Aufstiegsspiel

TM Tønder macht den ersten Schritt in Richtung Liga

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Tondern/Tønder
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Reicht es noch zum Liga-Aufstieg? Trainer Torben Sørensen und TMT dürfen sich noch Hoffnungen machen. Foto: Karin Riggelsen

TM Tondern darf sich noch Hoffnungen auf den Liga-Aufstieg machen. Donnerstag gewannen die Tonderaner zu Hause gegen Team Sydhavsøerne.

Die Handballliga ist für die Männer von TM Tønder immer noch in Reichweite. Am Donnerstag gewannen die Nordschleswiger das erste Aufstiegsspiel gegen Team Sydhavsøerne mit 28:25 (14:13).

Das Rückspiel findet am Ostermontag in Maribo statt. Falls dann keine Entscheidung (TMT reicht ein Unentschieden) vorliegt, gibt es ein drittes Spiel in Tondern.

TMT begann nervös, tat sich im Angriff schwer und ließ gute Chancen aus, doch auch Team Sydhavsøerne machte keinen überzeugenden Eindruck in der zerfahrenen Anfangsphase, in der beide Mannschaften zu viele Fehler machten.

Die torarme Partie hatte vor der Pause keinesfalls Liga-Niveau. Außen Lasse Nikolajsen und Kreisspieler Emil Bergholt machten noch den besten Eindruck, während der nach seiner Verletzung zurückgekehrte Christian Trans im Tor immer besser ins Spiel fand. Mehr als drei Paraden wurden es vor der Pause allerdings nicht.

Bei den Gästen war Routinier und Lenker Martin Vilstrup in der ersten Halbzeit ein ständiger Unruheherd, den die TMT-Abwehr nie richtig in den Griff bekam, und auch Torwart Nicolai Neupart machte den Tonderanern das Leben schwer mit sieben Paraden, davon zwei Siebenmeter. Vilstrup machte am Ende neun Tore, und Neupert hielt vier Siebenmeter insgesamt zwölf Paraden. Diese Spieler gilt es, Montag auszuschalten beziehungsweise zu überwinden, wenn Tondern sich Hoffnung auf einen Ligaplatz machen will.

Neupart schien im ersten Durchgang das Duell gegen Tonderns Schützen zu gewinnen, doch aus einem 8:10 nach 44 Minuten machten die Hausherren noch eine knappe 14:13-Pausenführung.

Tosende Halle

In der zweiten Hälfte nahm die Partie an Intensität zu, und nun schien endlich auch das Heimpublikum in Liga-Stimmung zu kommen.

Tondern setzte sich zunächst auf 17:15 ab, doch Sydhavsøerne blieb dran. Nach dem dritten verschossenen Siebenmeter von TMT glichen die Gäste zunächst aus und gingen sogar mit 18:20 in Führung. Aber auch Tondern hatte die richtigen Antworten drauf, kämpfte sich auf 22:21 zurück.

Jetzt mit Christian Trans als ganz starken Rückhalt – acht Paraden hatte er nach der Pause. Und mit Emil Bergholt als bärenstarken Einzelkämpfer, Lasse Nikolajsen als sicheren Schütze, und auch Routinier Hans Martin Asmussen war in der entscheidenden Phase ein wichtiger Faktor.

Vor allem aber setzte sich TMT mit Teamgeist durch. Acht Tonderaner trugen sich in der zweiten Halbzeit als Torschützen ein – das ist für den Gegner schwierig einzudämmen.

TMT-Trainer Torben Sørensen setzte in der Schlussphase zudem auf das Spiel 7 gegen 6, und zum ersten Mal in diesem Spiel setzte sich seine Mannschaft wirklich ab (26:22) – und blieb nach einer hektischen Schlussphase in Front.

Der Sieg hätte zwar noch mit zwei bis drei Toren höher ausfallen können, aber die Tore sind in der Aufstiegsrunde ohne Bedeutung. Es zählen nur die Punkte, und so reicht Tondern am Montag in Maribo ein Unentschieden, um sich für die entscheidenden Relegationspiele gegen einen Liga-Gegner zu qualifizieren.

Kommender Gegner wäre der Verlierer der Abstiegsrunde: Mors-Thy, Ribe-Esbjerg, Lemvig-Thyborøn, Nordsjælland oder KIF Kolding.

So feierten die TMT-Spieler nach dem Sieg gegen Sydhavsøerne. Foto: Gwyn Nissen

Sørensen: Jetzt ist der Gegner unter Druck

TM Tønders Trainer Torben Sørensen war nach dem Sieg im ersten Aufstiegsspiel gegen Team Sydhavsøerne zufrieden. "Jetzt ist der Gegner unter Druck", sagte Sørensen. "Wir fahren aber nach Maribo, um zu gewinnen. Im Sport geht es oft darum, wer am meisten Selbstvertrauen hat, und ich denke, wir sind nach dem heutigen Sieg obenauf. Außerdem finde ich, dass wir den breiteren und besseren Kader haben."

Das Rückspiel wird allerdings eine schwierige Aufgabe, auch wenn TMT ein Unentschieden reicht.

"Wir waren auf deren Angriffsspiel gut vorbereitet. Im Angriff taten wir uns zunächst schwer gegen den Torwart, aber gegen Ende des Spiels hatten wir die wichtigen Paraden durch Christian Trans", sagte Sørensen.

Kann Tondern den Spielmacher Martin Vilstrup eindämmen?

"Er ist ein sehr gewiefter und guter Spieler und durch seinen besonderen Stil ist er kaum ganz auszuschalten. Dafür hatten wir die anderen Spieler im Griff", meint der TMT-Coach.

Der Schachzug, in den letzten sieben Minuten 7:6 zu spielen war spielentscheidend.

"So ist es eben – manchmal hat man Glück, dass die taktischen Maßnahmen von der Mannschaft umgesetzt werden. Das war heute der Fall", sagt Torben Sørensen.

Der neunfache Torschütze von TSØ, Martin Vilstrup, hat den Aufstieg nicht aufgegeben: "Tondern ist zu Hause stark, aber ich glaube, wir sind in Maribo noch stärker. Einige unserer Spieler waren angeschlagen, und wenn die bis Montag ganz fit werden, glaube ich noch immer an einen Gesamtsieg gegen Tondern."

Das Spiel in Zahlen

TM Tønder - Sydhavsøerne 28:25 (14:13)

Torschützen TMT: Lasse Nikolajsen 6/ davon 1 Siebenmeter, Hans Martin Asmussen 5, Emil Bergholt 5, Ulrik Eggert 4, Mathias Møller 3/1, Lasse Hamann-Boeriths 2, Jeppe Jonasson 1, Rolf Ravn 1 und Jesper Redlefsen 1.

Torschützen TSØ: Martin Vilstrup 9/2, Mikkel Andersen 3, Jonas Corneliussen 3, Nicklas Bomholt 3.

Zeitstrafen: TMT 3x2 Minuten, TSØ 6x2 Minuten

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