Umfrage des Tages

Mehrheit der Leser ist genervt von zu vielen Touristen

Mehrheit der Leser ist genervt von zu vielen Touristen

Mehrheit der Leser ist genervt von zu vielen Touristen

SHZ
Flensburg
Zuletzt aktualisiert um:
In den acht Ferienorten der Lübecker Bucht sollen in den nächsten Jahren bis zu 2100 neue Hotelbetten entstehen. Doch nicht nur an den Hotspots boomt der Tourismus. Foto: Christian Charisius/dpa Foto: 90037

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Teure Häuser, überfüllte Strände, Staus: Es ist nicht mehr nur Sylt, das in Schleswig-Holstein unter dem Ansturm von Gästen ächzt. Haben wir zu viele Touristen? Unsere Leser konnten abstimmen.

Hat Schleswig-Holstein ein Problem mit „Overtourism“ – also zu vielen Urlaubern? Immer häufiger regt sich Kritik an zu viel Tourismus im Land. Jüngst veröffentlichte Ergebnisse einer Einwohnerbefragung auf Föhr unterstreicht die Vermutung. Negativ gesehen werden etwa Zweitwohnungen und steigende Preise für Wohnraum. Man wolle keine Sylt-ähnlichen Verhältnisse.

Im September berichtete shz.de über den Tourismusansturm in der Geltinger Birk. Pöbelnde Badegäste, Vandalismus, Wildcamper und freilaufende Hunde sorgen hier für Ärger. Die Kreisverwaltung sieht die Gefahr einer Überlastung der Infrastruktur durch Urlauber.

Weiterlesen: Wie Gelting plötzlich zum Touristen-Hotspot wurde

In Glücksburg bei Flensburg sorgt der Urlauberansturm ebenfalls für geteilte Meinungen. Volle Parkplätze und ausgebuchte Restaurants stoßen dem ein oder anderen sauer auf.

Und am Dienstag erst meldete der Verband der Campingwirtschaft ein Rekordjahr in Schleswig-Holstein – besonders für die Hotspots an Nord- und Ostsee. „Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr erstmals fünf Millionen touristische Übernachtungen haben werden“, sagte der Landesvorsitzende Gert Petzold. Vor sechs Jahren seien es noch 3,2 Millionen gewesen. 86 Prozent der Urlauber seien Deutsche, viele kämen seit langem aus Nordrhein-Westfalen.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sieht die Branche in Schleswig-Holstein auf qualitativem Wachstumskurs. Das Land soll seiner Meinung nach auch im November und Februar mehr Besucher anlocken. Der Norden sei trotz der vielen Gäste an der Lübecker Bucht oder auf den Inseln weit davon entfernt, von einem Massentourismus überflutet zu werden.

„An drei oder vier Tagen ist es an Top-Destinationen an besonders schönen Wochenenden wirklich übervoll.“ Aber von einer Überfüllung könne an 362 Tagen des Jahres nicht die Rede sein.

Die Teilnehmer unserer Umfrage haben zum Tourismus in Schleswig-Holstein eine klare Meinung. Von den insgesamt weit über 800 Antworten findet eine deutliche Mehrheit von 74 Prozent, dass der Tourismus in Schleswig-Holstein Überhand nimmt (Stand: Freitag, 22. Oktober, 17.25 Uhr). Nur 22 Prozent der Umfrage-Teilnehmer sagen, dass ihnen die Touristen in SH nicht auf die Nerven gehen.


Die Umfrage ist nicht repräsentativ.

Mehr lesen

Leserbeitrag

Hanns Peter Blume
„Sozialdienst kam im Haus Quickborn zusammen“