Integrationskonzept

25.000 Kr. für vorbildliches Projekt

25.000 Kr. für vorbildliches Projekt

25.000 Kr. für vorbildliches Projekt

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Tondern/Tønder
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Der Leiter des Projektes „Mens vi venter“, Ahmad Joumaa, dankte den vielen Menschen in Tondern, die die beteiligten Asylbewerber mit offenen Armen und offenen Türen unterstützten. Foto: V. Heesch

Das mit dem „Bibliotekernes Formidlingspris“ ausgezeichnete Integrationskonzept „Mens vi venter“ endet im Sommer. Nun macht sich die Hoffnung auf eine Verlängerung breit.

„Wir können keine Bibliothek abschaffen, trotz der digitalen Entwicklung“, erklärte Kulturministerin Mette Bock (Liberale Allianz)) während der Überreichung des „Bibliothekernes Formidlingspris“ in den Räumen der kommunalen Bibliothek am Donnerstagabend. „Die Rolle der Bibliotheken als Treffpunkt der Menschen bleibt“, so die Ministerin und verwies auf das vom Bibliothekenverband ausgezeichnete Integrationsprojekt „Mens vi venter“ der Tonderner Bibliothek als einen klaren Beleg.

„Ausgangspunkt war ja, dass die Asylbewerber wissen wollten, was in Dänemark passiert. Das Projekt hat aber gezeigt, dass auch die beteiligten Jugendlichen vom Tønder Gymnasium und viele weitere Beteiligte großen Nutzen daraus gezogen haben. Wir können hier im Grenzland die Bibliotheken als moderne Versammlungshäuser präsentieren“, so die Ministerin, die zuvor betont hatte, dass Tondern eine ihrer Lieblingsstädte sei und sie deshalb besonders froh sei, dass das Preisgeld in Höhe von 25.000 Kronen an die örtliche Bibliothek gehe.

Bürgermeister Henrik Frandsen (Venstre) knüpfte an die Rede der Ministerin an und betonte, dass er sich sehr freue, dass Tondern mit dem Projekt „Mens vi venter“ landesweit positive Schlagzeilen mache. Er sprach auch die Situation der Asylbewerber an, die in das Projekt einbezogen sind. „Für viele ist es eine deprimierende Wartezeit, denn längst nicht alle bekommen ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht“, so Frandsen, deshalb sei es umso positiver einzustufen, dass den Projektteilnehmern, die nicht ohne Grund ihre Länder verlassen haben, sinnvolle Beschäftigung geboten wird.

„Die beste Möglichkeit zur Integration der Menschen“

Projektleiter Ahmad Joumaa bedankte sich in seiner Ansprache, dass mit „Mens vi venter“ „die beste Möglichkeit zur Integration der Menschen“ erreicht worden ist. Der 36-Jährige, der mit sechs Jahren aus Palästina nach Dänemark gekommen ist, versorgt als Kulturvermittler u. a. mit dem Kulturbus der Bibliothek die Bewohner der Asylcenter in Lügumkloster und Hvidding sowie des „Børnecenters“ in Tondern mit Büchern aus der „Weltbibliothek“, die Texte in arabischer Sprache, Persisch, Kurdisch und auch Russisch enthalten.

Während des Projektes wurden und werden Aktivitäten wie Besuch beim Stadtrat, Zusammenarbeit mit einem Strickcafé in Lügumkloster bis hin zum Kennenlernen der örtlichen Sehenswürdigkeiten durchgeführt. Joumaa hofft, dass das Projekt über Ende Juni 2019 hinaus verlängert wird.

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