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Fusion der Gewerkschaftsdachverbände: 3F sträubt sich

Fusion der Gewerkschaftsdachverbände: 3F sträubt sich

Fusion der Gewerkschaftsdachverbände: 3F sträubt sich

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Per Christensen
Per Christensen Foto: 3F

Die beiden großen dänischen Gewerkschafts-Dachverbände LO und FTF planen seit Jahren eine Fusion. Vor den entscheidenden Kongressen im April bekundet nun die größte Einzelgewerkschaft ihre Ablehnung. 3F fürchtet um die politische Schlagkraft.

Die Gewerkschaft 3F lehnt die Fusion der Gewerkschaftsbünde LO und FTF ab. Das steht nach einem einstimmigem Votum des Hauptvorstandes am Donnerstag fest, berichtet das Gewerkschaftsblatt Fagbladet 3F. Seit 2015 laufen die Planungen zur Zusammenlegung des Gewerkschaftsbundes für Privatangestellte und des Gewerkschaftsbundes für öffentlich Beschäftigte.

Am Freitag entscheiden die Hauptvorstände von LO und FTF, ob die Pläne weiter verfolgt werden sollen. Ist dies der Fall, werden auf zwei Kongressen am 13. April in Odense die Delegierten befragt. Sowohl bei LO als auch bei FTF wird eine Zweidrittel-Mehrheit für die Fusion benötigt, damit die Fusion am 1. Januar 2019 Wirklichkeit werden kann.

Die anderen großen bei LO organisierten Gewerkschaften HK, FOA und Dansk Metal haben sich bereits als Befürworter der Fusion geoutet. Sie vertreten rund 530.000 der insgesamt eine Million LO-Mitglieder, 3F hat rund 280.000 Mitglieder.

Der HK-Vorsitzende Kim Simonsen schreibt auf Twitter, dass der Hauptvorstand seiner Gewerkschaft die Fusion eindeutig empfiehlt. Das gleiche gelte bei FOA.

3F-Chef Per Christensen hatte sich schon früher kritisch über die Fusionspläne geäußert. „Ich mache mir Sorgen, dass wir in Zukunft nicht mehr so scharfe und präzise politische Aussagen machen, die unsere Mitglieder betreffen“, sagte er. „Darin war LO gut. Aber mit FTF werden wir viele Organisationen mit unterschiedlichen Auffassungen“, so Christensen zum Gewerkschaftsblatt Fagbladet 3F.

Sollte es im April eine Mehrheit für die Fusion geben, werde sich 3F jedoch nicht verweigern sondern für eine „starke, solidarische Gemeinschaft“ kämpfen“, so Christensen am Donnerstag.

LO vertritt die Interessen von 18 Einzelgewerkschaften, in denen unter anderem Berufe aus dem Handwerk, der Industrie und dem Einzelhandel vertreten sind. FTF vertritt vor allem öffentlich Angestellte, zum Beispiel aus den Bereichen Schulwesen, Kinderbetreuung und Gesundheitswesen.

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