalismus befassen“, erwähnt Kent Lauritsen. Der Rundgang mit der Kunsthistorikerin beginnt um 19.30 Uhr und ist kostenlos. Eine vorherige Anmeldung ist erwünscht. Details zum Abend und zur Anmeldung wird auf der Homepage der Galerie Nexus aufzurufen sein.

Auf der anderen Seite ist es schön, dass die vielen Sachen mit historischem Bezug Interesse gefunden haben und in gute Hände gekommen sind.

Kent Lauritsen, Galerist

Ob am 3. März bereits alles verkauft ist, wird sich zeigen müssen. Zumindest zu sehen sind die verschiedenen Stücke aber. Die Ausstellung ist mittwochs, sonnabends und sonntags von 13 bis 16 Uhr geöffnet.

Parallel zur „Genforenings“-Ausstellung werden Werke gezeigt, die nordschleswigsche Künstler zwischen 1900 und 1930 geschaffen haben.

Mehr lesen