Untersuchung

Betreuungseinrichtungen: Kinder sind täglich schädlichen Stoffen ausgesetzt

dodo
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: Jens Dresling/ Ritzau-Scanpix

Eine neue Untersuchung kommt zu einem schockierenden Ergebnis: In 20 von 20 Einrichtungen sind die Werte von unter anderem hormonschädigenden Stoffen viel zu hoch. Organisationen und Politiker sehen unterschiedliche Schuldige dafür.

Kinder in dänischen Betreuungseinrichtungen (daginstitutioner) sind jeden Tag gesundheitsschädlichen Stoffen ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Untersuchung des „Ökologischen Rates“ (Økologiske Råd), der sich 20 Einrichtungen in vier Kommunen genauer angesehen hat.

Das Erschreckende: In allen 20 Kinderbetreuungsstätten wurden erhöhte Werte hormonschädigender Stoffe gefunden. Hinzu kamen hohe Konzentrationen an Kohlendioxid, die zu Müdigkeit und Unaufmerksamkeit bei den Kindern führen sowie gesundheitsschädliche Feinstpartikel und Lichtbedingungen.

Freigesetzt werden die Stoffe und Partikel vor allem durch Verbrennungsprozesse bei Kerzen, beim Kochen oder an Feuerstellen bzw. Kaminen.

Kritik an der Politik

Lone Mikkelsen, Beraterin des Ökologischen Rates, ist besorgt und macht den Politikern Vorwürfe: „Kinder halten sich normalerweise bis zu acht Stunden am Tag in den Einrichtungen auf – und das fünf Tage die Woche. Sie sollten dort eigentlich die besten Bedingungen vorfinden, um sich zu entwickeln. Der Fokus der Politik liegt allerdings darauf, wie die Kinder am besten betreut werden und nicht, ob dies in einer guten und gesunden Umgebung geschieht“, so Mikkelsen in einer Pressemitteilung.

Der Rat macht in seinem Bericht Vorschläge, wie die Bedingungen verbessert werden können. Einer davon ist unter anderem eine bessere Reinigung der Einrichtungen.

„Wir sind schockiert darüber, dass es für die Kinder gesundheitsschädigend ist, sich in den Betreuungseinrichtungen aufzuhalten. Das zeigt nur, wie schlecht die Idee ist, bei der Reinigung zu sparen“, sagt Signe Nielsen, Vorsitzende des Nationalen Elternverbandes zur Zeitung Politiken.

Umwelt- und Nahrungsmittelminister Jakob Ellemann-Jensen (Venstre) gibt der EU die Schuld. Aus seiner Sicht sei diese zu langsam damit, schädliche Stoffe in Spielzeug, Kosmetikartikeln und anderen Produkten zu verbieten.

Mehr lesen