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Enge auf der Hamburger Alster: Suche nach Lösungen schwierig

Enge auf der Hamburger Alster: Suche nach Lösungen schwierig

Enge auf der Hamburger Alster: Suche nach Lösungen schwierig

dpa
Hamburg (dpa/lno) -
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Eine Stand-Up-Paddlerin und ein Kajak-Fahrer gleiten auf einem Alsterkanal dicht aneinander vorbei. Foto: Jonas Walzberg/dpa/Archivbild

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An heißen Sommertagen wird es eng auf der Alster - vor allem in den Kanälen. Gefahren für Freizeitkapitäne und Natur sind die Folge. Ein Runder Tisch soll helfen, mit den unterschiedlichen Gruppen Lösungen zu vereinbaren. Aber es geht nur langsam voran.

Segler, Stehpaddler, Ruderer, Boote - auf der Hamburger Alster ist es als Folge der Corona-Pandemie noch voller geworden. An schönen Sommertagen herrscht Hochbetrieb, denn viele haben neue Hobbys auf dem Wasser entdeckt. «Der Nutzungsdruck auf die Alster hat zugenommen», sagte der Sprecher der Umweltbehörde, Björn Marzahn, der Deutschen Presse-Agentur. Das führt oft zu Unmut zwischen den verschiedenen Gruppen, die auf der Alster und ihren Kanälen unterwegs sind. Fragen zu Sicherheit und Naturschutz sorgen für hitzige Diskussionen. An Lösungen wird gearbeitet - doch es gibt Schwierigkeiten.

Im Mai trafen sich unter anderem Vertreter von Behörden, Wasserschutzpolizei, Umweltverbänden, Ruder- und Segelvereinen, Alsterschifffahrt und Anbietern des Trendsports Stand-Up-Paddling (SUP) zu einem Runden Tisch. «Man spürte sehr schnell, dass es so viele Eigeninteressen gibt, dass man die kaum in der Kürze der Zeit für diesen Sommer unter einen Hut bekommt», berichtete Marzahn. Man habe keine Einigung gefunden, aber Vorschläge entgegengenommen, die die Behörde nun prüfen will. Im Frühherbst wolle man sich erneut treffen.

Die Behörde versuche unter anderem mit einer Kampagne und Broschüren das Bewusstsein für das richtige Verhalten an der Alster zu schärfen. Die Verleiher seien aufgefordert worden, ihre Kunden noch besser einzuweisen, wie man sich auf dem Wasser zu verhalten habe.

Marzahn berichtet: «Gerade die Traditionssportvereine, also die Ruderer und die Segler, haben mit großer Weitsicht reagiert und sind aus eigener Entscheidung heraus, nun deutlich früher unterwegs.» Auf diese Weise würden sie versuchen, nicht zur gleichen Zeit wie viele Schlauchboote und SUP-Boards unterwegs zu sein. Laut Umweltbehörde gab es in den Monaten April bis Juni nur wenige gemeldete Unfälle und diese seien ohne ernsthafte Verletzungen geblieben.

«Das Kernproblem ist, dass ganz viele neue Leute auf die Alster gekommen sind, die das Regelwerk nicht kennen», sagte Wolfram Hammer, für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beim Projekt «Lebendige Alster» tätig. Die Menschen müssten besser informiert werden. Grundsätzlich besteht auf den Gewässern laut Behörde ein Rechtsfahrgebot. Ausnahmen gebe es für die Sportboote auf der Binnen- und Außenalster. Sie dürften dort auch die linke Fahrwasserseite nutzen, sofern es die Verkehrslage erlaube. Fahrgastschiffe hätten Vorrang. Wichtig sei ausreichend Abstand zu Flachwasserzonen und Nistplätzen.

«Vor allem in den Kanälen wird es zeitweise extrem eng und wenn niemand mehr richtig ausweichen kann und das geht dann auf Kosten der Ufer-Vegetation», berichtete Biologe Hammer weiter. Die Behörden empfehlen zwar, in der Alster nicht zu baden, weil es gefährlich ist - aber verboten ist es nicht. «Das Schwimmen hat deutlich zugenommen.»

Auch die Zahl der SUP-Boards auf der Alster ist stark gestiegen. «Ja, es wird voller und ja, es ist zwischenzeitlich laut», sagte Anisha Degens vom mobilen Verleih Sup Port. Aber das Thema werde oft viel zu einseitig beleuchtet, mobilen Verleihern das Leben schwer gemacht. Wichtig sei einfach Aufklärung. «Ich sage jedem einzelnen meiner Kunden, wie er sich zu verhalten hat und gebe eine Einweisung», betonte sie. «Meine Kunden gehen natürlich über einen Steg und nicht über irgendwelche Uferböschungen.»

Auch wenn die Beratungen zu den Problemen noch laufen, fest steht für Behördensprecher Marzahn schon: «Wir werden nicht verbieten, die Alster zu nutzen.» Aber man werde ein wenig steuern müssen und dabei Themen wie Wasserqualität, Uferstreifen und Wildtiere im Blick behalten. Er betonte, dass das Naturschutz-Fachamt zwar Umweltschäden melde - etwa an Stellen, an denen Freizeitsportler ihre Boote ins Wasser lassen. «Aber es jetzt nicht so alarmierend, dass man sagen muss, die Alster geht zunichte.»

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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