Landwirtschaft

„Schon seit dem Wochenende laufen bei uns Maßnahmen gegen Vogelgrippe“

Maßnahmen gegen die Vogelgrippe laufen schon

Maßnahmen gegen die Vogelgrippe laufen schon

Stemmilt/Stemmild
Zuletzt aktualisiert um:
Im Bereich der Tonderner Marsch (Tøndermarsken) halten sich derzeit Tausende Nonnengänse auf. Innerhalb der aus Nordeuropa und Sibirien eingeflogenen Schwärme sind Vögel, die mit der Vogelgrippe infiziert sind, das zeigte sich an Totfunden aus dem Margrethenkoog bei Hoyer (Højer). Foto: Volker Heesch

Nach dem Nachweis der gefährlichen Infektion mit dem Virus H5N8 in toten Nonnengänsen aus dem Margrethenkoog bei Hoyer steht fest: Die gefährliche Vogelgrippe hat auch Nordschleswig erreicht. Die staatliche dänische Nahrungsmittelbehörde hatte bereits am Freitag eine Stallpflicht nach Infektionen im benachbarten Nordfriesland angeordnet.

Es war nur eine Frage der Zeit. Jetzt sind auch in Nordschleswig in bei Hoyer (Højer) verendeten Nonnengänsen und Möwen Viren des Typs H5N8 von den dänischen Veterinärbehörden nachgewiesen worden. „Schon seit dem vergangenen Wochenende laufen bei uns die Maßnahmen gegen die Vogelgrippe“, berichtet Karin Petersen, die zusammen mit ihrem Mann Christian in Stemmilt (Stemmild) auf dem Hof Birkelund mit einem Legehennenbestand von über 10.000 Tieren Eier nach Prinzipien der biodynamischen Landwirtschaft erzeugt.

Hühner ohne Auslauf im Freien

„Wir mussten schon in früheren Jahren alle Hühner, die sich sonst in Freilaufbereichen aufhalten, in den Ställen halten“, berichtet sie und fügt hinzu: „Die Hühner sind es ja gewohnt, rauszukommen. Wir müssen sie nun mit Futtergaben langsam umgewöhnen. Das ist alles mit viel Mehrarbeit verbunden“, erläutert Karin Petersen und räumt ein, dass es ihr leidtue, die Hühner vorläufig einsperren zu müssen.

Vogelgrippe hochgefährlich

„Die Vogelgrippe ist eine große Gefahr für alle Arten von Geflügel“, so die erfahrene Hühnerhalterin, die nicht erwartet, dass die Gefahr durch die Vogelgrippe rasch vorüberzieht. „In diesem Herbst sind sehr viele Vogelschwärme bei relativ hohen Temperaturen in unseren Breiten geblieben“, so Petersen, die nicht ausschließt, dass diese Tatsache die Vogelgrippeinfektionen gefördert hat. Nach Angaben der staatlichen Nahrungsmittelbehörde ist der Virustyp H5N8 nicht auf Menschen übertragbar. Die Behörde hat auch die Halter von kleineren Geflügelbeständen und Hobbyzüchter aufgefordert, Hühner, Enten und Gänse vor Kontakt mit Wildvögeln zu schützen, die mit der Vogelgrippe infiziert sein können.

Auch Hobbyhalter zur Vorsicht aufgerufen

Stallpflicht besteht nur für Freilandgehege von über 40 Quadratmeter Größe. In Deutschland waren in den Jahren 2016 und 2017 große Tierbestände getötet worden, die mit Vogelgrippe infiziert waren. Auf der Hallig Oland in Nordfriesland hatten sich vor einigen Tagen Hühner mit der Vogelgrippe infiziert. Neben Enten- und Hühnervögeln sind auch Greifvögel vom Tode bedroht, wenn sie mit infizierten Vögeln in Kontakt kommen. So wurden bereits tote Seeadler und Wanderfalken gemeldet, die möglicherweise Grippe-infizierte Vögel erbeutet haben oder an der Grippe verendete Vögel gefressen haben.

Mehr lesen