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Geschichtspark ist Geschichte

Geschichtspark ist Geschichte

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Tondern/Hjemstedt  
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Der Ferienpark bei Hjemsted wechselt den Besitzer zum Jahresende. Foto: Hjemstedt Danernes Verden

Die Kommune Tondern erkauft Hjemsted Oldtidspark an einen privaten Investorenkreis. Der Park weicht unter anderem Stellplätzen für Wohnmobile.

Der frühgeschichtliche Ferienpark HjemstedDanernes Verden (früher Hjemsted Oldtidspark) ist Geschichte. Der Stadtrat hat bei seiner nicht öffentlichen Sitzung mehrheitlich dem Verkauf des etwa 20 Jahre alten Parks an einen Kreis von Geschäftsleuten aus dem Scherrebeker Raum zugestimmt. Die laufende Saison wird die letzte sein. Der Park weicht unter anderem Stellplätzen für Wohnmobile. Zu einem Preis von 1,05 Millionen Kronen wechselt das zwölf Hektar große Gelände den Eigentümer.

Die Kommune hatte den defizitär fahrenden Vergnügungspark mit Schwerpunkt Eisenzeit veräußern wollen, da Jahr für Jahr viel Geld aus der kommunalen Kasse bewilligt werden musste. Eine Weiterentwicklung des Konzepts und eine Instandhaltung der Hütten und Gebäude wurde dementsprechend versäumt. Zwei Angebote – der Investorenkreis und eine Gruppe von Privatpersonen, die sich kurz vor Toresschluss für den Erhalt des Parks in seiner jetzigen Form starkmachte – gingen ein.

Die Käufer wollen laut „Jydske Vestkysten“ 12 Millionen Kronen in sein Wohnmobil-Projekt stecken. Davon wollen sie 5 Millionen Kronen aus eigener Tasche finanzieren. 254 Stellplätze für Wohnmobile und andere Übernachtungsmöglichkeiten sollen geschaffen werden.

Das Gelände soll auch mit Seen attraktiver werden. Schon früher haben sich Privatinvestoren in Scherrebek erfolgreich für ein gemeinsames Projekt zusammengetan. Beispielsweise als die Ferienhütten gebaut wurden, die vom Sport- und Freizeitzentrum mit guten Gewinnen vermietet werden. Die Stätte war im Übrigen auf Wunsch der Kommune seit mehreren Jahren Betreiber des Parks, wollte diese Aufgabe aber bis zum Saisonschluss beenden.

Billiger Preis, aber gutes Projekt

Die Schleswigsche Partei im Tonderner Stadtrat und das frühere konservative Stadtratsmitglied Henning Schmidt haben sich vor den Haushaltsberatungen 2018 als Erste zu Wort gemeldet und schlugen vor, den Freizeitpark bei Hjemstedt zu verkaufen.

Nun ist es passiert. SP-Fraktionssprecher Jørgen Popp Petersen räumt ein, dass der Park für einen Apfel und ein Ei veräußert wurde. „Ja, sie haben den Park billig erstanden, aber auch ein gutes Projekt vorgelegt“, meint der Stadtratsabgeordnete. Die SP wollte dem Vertrag nur unter der Voraussetzung zustimmen, dass ein Rückkauf möglich ist und die Kommune in diesem Fall als erster Käufer infrage kommt. Die Stadtratsmehrheit konnte diesen Bedingungen folgen.

„Auf diese Weise haben wir zumindest noch ein wenig Kontrolle, obwohl ich Spekulationen örtlicher Unternehmer ausschließe. Wir hätten vielleicht einen besseren Preis erzielen können. Heute gibt es aber kaum Investoren, die einen Superpreis bezahlen und gleichzeitig viel Geld investieren wollen. Letzteres will der Investorenkreis“, unterstreicht er.

Die bestehenden Eisenzeit-Hütten und Gebäude sollen instand gesetzt werden. Der Park sei in den vergangenen Jahren vernachlässigt worden, räumt Popp Petersen ein. Die Kommune musste viel Geld in den Betrieb investieren und tilgte 2016 vorzeitig die Kredite an Arbejdsmarkedets Feriefond mit einer Auszahlung von 27 Millionen Kronen.

Es müsse ein neuer Flächennutzungsplan erarbeitet werden, und daher müsse abgewartet werden, ob es Einsprüche – zum Beispiel gegen einen geplanten 25 Meter hohen Aussichtsturm auf dem Parkgelände in unmittelbarer Nähe zur neuen Schule Scherrebeks – gibt.

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