Spiel gegen Bergischen HC

SG Flensburg-Handewitt mit viel Luft nach oben

SG Flensburg-Handewitt mit viel Luft nach oben

SG Flensburg-Handewitt mit viel Luft nach oben

Jannik Schappert/shz.de
Flensburg
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Mehr Zug zum Tor, wie ihn in dieser Szene Aktivposten Göran Sögard (Mitte) gegen zwei Essener zeigt, wünscht sich SG-Coach Maik Machulla von seinem ganzen Team. Foto: Ingrid Anderson-Jensen

Der Bundesliga-Tabellenführer muss am Sonntag gegen den Bergischen HC die Mängel aus dem Essen-Spiel beheben.

Maik Machulla nimmt seine Mannschaft in die Pflicht. „Was wir in Essen gemacht haben, wird gegen den BHC nicht reichen“, sagt der Trainer der SG Flensburg-Handewitt. Am Sonntag (16 Uhr, Sky) empfängt der Tabellenführer der Handball-Bundesliga den auf Rang acht platzierten Bergischen HC, der den THW Kiel am Donnerstagabend ebenso ins Schwitzen brachte wie TuSEM Essen die SG.

Während die Kieler nach dem zwischenzeitlichen 25:25 (48. Minute) noch recht komfortabel mit 33:30 gewannen, mussten Jim Gottfridsson und Co. bei ihrem 29:28-Erfolg bis zur letzten Sekunde zittern.

Machullas Mängelliste

Machullas Mängelliste wies einige Punkte auf: zu wenig Aggressivität in der Abwehr, zu wenige Paraden der Torhüter, fehlende Konsequenz im Angriff, fehlende Cleverness im Abschluss. Trotz der eigenen Versäumnisse habe die Partie beim Vorletzten gezeigt, „wie eng die Bundesliga ist“. Vermeintlich leichte Aufgaben werden zur Stolperfalle, wenn die SG ihr Niveau nicht erreicht.

Aber es liegt immer an uns.

SG-Trainer Maik Machulla

Eine größere Portion Glück half seinem Team, die Spitzenposition vor dem THW zu verteidigen. Aber auch die eigene Nervenstärke trug dazu bei. Hätte Hampus Wanne den Siebenmeter zum 29:28 verworfen, wäre Kiel aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs vorbeigezogen. So aber blieb die SG Tabellenführer und lieferte einen neuen Beweis ihrer Qualität, in Spielen, die in der Schlussminute Spitz auf Knopf stehen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Kein Zufallsprodukt

Sechs Mal – vier Mal in der Champions League, zwei Mal in der Bundesliga – triumphierte sie mit einem Tor Differenz. Bei den drei Unentschieden der Saison erzielte Flensburg immer den letzten Treffer. Zufall ist das nicht. Machulla hat seinem Team in den vergangenen Jahren eingeimpft, in jeder Lage des Spiels an das eigene Konzept zu glauben. Mit Jim Gottfridsson hat er einen Akteur als rechte Hand, der diesen Glauben auf das Feld transportiert.

Mit dem Bergischen HC gibt am Sonntag ein Bundesligist mit „wahnsinnig viel Qualität“ (Machulla) seine Visitenkarte ab. Der Tabellenachte (27:19 Punkte) sollte eigentlich Mitte März in der Flens-Arena antreten, ein Corona-Fall bei der SG sorgte jedoch für die Absage.

Lob für den Gegner

„Der BHC spielt eine gute Saison, hat einen starken, eingespielten Kader und sich spielerisch entwickelt“, lobt Machulla den Gegner und die Arbeit von dessen Trainer Sebastian Hinze, der 2022 die Rhein-Neckar Löwen übernimmt. Das ersatzgeschwächte Team um den Ex-Flensburger Christopher Rudeck im Tor und den schwedischen Vize-Weltmeister Max Darj am Kreis hat eine kurze Anreise. Nach der Niederlage in Kiel übernachteten die Bergischen Löwen bis Sonnabend in der Landeshauptstadt und bereiteten sich im THW-Trainingszentrum in Altenholz auf ihr erst zweites April-Spiel vor. Zuvor war das gesamte BHC-Team zwei Wochen in Quarantäne.

Die Umstände beim Gegner interessieren Machulla nicht. Die Mängel aus dem Essen-Spiel, „das alle meine Jungs gut verkraftet haben“, sollen behoben werden, der Heimnimbus soll halten. Seit 48 Spielen hat in der Bundesliga kein Verein in der Hölle Nord gewonnen.

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