Landwirtschaft

Zusätzliche Staatsmittel für Klimaschutz in Feuchtgebieten

Zusätzliche Staatsmittel für Klimaschutz in Feuchtgebieten

Zusätzliche Staatsmittel für Klimaschutz in Feuchtgebieten

Kopenhagen/Hoyer/Højer
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Das Kuxbüller Moor profitiert von der Wiedervernässung von Grünland in der Nachbarschaft des einstigen Hochmoores, das über Jahrzehnte immer trockener geworden war. Das in Mooren, aber auch in feuchtem Grünland lagernde organische Material reagiert mit dem Luftsauerstoff beim Absenken des Wasserspiegels. Ergebnis ist die Bildung von Kohlendioxid wie bei der Verbrennung von Kohle oder Öl. Foto: Volker Heesch

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Das dänische Umweltministerium bereitet die Zuteilung von Geldern für neue Projekte zur Wiedervernässung vor: Mit Maßnahmen gegen Zersetzung von Torf und Humus wird der Austritt von Treibhausgasen auch in Nordschleswig gestoppt.

Das dänische Umweltministerium bewilligt in diesen Tagen staatliche Mittel in Höhe von rund 200 Millionen Kronen zur Finanzierung von neuen Klimaschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft. Es gibt Entschädigungen für Grundeigentümer, auch sind oft Flurbereinigungen erforderlich.

33 Anträge eingereicht

Bis zum Frühjahr waren landesweit 33 Anträge im Rahmen einer Bewerbungsrunde für Klimaschutz durch Wiedervernässung von Niederungen und ehemaligen Feuchtgebieten eingegangen. 2.339 Hektar sind dabei berücksichtigt, berichtet die staatliche Umweltbehörde Miljøstyrelsen, die bereits seit Jahren solche Vorhaben auch in Nordschleswig fördert.

Diese Karte der staatlichen dänischen Umweltbehörde zeigt, wo in Nordschleswig kohlenstoffreiche Böden vorhanden sind. Meist sind es Böden mit hohem Torfanteil. Viele dieser Flächen sind in den vergangenen Jahrzehnten entwässert worden, um der Landwirtschaft größere Nutzflächen zu sichern. Foto: Miljøstyrelsen

Es hat sich gezeigt, dass die im jüngsten Programm vorgesehenen 94 Millionen Kronen bei Weitem nicht ausreichen, um dem Interesse an Maßnahmen zum Unterbinden des Ausstoßes von Treibhausgasen gerecht zu werden. Deshalb ist der Etat, in den auch Mittel der EU einfließen, in diesem Jahr auf 200 Millionen Kronen aufgestockt worden. Wenn Böden mit Torf und hohem Humusgehalt wieder vernässt sind, hört die Zersetzung der Kohlenstoffverbindungen in den oft moorigen Böden auf, die jahrzehntelang gezielt trockengelegt wurden. Bei der Torfzersetzung wird teilweise auch Lachgas frei, das noch wesentlich klimaschädlicher ist als Kohlendioxid.

An Pegeln im Bereich des Kuxbüller Moores ist erkennbar, wie weit in trockenen Jahren dort der Wasserspiegel absinkt. Das führt nicht nur zur Torfzersetzung, auch fördert das die Ausbreitung von Bäumen und Sträuchern sowie das Verschwinden von typischen Moorpflanzen. Foto: Volker Heesch

In Nordschleswig sind nördlich von Hoyer (Højer) bereits im Bereich des Kuxbüller Moores (Kogsbøl Mose) viele Hektar Fläche wiedervernässt worden. Bei weiteren Flächen wie im benachbarten Seiersbeker Koog werden weitere Klimaschutzmaßnahmen durch Wiedervernässung vorbereitet. Wenn die zuletzt in den Projektanträgen eingebrachten 2.339 Hektar wieder zu Feuchtgebieten werden, soll der Austritt von 35.000 Tonnen Kohlendioxid verhindert werden.

In den wiedererstandenen Feuchtgebieten finden Singvögel wie das Blaukehlchen Lebensraum. Rund um Hoyer kann man den Gesang der Vögel in den Abendstunden hören. Foto: Volker Heesch

Vorteil der Wiedervernässung ist vielfach, dass auch seltene Pflanzen und Tiere von den wiederhergestellten Feuchtgebieten profitieren. Bei Hoyer geht es um Feuchtwiesen, die Wiesenvögeln Brut- und Rastplätze bieten. Auch seltene Singvogelarten wie Braun- und Blaukehlchen zählen zu den Profiteuren solcher Maßnahmen. Im Frühjahr gibt es eine neue Bewerbungsrunde.

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