Leichtathletik

Mathilde Kramer wird immer schneller

Mathilde Kramer wird immer schneller

Mathilde Kramer wird immer schneller

Kopenhagen
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Die dänische 4x100-Meter-Staffel verbesserte bei der Freiluft-EM 2018 in Berlin mit Mathilde Uldall Kramer als Schlussläuferin den dänischen Rekord um eine Sekunde und wurde Vorlauf-Sechste. Foto: Ulrik Pedersen/Ritzau Scanpix

Die 25-Jährige aus Loitkirkeby fliegt mit einer neuen Bestmarke im Gepäck zur Hallen-EM nach Glasgow.

Für Mathilde Uldall Kramer steht das dritte große Leichtathletik-Ereignis vor der Tür: Die 25-Jährige aus Loitkirkeby wird Anfang März an den Hallen-Europameisterschaften in Glasgow teilnehmen und geht mit gestärktem Selbstvertrauen in die Titelkämpfe.

Kramer hat bei den Nordischen Meisterschaften in Oslo über 60 Meter den ersten Platz belegt und ihren dänischen Rekord auf 7,34 Sekunden verbessert. Noch im Januar hatte die Sprinterin mit ihrer Zeit von 7,36 Sekunden den 30 Jahre alten dänischen Rekord von Lene Demsitz (7,40) gebrochen. Die Frage ist, wie schnell sie werden kann.

„Das ist eine gute Frage. Ich hoffe, dass ich weitere Hundertstel Sekunden rausholen kann. Es ist ein kleines Ziel von mir, die Zeit auf 7,31 oder 7,32 zu schrauben und so gleich die Norm für die Hallen-WM im nächsten Jahr zu erfüllen“, sagt Mathilde Uldall Kramer, „Im Augenblick freue ich mich einfach darauf, dass ich zur EM fliege. Diese Welt- und Europameisterschaften sind das, wovon ich so viele Jahre geträumt habe. Das fühlt sich in diesem Jahr noch besser an, denn in diesem Jahr habe ich mich qualifiziert, nachdem ich bei der WM im Vorjahr eine Wild Card bekommen habe. Ich freue mich darauf zu zeigen, was ich drauf habe.“

Bei der Hallen-WM in Birmingham war sie über 60 Meter in 7,43 Sekunden gelaufen. Das reichte für Platz sieben im Vorlauf, wo die spätere Weltmeisterin Murielle Ahourie (Elfenbeinküste) mit 7,12 gewann und im Finale knapp unter sieben Sekunden blieb.

„Mit meiner neuen Zeit bin ich in der Europarangliste vom 36. auf den 27. Platz geklettert. Da muss es das Ziel sein, den Vorlauf zu überstehen und ins Halbfinale einzuziehen“, so die Sprinterin, die davon ausgeht, dass sie ihre Nerven besser im Griff haben wird als noch bei ihrem Debüt.

„Das wird ganz sicher einen Unterschied ausmachen, dass ich schon bei der Hallen-WM in Birmingham und bei der Freiluft-EM in Berlin Erfahrungen gesammelt habe. Alle Eindrücke drumherum sind nicht mehr neu. Ich verschwende nicht mehr so viel Fokus und Energie darauf, dass ich beim Mittagessen plötzlich neben meinem großen Vorbild sitze, sondern gehe sozusagen professioneller an die Aufgabe heran“, sagt Kramer über Dafne Schippers, die von der Statur her ähnlich ist. Die großgewachsene Niederländerin ist im Freien die Welt- und Europameisterin, doch da fehlt vom Niveau her für Kramer noch ein gutes Stück. Die Weltmeisterschaften Ende September in Qatar sind für sie kein Fokuspunkt.

„Ich habe den Blick eher auf 2020 gerichtet, wo die Europameisterschaften in Paris und die Olympischen Spiele in Tokio stattfinden. Die Olympischen Spiele sind natürlich mein Traum, aber realistischer ist eine EM-Teilnahme in Paris“, meint Kramer, „In der Freiluft-Saison liegt mein Fokus darauf, meine 100-Meter-Zeit so weit wie möglich nach unten zu schrauben.“

Für die Spiele in Rio 2016 lag die Olympia-Norm über die 100 Meter bei 11,32 Sekunden. Die Bestmarke von Kramer liegt bei 11,59 Sekunden.

„Da bin ich noch ein gutes Stück davon entfernt, aber wir hatten im Vorjahr so viel Fokus auf die Staffel, dass in Sachen 100-Meter-Zeit nicht viel passiert, aber die 60-Meter-Zeiten in der Halle deuten an, dass ich meine Zeit über 100 Meter auch nach unten drücken kann“, sagt die 25-Jährige, die jahrelang für AAIG in Apenrade an den Start ging, aber mittlerweile in Kopenhagen lebt und trainiert.

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