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Padel-Tennis in Enge-Sande: Guinness-Rekord und Inklusionssport

Padel-Tennis in Enge-Sande: Guinness-Rekord und Inklusionssport

Padel-Tennis: Guinness-Rekord und Inklusionssport

Hagen Wohlfahrt/shz.de
Enge-Sande
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Die Padel-Anlage auf dem Greentec-Campus ist bereit für Sportler mit Behinderung. Foto: Storyfischer /shz.de

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Ein bisschen vom Tennis, ein wenig vom Squash, fertig ist Padel-Tennis. Obwohl die Sportart ihre Ursprünge schon vor über 100 Jahren hat, ist sie hierzulande relativ jung. Seit einigen Jahren wird sie auf dem Greentec-Campus betrieben.

Padel-Tennis hat in dem Technologie-Park in Enge-Sande inzwischen einen hohen Stellenwert; mehrere Teams des Greentec-Campus spielen in verschiedenen Altersklassen der ersten und zweiten Bundesliga. Und vom 28. bis 30. Juli soll auf dem Areal sogar ein Guinness-Rekord über 48 Stunden mit mindestens 50 Spielern aufgestellt werden.

Hobby mit Business verbinden

Das Engagement vor allem auch mit der Leidenschaft von Greentec-Geschäftsführer Marten Jensen und seiner Frau Andrea für die Sportart zu tun. „Es ist aus einer Hobby-Laune heraus entstanden“, sagt Andrea Jensen, und sei zunächst als After-Work-Angebot für die Campus-Mitarbeiter gedacht gewesen. Dann gab es auch noch einen Business-Aspekt: „Wenn man mit Geschäftspartnern erst einmal auf den Padel-Platz geht, hat man hinterher ein ganz anderes Meeting“, erklärt Andrea Jensen. „Auf dem Platz lernt man sein Gegenüber gut kennen.“

Ein Name in der Padel-Szene

Durch die Bundesliga kennt man Enge-Sande in der Padel-Szene inzwischen in ganz Deutschland. Es waren dort auch schon Nationalteams zu Gast. Drei Plätze gibt es auf der Campus-eigenen Anlage. Ein Padel-Court misst zehn mal 20 Meter. Ein Netz teilt das Feld in zwei Spielhälften. Wie beim Squash werden Wände in das Spiel integriert.

Jetzt öffnen die Verantwortlichen Padel auch für Sportler mit Handicap. Mit Unterstützung der Aktivregion Nordfriesland Nord und dem Fonds für Barrierefreiheit des Landes Schleswig-Holstein wird die Anlage auf dem Greentec-Campus in Enge-Sande jetzt so erweitert, dass auch Menschen mit Behinderung die Plätze nutzen können.

„Durch den mit Scheiben und Gittern umschlossen Court bietet Padel ideale Voraussetzungen auch für Menschen mit Handicap“, erklärt Andrea Jensen, die das Projekt leitet. „Denn auch wenn der Ball an einem vorbeigeflogen ist, bekommt man durch den Rückprall eine zweite Chance.“

Für den rollstuhlgerechten Ausbau wurden nach ihren Angaben die Weg zu den Plätzen verbreitert, neue Parkplätze geschaffen sowie Duschen, Toiletten und Umkleideräume erweitert. Auch im zugehörigen Gästehaus wurden zwei Badezimmer umgebaut. Einer der Plätze hat besonders breite Türelemente, so dass auch Sport-Rollstühle bequem auf den Platz gelangen können.

Damit es richtig losgehen kann, braucht der Greentec-Campus aber noch personelle Unterstützung zur Betreuung der inklusiven Trainingszeiten. „Wer Lust hat, bei der Organisation des neuen Sportangebots auf und neben dem Platz zu unterstützen, ist herzlich willkommen, sich bei uns zu bewerben“, so Projektassistentin Anja Görner.

Weitere Pläne

Die Kosten wurden den Angaben zufolge mit knapp 200.000 Euro kalkuliert; der Eigenanteil des Greentec-Campus liegt bei knapp 80.000 Euro, den Rest teilen sich Aktivregion und Fonds für Barrierefreiheit zu gleichen teilen. Auf lange Sicht sind auf dem Greentec-Campus auch Angebote für Menschen mit geistiger Behinderung in der Planung.

Beim Kreissportverband Nordfriesland (KSV) findet man das neue Angebot prinzipiell gut. Doch da der KSV für die Vereine da ist, „wäre eine Vereinsgründung wünschenswert“, so Inklusionskoordinator Tyll-Niklas Reinisch.

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