Umweltschutz

Region im Anti-Altlasteneinsatz – Gefahrenorte auch in Nordschleswig

Region im Anti-Altlasteneinsatz – Gefahrenorte auch in Nordschleswig

Anti-Altlasteneinsatz – Gefahrenorte auch in Nordschleswig

Vejle
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Nach der Aufdeckung der umfangreichen Verschmutzung des Strandbereiches bei Himmark auf der Insel Alsen durch Industrie-Schadstoffe gilt dort seit 2019 ein Badeverbot. Laut Region Süddänemark könnten dort die Altlasten, unter anderem giftige chlorierte Kohlenwasserstoffe, bis 2024 beseitigt werden. Foto: Sara Eskildsen

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Die Entdeckung von Verunreinigungen an Feuerlösch-Übungsplätzen beschert dem Umweltausschuss neue Aufgaben: Neben möglicherweise gefährlichen PFOS-Fundstätten wie am Sonderburger Flugplatz stehen Langzeitaufgaben in Grindsted oder in Himmark auf Alsen auf der Einsatzliste.

Die Region Süddänemark setzt im kommenden Jahr ihren Einsatz zur Beseitigung von Gefahren durch industrielle Altlasten, Grundwasserverunreinigungen durch Pestizide, Reinigungsmittel oder Öl fort.

Nach PFOS-Funden neue Herausforderungen

Neu hinzugekommen sind Herausforderungen durch die Entdeckung des Gefahrenpotenzials der Chemikalie PFOS, die als Bestandteil von Feuerlöschmitteln zahlreiche Bereiche vergiftet hat, an denen Feuerlöschübungen durchgeführt worden sind.

Jørn Lehmann Petersen (Sozialdemokraten) ist Vorsitzender des wichtigen Umweltausschusses im Regionsrat, der angesichts begrenzter finanzieller Mittel nur die Räumung der schlimmsten Altlasten in Nordschleswig und im übrigen Süddänemark in Angriff nehmen kann. Foto: Karin Riggelsen

„Das Problem mit den PFOS-Verbindungen ist eine neue große Aufgabe für die dänischen Umweltbehörden. Der ernste Fall in Korsør macht deutlich, dass uns alle eine großer Einsatz erwartet, der hohe Priorität hat“, erklärte der Vorsitzende des Umweltausschusses des Regionsrates Süddänemark, Jørn Lehmann Petersen (Sozialdemokraten). Im Zusammenhang mit den Verunreinigungen durch die Feuerlöschmittel, die in Korsør durch Beweidung vergifteter Flächen zunächst von Rindern und bei Verzehr von Fleisch dieser Tiere auch Menschen gesundheitlich belasten, setzt die Region auf Zusammenarbeit mit den betroffenen Kommunen. Über 50 Jahre war PFOS in Schaumfeuerlöschern bis zum Verbot im Jahre 2006 in Dänemark zum Einsatz gekommen.

Die Feuerwehren haben über Jahrzehnte auf Übungsplätzen Feuerlöschübungen auch mit Schaumlöschern durchgeführt, die giftige PFOS-Verbindungen bis zu deren Verbot 2006 enthielten. Heute vergiften die Substanzen die Umwelt. Foto: Beredskabsstyrelsen

Unter Regie der Region werden 2022 zwölf Bereiche eingehend auf PFOS-Gefahren untersucht. Nicht erwähnt wird im Programm die Schule der staatlichen Bereitschaftsbehörde in Tingleff (Tinglev), wo auch mit Schaumlöschern geübt worden ist.

Gefahrenorte auch in Nordschleswig

Unter den aus Nordschleswig aufgeführten Orten sind ein Feuerlöschübungsplatz in Woyens (Vojens), eine Schießanlage auf der Halbinsel Kär (Kjær) bei Sonderburg (Sønderborg) und eine Tankanlage auf dem Gelände des Sonderburger Flughafens. Neben den bekannten Großverunreinigungen durch industrielle Schadstoffe wie im Bereich der Stadt Grindsted, an der Deponie Kærgård Klitplantage und Himmark auf Nordalsen (Nordals) stehen im kommenden Jahr 20 Untersuchungen auf ehemals oder heute noch genutzten Betriebsflächen auf der Liste des Umweltausschusses, wo Grundwasser in Gefahr ist oder Gefährdungen durch Kontakt mit Materialien oder Ausdünstungen drohen.

Das Problem mit den PFOS-Verbindungen ist eine neue große Aufgabe für die dänischen Umweltbehörden. Der ernste Fall in Korsør macht deutlich, dass uns alle eine großer Einsatz erwartet, der hohe Priorität hat.

Jørn Lehmann Petersen (Sozialdemokraten)

Dazu zählen Fälle in Scherrebek (Skærbæk), wo es um eine Transportfirma an der Alsgade geht, oder ehemalige Müllplätze am Rugbjergvej, am Hovslundvej oder am Årslev Kirkevej in der Umgebung von Rothenkrug (Rødekro) im Blickpunkt stehen, wo jeweils das Grundwasser in Gefahr sein könnte. In Arrild soll das Gelände eines Landhandeles auf sein Gefahrenpotenzial untersucht werden.

Pestizide auf Betriebsflächen von Lohnunternehmen

Laut Region sind oft Betriebsflächen von Lohnunternehmen mit Pestiziden belastet, die das angrenzende Grundwasser oder Oberflächengewässer bedrohen. Die auch als „Maskinstation“ bekannten Firmen haben oft in großem Umfang mit Pestiziden hantiert. Zu den sechs neuen Entsorgungsprojekten der Region zählt ein Einsatz in Apenrade (Aabenraa) am Straßenzug Ved Slottet, wo sich einst ein Altwarenhandel befunden hat. Dort gehen von Schadstoffen bei deren Berührung Gefahren aus. Die neuen Untersuchungen und Entsorgungen erfassen nur einen Teil der „verdächtigen“ Bereiche, wo nach Kenntnis der Region noch Altlasten vorhanden sein könnten.

Mittel begrenzt

Es stehen aber für die genannten Projekte nur 9,5 Millionen Kronen im kommenden Jahr zur Verfügung. So werden zunächst akute Fälle in Angriff genommen. Weitere 8 Millionen Kronen sind für die Entwicklung neuer Technologien zur Entwicklung von Entsorgungstechniken an den Groß-Schadstoffvorkommen in Himmark, im Bereich Grindsted und an der Deponie Kærgård Klitplantage vorgesehen.

In Himmark auf Alsen bis 2024 Schadstoffe beseitigt

Für die Großverunreinigungen werden zur Beseitigung über lange Zeiträume Mittel aus der Staatskasse und teilweise auch der Industrie wie von Danfoss im Fall Himmark verwendet. In Himmark, wo unter anderem chlorierte Kohlenwasserstoffe entsorgt werden müssen, könnten die Schadstoffe laut Region Süddänemark bis 2024 entfernt werden.

Diese Karte zeigt grün verzeichnet Stellen, wo Gefahren durch Altlasten markiert werden. Rot sind als runder Punkt neue Entsorgungsbereiche und quadratisch andauernde Entsorgungen markiert. Foto: Region Syddanmark

Dort ist auch die Kommune Sonderburg mit im Einsatz. Die Beseitigung ist dringlich, weil in der Nachbarschaft Touristikprojekte geplant sind. In Grindsted müssen erst Reinigungstechniken installiert werden, während in der Deponie Kærgård Klitplantage direkt in den Dünen südlich von Henne Strand noch bis 2027 Giftstoffe beseitigt werden müssen. Laut Region kann erst 15 Jahre später das Badeverbot am angrenzenden Strand aufgehoben werden.

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