Bildung

Gymnasiasten bevorzugen (noch) lokalen Schulgang

Gymnasiasten bevorzugen (noch) lokalen Schulgang

Gymnasiasten bevorzugen (noch) lokalen Schulgang

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Vejle
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Foto: dpa

Fallende Schülerzahlen könnten es nötig machen, Kapazitäten an den Gymnasien in den großen Städten zu begrenzen, meint die angehende Vorsitzende des Regionsverbandes, Stephanie Lose (Venstre).

Die Gymnasiasten in Süddänemark sind landesweit am meisten lokal ausgerichtet, wenn es um die Wahl des Gymnasiums geht. Laut einer Analyse von Danske Regioner und des Unterrichtsministeriums haben 90,5 Prozent das Gymnasium in ihrer Kommune als erste Priorität, während man in Nordjütland nur auf eine Quote von rund 80 und in Kopenhagen gar nur von ca. 66 Prozent kommt. Spätestens am Donnerstag müssen die angehenden Gymnasiasten landesweit entscheiden, welches Gymnasium sie als erste Wahl haben für ihren weiteren Schulgang nach den Sommerferien.

Dabei freut sich die heutige Vize- und angehende Vorsitzende des Regionsverbandes, Stephanie Lose (Venstre), darüber, dass die lokalen Gymnasien so hoch im Kurs stehen.
Die lokalen Einrichtungen seien wichtig für die Entwicklung in den Randgebieten und würden die Lust auf Ausbildung bei den Jugendlichen schüren, so die Regionsvorsitzende Süddänemarks laut Jyllands-Posten.

Trotz der lokalen Verankerung vieler Gymnasiasten ändert das aber nichts an der Tatsache, dass viele kleine Gymnasien im Land unter Druck stehen, weil die jungen Leute lieber in einer größeren Kommunen zur Schule gehen wollen. In Nordschleswig ist das kein Problem. Seitens der Regionen droht aber, dass man neue und schärfere Regeln für die Verteilung der Schüler anwenden will, um zu sichern, dass die Schüler gleichmäßig verteilt werden auf die Gymnasien. Das könnte in Zukunft nämlich aktuell werden.

„Wir schauen in eine Zukunft mit weniger Jugendlichen – rund 900 Gymnasiumklassen weniger. Wenn man die Kapazität unverändert lässt, wird das automatisch auch in den größeren Städten für mehr Plätze sorgen und könnte zu einer Abwanderung aus den kleinen führen, die dann in ihrer Existenz bedroht seine würden“, so Stephanie Lose in ihrer Eigenschaft als Regionsverbandspolitikerin.

„Es gibt keinen, der klüger wird durch Bus fahren“

Dass man seit 1. Februar vom Folketing die Werkzeuge bekommen habe, die Kapazität längerfristig zu steuern, könne helfen, die Gymnasien in Landkommunen abzusichern, meint die Venstre-Politikerin. In Nordjütland ist man bereit, einzugreifen, damit alle dortigen Gymnasien überleben können. Wie es unter anderem der Rektor des Gymnasiums in Nørresundby, Søren Hindsholm, erklärt: „Es gibt keinen, der klüger wird durch Bus fahren“. Auch in Süddänemark gibt es Herausforderungen – unter anderem in Tørring, wo viele Schüler lieber nach Vejle wollen. Hier hat die Region schon versucht, die Kapazität der großen Institutionen in Vejle zum dämpfen.

Am Donnerstag, 1. März, wird sich zeigen, wie viele Schüler sich wo beworben haben um einen gymnasialen Studienplatz. Sollte es hier und da in ihrer Region Probleme geben, ist Stephanie Lose bereit, die neuen Regeln zwecks einer strafferen Steuerung anzuwenden. Der Regionsrat in Vejle will noch in diesem Frühjahr über das Wie und Wo beraten
Allgemein lautet der Rat an angehende Gymnasiasten: Wählt lokal – denn ihr werdet im Bus nicht klüger.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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