Landnutzung

Solarparks: Es regt sich Widerstand

Solarparks: Es regt sich Widerstand

Solarparks: Es regt sich Widerstand

Klautoft/Klovtoft
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Familie Jürgensen: (v. l.) Kerstin, Dirk und Johanne Foto: Jan Peters

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Die Familie Jürgensen hat sich ein Herz gefasst und macht auf Missstände aufmerksam, die es beim Bau der Solarparks gibt.

Nein, sie hätten überhaupt nichts gegen die Gewinnung von Strom mithilfe von Solarzellen, erklären Kerstin und Dirk Jürgensen und werden von den Kindern Jan-Ole, Jesper und Johanne dabei voll unterstützt. Die Familie lebt auf einem Hof bei Klautoft, inmitten umgeben von Feldern. Im Innenhof, zwischen dem liebevoll gepflegten Haupthaus, den Ställen und dem Gartenhaus, liegt ein idyllischer Garten.

Doch mit der ungestörten Lage hat es bald ein Ende, denn ringsherum wird mit Hochdruck an den Solarparks gebaut, die schon bald die Kommune Apenrade mit nachhaltig produziertem Strom versorgen sollen.

Um Bjolderup herum und auch bei Kassö (Kassø) stehen schon heute viele Basiselemente für die Solaranlagen. Die Parks haben eine Größe von 120 und 320 Hektar. Und auch um Schweilund (Svejlund) herum soll bald ein Solarpark stehen. 320 Hektar sind dafür vorgesehen. Die Bürger dort haben sich kürzlich zusammengefunden und 20 Argumente zusammengestellt, die gegen den Bau der großen Anlage sprechen.

Die Basiselemente, auf denen die Solarzellen noch befestigt werden, stehen bereits großflächig. Hier ist ein Teil der Anlage bei Julderup zu sehen. Foto: Jan Peters

Die Sammlung haben sie an die Kommune geschickt. Die Schweilunder hoffen nun, dass die Fläche, die mit den Solarzellen bebaut werden soll, kleiner wird, berichtet „JydskeVestkysten“. Sie argumentieren unter anderem mit dem bisher geltenden Flächennutzungsplan, der besagt, dass „wertvolle Landmasse geschützt werden soll“.

Der Familie Jürgensen geht es nicht um die Aussicht. Sie haben Angst davor, dass „gute und ergiebige Landwirtschaftsflächen, auf denen Lebensmittel produziert werden können, für die Stromproduktion verwendet werden. „Und das ist schade um die Flächen“, erklärt Dirk Jürgensen die Besorgnis.

Ihre Bedenken haben die fünf Familienmitglieder in einem Leserbrief zusammengefasst, der, auf Dänisch, auch schon an die Kommune Apenrade gesendet wurde.

Die Jürgensens wissen, dass Strom notwendig ist, und nachhaltig produziert werden muss, damit der Klimawandel – vielleicht – noch aufzuhalten ist. Doch Kerstin und Dirk Jürgensen denken weiter in die Zukunft. Die Forschung hat nämlich Szenarien entwickelt, die vorhersagen, dass im Süden Europas wegen zunehmender Hitze und Trockenheit kaum noch Lebensmittel produziert werden können. „Und wo soll unser Essen dann herkommen?", fragt Landwirt Jürgensen.

Er schlägt deshalb vor, Flächen für die Solaranlagen zu nutzen, die nicht für die Tier- oder Pflanzenproduktion genutzt werden können, beispielsweise die Ränder der Autobahnen oder brachliegende Industriegrundstücke.

„Wir müssen vor allem an die Zukunft denken“, ist sich das Ehepaar Jürgensen einig. Dazu gehöre auch die Zukunft der eigenen Kinder, die alle drei beruflich in die Fußstapfen der Eltern treten. „Und wenn dann kein Land mehr da ist, das wir bearbeiten können, dann habe ich keine Zukunft in diesem Bereich“, sagt Tochter Johanne.

Die Familie fordert deshalb zu einem Umdenken auf.

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