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Hausboote in Apenrade: Klageinstanz sagt Nein

Hausboote in Apenrade: Klageinstanz sagt Nein

Hausboote in Apenrade: Klageinstanz sagt Nein

Apenrade/Aabenraa
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Sechs solcher Hausboote sollten im Apenrader Seglerhafen Platz finden. Foto: Zunshine Living

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Nach langem Hin und Her ist eine prinzipielle Entscheidung gefallen, die nicht nur im Apenrader Hafen für Folgen sorgen wird.

Es gibt viele, die von einem Heim direkt am Wasser träumen, manche sogar von einem auf dem Wasser. Der Hausboothersteller „Zunshine Living“ aus Randers wollte diese Träume erfüllen und sechs solcher schwimmenden Eigenheime im Apenrader Seglerhafen zu Wasser lassen.

Nach dem Ja kam das Nein

Der Vorsitzende des Segelclubs freute sich über das Vorhaben, würde es doch Geld in die Kassen des Vereins spülen, der mit Nachwuchssorgen zu kämpfen hat.

Im Apenrader Stadtrat gab es erst Zustimmung zu dem Projekt. Das änderte sich jedoch nach genauerer Untersuchung schnell, denn es tauchte ein Problem auf: der Apenrader Industriehafen, der nur wenige Meter entfernt liegt.

Lärmpegel könnte für Beschwerden sorgen

Im Industriehafen entstehen Geräusche, zur Tages- aber auch zur Nachtzeit. Es bestand die Möglichkeit, dass die Hausbootbesitzer gegen diesen Lärm klagen könnten, weshalb die Mitglieder des zuständigen kommunalen Entwicklungsausschusses Nein zu dem Projekt sagten.

Allerdings gab es eine Entscheidung des Küstendirektorats, die dem Hausboot-Unternehmen unter die Arme griff und das Projekt genehmigte.

Unterstützung von Dachorganisation

Der Apenrader Hafen hatte jedoch, mithilfe der Dachorganisation „Danske Shipping- og Havnevirksomheder“, gleich darauf bei der Beschwerdekammer für Umwelt und Nahrungsmittel Einspruch eingelegt. Das war im Frühjahr vergangenen Jahres.

Nun fiel am Dienstag das Urteil der Kammer: Hausbooteigner könnten wegen des Lärms, der im Hafen entsteht, Beschwerde einlegen und damit die Aktivitäten dort einschränken. Das Küstendirekorat hat nicht die Belange der am Hafen ansässigen Betriebe berücksichtigt, und das sei, so die Begründung der Beschwerdekammer, „ein wesentlicher Mangel“. Darum wurde die Zulassung des Küstendirektorats für die Hausboote im Seglerhafen zurückgezogen.

Weitreichende Entscheidung

„Die Entscheidung hat einen prinzipiellen Charakter. Es ist nun zukünftig fast unmöglich, die Zulassung für Hausboote in der Nähe eines Industriehafens zu geben. Die Behörden müssen bei diesen Entscheidungen die Konsequenzen für die Hafenbetriebe berücksichtigen“, sagt Jakob Svane, Sekretariatschef bei Danske Shipping- og Havnevirksomheder.

Hausboot-Verkäufer ist wenig beeindruckt – aber enttäuscht

Peter Lund Poulsen, Chef von Zunshine Living, ist von der neuen Entscheidung wenig beeindruckt. Er ist weiterhin davon überzeugt, doch noch Hausboote im Apenrader Seglerhafen anbieten zu können. „Zuständig ist der Segelclub, der den Hafen betreibt. Die Entscheidung fällt dort. Bei der Kommune haben wir nur ordnungshalber um die Erlaubnis gesucht. Jetzt warten wir aber trotzdem noch ab, was die Küstenbehörde zu dem von der Beschwerdeinstanz abgewiesenen Antrag sagt.“

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