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Dänische Minderheit: Mehr Geld aus Deutschland?

Helge Möller
Helge Möller Journalist
Flensburg
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Die dänische MInderheit feiert königlichen Besuch in Flensburg Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Die dänische Minderheit möchte mehr Geld, doch das sieht die zuständige Ministerin nicht ein. Die Idee, die deutsche Seite um mehr Geld zu bitten, hält südlich der Grenze aber auch nicht jeder für richtig.

Kürzlich hatte die dänische Kultur- und Kirchenministerin Mette Bock (Liberale Allianz) der dänischen Minderheit Undankbarkeit vorgeworfen, weil diese wiederum die Erhöhung der finanziellen Hilfen um 0,9 Prozent als zu niedrig kritisierte (wir berichteten). Kritik an der Haltung der Minderheit kam auch von Anni Matthiesen (Venstre), Vorsitzende des Südschleswig-Ausschusses, dem Bindeglied zwischen dänischer Minderheit und Folketing, der auch über die Zuschüsse bestimmt. Laut Flensborg Avis hat Matthiesen zusammen mit dem dänischen Generalkonsul, Kim Andersen, nun darauf aufmerksam gemacht, die Minderheit könne versuchen, die deutsche Seite um mehr Geld zu bitten.

Dieses Vorhaben hält Martin Lorenzen, Landessekretär des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW) für aussichtslos. Er habe Verständnis für den Vorschlag; der SSW habe aber in den vergangenen Jahren in dieser Sache viel erreicht, so Lorenzen zu Flensborg Avis. Im Schulsystem sei die Gleichstellung mit den deutschen Schulen nahezu erreicht. So sei der Zuschuss an den dänischen Schulverein von schleswig-holsteinischer Seite im Zeitraum 2012 bis 2019 um 37 Prozent oder etwa 10 Millionen Euro gestiegen.

Laut SSW hat das Land Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren auch seine Zuschüsse an den Südschleswigschen Verein SSF und an die dänische Zentralbibliothek erhöht. So erhält der SSF für dieses Jahr 550.000 Euro, 2012 waren es 390.000 Euro. Der Zuschuss an die Bibliothek stieg von 78.200 auf 172.000 Euro. Lorenzen unterstreicht, der SSW sei für die öffentlichen Zuschüsse sehr dankbar.

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