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Das große Geld winkt

Das große Geld winkt

Das große Geld winkt

Hadersleben/Haderslev
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Die SønderjyskE-Fußballer kehren auf die europäische Bühne zurück. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Mit zwei Siegen an den kommenden zwei Donnerstagen könnte die wirtschaftliche Lage in der Fußball-Abteilung von SønderjyskE mit einem Schlag viel rosiger aussehen. Im Handball und Eishockey besteht die Hoffnung, eine runde Null zu erreichen.

Wunden lecken mussten die SønderjyskE-Fußballer nach dem herben Dämpfer in der Superliga bei der 1:4-Pleite gegen Vejle Boldklub, bevor sie ihr Fokus auf das zweite Europapokal-Abenteuer der Vereinsgeschichte richten dürfen.

Viktoria Plzen heißt am Donnerstag die vorletzte und zugleich vorletzte Hürde auf dem Weg zum Traumziel, die Gruppenphase der Europa League. Denn hier winkt das große Geld.

„Die Teilnahme ist für unser Selbstverständnis und für unseren Stolz von großer Bedeutung. Wir dürfen unseren Landesteil und unser Land auf der europäischen Bühne vertreten, und das kann im Erfolgsfalle für unseren Klub wirtschaftlich von extrem großer Bedeutung sein“, sagt SønderjyskE-Direktor Klaus Rasmussen zum „Nordschleswiger“: „Als Pokalsieger steigen wir erst in Runde drei in den Wettbewerb ein. Losglück hatten wir mit einem Auswärtsspiel gegen einen schweren Gegner nicht, aber können wir die Aufgabe meistern, sind wir dem Gelobten Land sehr nahe. Das große Geld wartet in der Gruppenphase, aber allein die Teilnahme bringt uns schon einige Einnahmen, die für einen Klub wie SønderjyskE nicht unwesentlich sind.“

Mehr als ein Ausflug

Es sind allerdings auch Ausgaben mit dem Europapokal-Abenteuer verbunden.

„Wir dürfen nicht einfach in einen Linienflug steigen und nach Plzen fliegen. Das lässt die UEFA nicht zu. Wir müssen eine Maschine chartern, aber zum Glück hat die UEFA dafür eine gewisse Summe bereit gestellt. Wir haben gleichzeitig angekündigt, dass es durchaus sein könnte, dass wir die Maschine auch am 1. Oktober in Anspruch nehmen wollen“, so Sportchef Hans Jørgen Haysen.

Julius Eskesen und SønderjyskE müssen auswärts eine bessere Figur abgeben als zuletzt in Vejle. Foto: Bo Amstrup/Ritzau Scanpix

Am 1. Oktober steht die Playoff-Runde zur Europa League an, wo der Gegner Hapoel Beer-Sheva aus Israel oder Motherwell aus Schottland der Gegner sein könnte. Mit seiner Aussage deutet Haysen auch an, dass es kein Ausflug ist, sondern eine Dienstreise mit einem Ziel vor Augen, wenn die Hellblauen sich am Mittwoch um 10.30 Uhr mit „Air Alsie“ von Sonderburg nach Plzen fliegen.

„Wir sind stolz, dass wir Dänemark vertreten dürfen, und werden alles in die Waagschale werfen, um weiterzukommen. Die Saison ist noch jung, die Spieler sind nicht müde und ausgelaugt. Die Situation wäre eine andere, wenn es über zwei Monate und acht Spiele gehen würde, aber wir sind nur zwei Spiele von der Gruppenphase entfernt, und hier winkt viel Geld, mit dem wir sehr viel bewegen könnten“, meint Haysen.

Sein Vorgesetzter hält sich noch bedeckt, wie es nach einem halben Jahr im Zeichen von Corona um die Finanzen von SønderjyskE aussieht.

„Es ist schwer, genaue Zahlen zu nennen. Erst muss Klarheit herrschen, wie es um die Hilfspakete aussieht. Einige sind abgelaufen, andere laufen noch bis zum Jahresende. Es wird auch Verschiebungen in Sachen Sponsorenpakete geben. Ich denke, dass ich in einigen Wochen konkreter werden kann“, sagt Klaus Rasmussen.

Krise noch nicht vorbei

Nach einem „Nordschleswiger“-Interview Ende März war in vielen Kreisen die Auffassung entstanden, dass SønderjyskE vor dem wirtschaftlichen Aus stehen würde. Rasmussen wollte den Teufel nicht an die Wand malen, doch eine Hilfsaktion und der Satz, dass es keine Garantien gäbe, hatten heftige Reaktionen ausgelöst.

Von vollbesetzten Rängen kann Klaus Rasmussen derzeit nur träumen. Foto: Karin Riggelsen

„Ja, das ist so aufgefasst worden, aber mit den vielen Maßnahmen, die wir getroffen haben, bin ich fest davon überzeugt, dass wir auch langfristig da sein werden“, sagt der SønderjyskE-Direktor: „Es bleibt aber festzuhalten, dass wir noch nicht aus der Coronakrise raus sind. Alles ist weiterhin ein Thema. Leider.“

Die Lage ist nicht so schlimm gewesen, dass von den Mitarbeitern eine Gehaltskürzung gefordert worden ist.

„Das ist diskutiert worden. Alles ist ein Thema gewesen. Wir haben einen Blick auf die Ausgaben geworfen und viele andere Kürzungen gefunden“, so Klaus Rasmussen.

Keine roten Zahlen

Während es in wirtschaftlicher Hinsicht in der Fußball-Abteilung noch einige offene Fragen gibt, sind die Verantwortlichen in der Handball- und Eishockey-Abteilung schon ein wenig schlauer.

„Wir hoffen, dass wir uns im Eishockey und im Handball eine runde Null nähern können. Mit den Hilfspaketen, den Sparmaßnahmen und der fantastischen Unterstützung, die wir erfahren haben, sieht es danach aus, dass wir dieses Ziel erreichen können“, hofft der SønderjyskE-Direktor.

Mit zwei Siegen an den kommenden zwei Donnerstagen könnte die wirtschaftliche Lage in der Fußball-Abteilung mit einem Schlag viel rosiger aussehen.

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