Deutsch-dänische Grenze

Ferienhaus, Familie, Camping: Viele Probleme durch geschlossene Grenze

Ferienhaus, Familie, Camping: Viele Probleme durch geschlossene Grenze

Viele Probleme durch geschlossene Grenze

Apenrade/Aabenraa
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Kein Durchkommen für Touristen an der Grenze. Doch es sind nicht nur Touristen von der Grenzschließung betroffen. Foto: Monika Thomsen

Die Unsicherheit, wann die Grenze zu Dänemark geöffnet wird, birgt viele Probleme. „Der Nordschleswiger“ hat nachgefragt, was die Deutschen bedrückt, die gerne nach Dänemark reisen möchten.

Die Nachricht von Justizminister Nick Hækkerup, dass die dänische Grenze für deutsche Touristen vorerst geschlossen bleibt, sorgte in den sozialen Medien für viele Reaktionen.

„Der Nordschleswiger“ hat bei einigen nachgehakt, warum sie gerne nach Dänemark kommen wollen.

Urlaub im Ferienhaus

Torsten Brun aus Holzminden bei Hannover hat zum 15. Mai ein Ferienhaus in Sondervig gebucht. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir unseren Urlaub nächste Woche in Dänemark verbringen können“, berichtet Brun, der bereits zur Jahreswende in Dänemark war und im Herbst erneut ein Ferienhaus gemietet hat.

„Wir sind gerne in Dänemark, das Ferienhaus für unseren Urlaub nächste Woche haben wir bereits im vergangenen Sommer gebucht“, erklärt der Deutsche. Die Ferienhausvermietung hat ihm geraten, abzuwarten, bei einer Stornierung seinerseits ist das komplette Geld weg. „Es gibt keine Möglichkeit, das Geld erstattet zu bekommen. Wenn die Grenzen geschlossen bleiben, bekommen wir einen Gutschein. Aber was ist, wenn die Vermittlung bis dahin pleite ist?“, fragt er sich.

Wenn die Grenze weiterhin geschlossen bleibt, überlegt er, seinen Urlaub in Schleswig-Holstein zu verbringen. „Wir haben uns zwei Wochen freigenommen, da möchten wir schon gerne reisen“, so Torsten Brun.

Kein Familienbesuch möglich

Ein anderes Anliegen, um über die Grenze zu fahren, hat Ralf Peine. „Ich möchte gerne meine Töchter und meine drei Enkel in Kolding und Lunderskov wiedersehen“, erzählt der Mann aus Dessau. Peine berichtet, dass er selbst von 2008 bis 2014 in Dänemark gelebt hat. „Meine Töchter sind in Dänemark geblieben, als ich zurück nach Deutschland gegangen bin. Normalerweise besuche ich sie alle drei Wochen“, berichtet der Bootsbauer, der zuletzt im März in Dänemark zu Besuch war.

Er ist der Meinung, dass Deutsche die Abstandsregeln auch in Dänemark befolgen können. „Ich glaube, dass die Menschen für das Thema Corona sensibilisiert sind. Die Corona-Maßnahmen kann ich auch in Dänemark einhalten. Ich will nur meine Familie besuchen.“ Sein Enkel hat am 16. Mai Geburtstag. Ralf Peine glaubt allerdings nicht, dass er daran teilnehmen kann. Um an die Grenze zu fahren und auszuprobieren, ob er als Familienmitglied rübergelassen wird, ist der Weg aus Dessau zu weit, findet er.

Saisonarbeit und Dauercamper

Irina Lange aus dem Kreis Pinneberg ist im doppelten Sinn von der Grenzschließung betroffen. „Eigentlich arbeite ich von April bis Ende Oktober am Ringkøbing Fjord im Service und in der Reinigung in der Ferienhausbranche. Nun fehlt mir bisher komplett der Lohn. Keine Touristen, keine Arbeit. Selbst wenn ich die Grenze passieren dürfte, wenn wir genug Arbeit hätten, müsste ich jedes Mal bei meiner Rückkehr in Deutschland 14 Tage in Quarantäne, da ich mich immer länger als 3 Tage in Dänemark aufhalte. Das wäre überhaupt nicht machbar“, erklärt sie.

Doch es gibt für Irina Lange noch ein weiteres Problem: „Ich habe aufgrund meiner Arbeit in Dänemark einen Saisoncampingplatz am Ringkøbing Fjord, den ich ebenfalls bezahle, aber nicht nutzen kann, solange die Grenzen geschlossen bleiben. Ich kann nicht einmal meinen Campingwagen nach Deutschland holen, um hier meinen Urlaub damit zu verbringen. Wir haben den Campingwagen im Oktober abgestellt und noch nicht wieder besuchen können.“

Die Sommerhausurlauber und Dauercamper auf ihren Campingplätzen haben genügend Abstand voneinander, findet Irina Lange. „Und wie man sich in Corona-Zeiten verhält, haben wir in Deutschland gelernt.“

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