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Knivsbergfest-Absage: „Ich bin wirklich sehr traurig“

Knivsbergfest-Absage: „Ich bin wirklich sehr traurig“

Knivsbergfest-Absage: „Ich bin wirklich sehr traurig“

Nordschleswig/Sønderjylland
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Die vielen Mitveranstalter des Knivsbergfestes bedauern die Absage – tragen sie aber mit. Foto: Karin Riggelsen

Die Mitveranstalter des Knivsbergfests bedauern die Absage. Aber es ist die richtige Entscheidung und das richtige Zeichen, sagt Anke Tästensen vom Deutschen Schul- und Sprachverein.

Das Knivsbergfest 2020 ist abgesagt – aber es ging nicht anders, so die Mitveranstalter. Das Sommerfest der deutschen Minderheit in Nordschleswig hätte am 20. Juni stattfinden sollen. Nun wird das nächste Knivsbergfest erst 2021 veranstaltet.

„Es ist außerordentlich bitter, dass gerade in unserem Jubiläumsjahr das Knivsbergfest, das uns alle sammeln sollte, ausfallen muss“, sagte Anke Tästensen, Schulrätin des Deutschen Schul- und Sprachvereins für Nordschleswig.

Schüler der 15 deutschen Schulen in Nordschleswig und der 20 Kindergärten hätten am Fest teilnehmen sollen.

„Viele Vorbereitungen sind schon getroffen worden und die Planung läuft, beziehungsweise lief, auf Hochtouren. Unsere Schüler und Schülerinnen werden sehr enttäuscht sein, und wir müssen sie auf den 19. Juni 2021 vertrösten. Dennoch ist es genau das richtige Zeichen und die richtige Entscheidung, da keiner von uns weiß, wie es in den nächsten Wochen weitergeht. Das Knivsbergfest ist nicht aufgehoben, sondern 'nur' um ein Jahr verschoben“, sagt die Schulrätin.

Der Knivsberg ist schick

Ein frisch renoviertes und modernisiertes Langbehnhaus und eine neue Mulde: Der Knivsberg hatte sich für das Knivsbergfest 2020 schick gemacht.

„Ich bin wirklich sehr traurig, dass das Knivsbergfest abgesagt wurde, ist es doch meine liebste Veranstaltung jedes Jahr“, sagt der Leiter der Bildungsstätte Knivsberg, René Schneider.

„Mir ist durchaus bewusst, dass das Wohl und die Gesundheit der Menschen Vorrang haben. Ich liebe es jedoch, jedes Jahr als „Gastgeber“ die „Stube zu schmücken“, sodass alle und jeder froh, zufrieden und festlich gestimmt ist.“

Zweite große Absage

„Olympische Spiele, Fußball-EM, Knivsbergfest – so viele wichtige Events werden abgesagt. Wir sollten nicht traurig sein, sondern uns umso mehr auf 2021 freuen“, sagt Uffe Iwersen, den der Humor nicht ganz verlassen hat.

Für den Kulturkonsulenten des Bundes Deutscher Nordschleswiger – auf dem Knivsbergfest für die Kulturbühne verantwortlich – ist es bereits die zweite große Absage des Jahres, nachdem vor einigen Wochen bereits der Songcontest der Minderheiten, LIET, am 3. und 4. April in Apenrade/Aaabenraa abgesagt werden musste.

Absage kommt nicht überraschend

Für Claudia Knauer, Büchereidirektorin der deutschen Büchereien in Nordschleswig, kommt die Absage nicht überraschend. Sie sei zutiefst traurig, doch die Entscheidung zeuge „vom Verantwortungsbewusstsein der Entscheidungsträger“.

„Wir wollten einen fröhlichen, bunten Berg bieten. Vielleicht schaffen wir ein ja virtuelles Programm und sammeln auf einer Streamingplattform die Ideen, die dann an dem Sonnabend im Haus, Hof und Garten von unseren Minderheitenmitgliedern und Freunden kreativ umgesetzt werden. So wären wir uns mit Abstand nahe“, denkt Claudia Knauer nach vorn.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

„Insgeheim hatte ich gehofft, dass das Knivsbergfest doch stattfinden kann. Vielleicht als eines der ersten Feste, das wieder gefeiert werden kann, so eine Art Wiedersehensfest für alle in der Minderhei“", sagt Cornelia Simon, Gravenstein, Pastorin der Nordschleswigschen Gemeinde.

„Aber es ist natürlich für so ein großes Fest viel zu unsicher. Niemand kann vernünftig planen in diesen Tagen. Das ist das, was vielen und auch mir zu schaffen macht – im kirchlichen Bereich und auch im Privaten. Das ist vielleicht eine der größten Herausforderungen, mit den wir umgehen müssen: zu planen und dann alles wieder infrage zu stellen“, sagt sie.

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