Blaulicht

Bei Tausenden Einbrüchen wird nicht ermittelt

Bei Tausenden Einbrüchen wird nicht ermittelt

Bei Tausenden Einbrüchen wird nicht ermittelt

jt
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: Finn Byrum/Ritzau Scanpix

Aufgrund fehlender Ressourcen kann die dänische Polizei viele Anzeigen nicht bearbeiten. Das muss sich ändern, fordert die Regierung.

Die Beamten der dänischen Reichspolizei stehen derart unter Druck, dass viele Einbruchsfälle auf ihren Arbeitstischen unaufgeklärt liegen bleiben. Das berichtet die Tageszeitung „Jyllands-Posten“ anhand einer neuen Statistik der Staatsanwaltschaft zu Einbrüchen in dänischen Haushalten.

Demnach sind im vergangenen Jahr 29,3 Prozent der angezeigten Einbrüche ohne weitere Ermittlungen zu den Akten gelegt worden. Und das ist äußerst ärgerlich, sagt der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Claus Oxfeldt. „Viele dieser Fälle hätten mit genügend vorhandenen Ressourcen aufgeklärt werden können“, so Oxfeldt.

Zudem zeigen die Zahlen der Staatsanwaltschaft, dass von den insgesamt 54.733 angezeigten Einbrüchen im vergangenen Jahr 90,5 Prozent ohne Festnahme eines möglichen Täters endeten – und das muss sich ändern, meint der rechtspolitische Sprecher der Sozialdemokraten, Jeppe Bruus.

„Unsere Polizei hat viele verschiedene Aufgaben und steht ungemein unter Druck. Deshalb müssen wir zweifelsohne mehr Geld in die Polizei investieren und unter anderem mehr Beamte ausbilden“, unterstreicht Bruus.

Neue Polizeivereinbarung

Ihm zufolge werde er sich im kommenden Jahr bei den Verhandlungen zu einer neuen Polizeivereinbarung dafür einsetzen, dass der Ressourcenmangel bei der Polizei debattiert wird.

Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft in Nordschleswig, Ole Mikkel Stenshøj, freut sich über den Plan, dass mehr Geld in die Polizei investiert werden soll. „Ein solches Vorhaben kann ich nur begrüßen. Wir stehen seit Jahren massiv unter Druck“, so Stenshøj. So richtig glauben kann er es jedoch noch nicht. „Das wird schon so lange diskutiert. Ich glaube es erst, wenn ich es sehe“, schmunzelt er.

Ihm zufolge seien Projekte, wie die Kooperation „Bo trygt“ (wohne geborgen) zwischen der Sonderburger Kommune, der Polizei und der Tryg-Stiftung eine gute Idee, die Einbruchszahlen einzudämmen. „Die vorbeugende Arbeit hat bei uns in den vergangenen Jahren aufgrund des Ressourcenmangels leider an Stellenwert verloren“, erklärt er. Auch Sondergruppen, wie die bei der Polizei in Sonderburg zur Ermittlung von Einbrüchen, seien oft nicht möglich.

„Und das müssten sie eigentlich. Insbesondere bei Einbrüchen, die unsere Bürger verunsichern“, unterstreicht er.

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