Medizin

Lachgas: Wirkung und Nebenwirkung

Lachgas: Wirkung und Nebenwirkung

Lachgas: Wirkung und Nebenwirkung

videnskab.dk/hm
Kopenhagen
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Lachgas wird als Treibmittel benutzt, ist aber auch ein Betäubungsmittel. Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Der Verkauf von Lachgas wird beschränkt, um den Missbrauch als Rauschmittel einzudämmen. Wie es wirkt, und welche Gesundheitsrisiken bestehen – hier ist es kurz zusammengefasst.

Nach einem Beschluss des dänischen Parlaments am Dienstag wird der Verkauf von Lachgas beschränkt. Lachgas wirkt auf drei verschiedenen Wegen auf den menschlichen Körper und erzeugt einen Rausch – unter anderem mit dem namensgebenden Effekt. Ungefährlich ist die Sache nicht.

Gebräuchlich ist videnskab.dk zufolge das Einatmen des Gases Distickstoffmonoxid N2O unverdünnt über einen Ballon aus kleinen Lachgas-Zylindern, die sich, als Treibgas für Lebensmittel gedacht, bis jetzt leicht kaufen ließen.

Wie Claus Løland, Professor für Neurowissenschaft an der Universität Kopenhagen, in videnskab.dk erklärt, gelangt das Lachgas über die Lunge ins Blut, wo sich das Gas an bestimmte Proteine bindet. Das löst drei Effekte aus.

Zum einen setzt das Hirn durch eine Blockade von bestimmten Rezeptoren Dopamin frei, das Glückshormon macht euphorisch und selbstsicher.

Dem Magazin zufolge wird zudem ein anderer Rezeptor im Nervengewebe des ganzen Körpers aktiviert. Die Aktivierung des GABA-Rezeptors hemmt die Nervenaktivität mit einer angstlösenden, muskelentspannenden Wirkung.

Letztlich hat Lachgas, wofür es auch in der Medizin Verwendung fand und findet, eine schmerzlindernde Wirkung, die schwer zu lokalisieren ist. Die Wirkung sei mit der einen kleinen Menge Opium oder Morphium vergleichbar, so Claus Løland.

Folgen für den Körper

Doch wer konzentriertes Lachgas einatmet, atmet keinen Sauerstoff. Weil sich die Lunge aber füllt, schlägt der Körper nicht sofort Alarm. Dies sei bei einem Atemzug nicht notwendigerweise gefährlich, so Claus Løland, doch ein wiederholtes Einatmen des Gases lasse vor allem die Nervenzellen im Körper leiden. Diese bräuchten viel Sauerstoff und erholten sich nur sehr schwer.

Ein starker Lachgas-Missbrauch über längere Zeit deaktiviert dem Forscher zufolge das B-12 Vitamin, was zu Nerven- und damit zu Hirnschäden und Blutmangel führen kann. Letzterer führt zu Atemnot und Abgeschlagenheit.

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