„Ghettoliste“

Aarhus: 300 Sozialwohnungen werden abgerissen

Aarhus: 300 Sozialwohnungen werden abgerissen

Aarhus: 300 Sozialwohnungen werden abgerissen

cvt/Ritzau
Aarhus
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Die Siedlung Bispehaven in Aarhus soll aufgewertet werden. Foto: Simon Jeppesen / Ritzau Scanpix

Insgesamt sechs Wohnblöcke sollen aus dem Stadtbild verschwinden. So will die Politik einen als „Ghetto“ qualifizierten Stadtteil aufwerten. Viele Bewohner sind enttäuscht.

Insgesamt 318 Wohneinheiten sollen in der Siedlung Bispehaven in Aarhus abgerissen werden. Drei hohe und drei flache Gebäude werden der Abrissbirne zum Opfer fallen und noch 553 Sozialwohnungen in dem Stadtteil übrig bleiben.

Der Abriss ist das Ergebnis einer Einigung zwischen der Kommune Aarhus und dem Wohnungsunternehmen Østjysk Bolig. Sie besagt, dass die Kommune dafür sorgen soll, dass der Anteil von Sozialwohnungen in den Wohngebieten, die sich auf der sogenannten „Ghettoliste“ der Regierung wiederfinden, im Jahr 2030 nicht mehr als 40 Prozent beträgt.
Diese Quote ist von der Mehrheit im dänischen Parlament so festgesetzt worden.

Alle Bewohner, die umziehen müssen, bekommen von der Kommune dauerhaft eine neue Sozialwohnung angeboten. Den Betroffenen soll ermöglicht werden, Wünsche betreffs der Lage und Größe ihrer neuen Wohnungen zu äußern.

Das Wohnungsunternehmen habe diesen Prozess nicht gewollt, sagt ihr Direktor, Allan Søstrøm, in einer Pressemitteilung. Doch nun werde konstruktiv mit der Kommune zusammengearbeitet, auch „um in einigen ein ganz neues Bispehaven zu sehen, das richtig gut mit dem Rest von Hasle zusammenspielt“.

Es soll nicht nur abgerissen werden – 530 neue Privatwohnungen sollen entstehen, zudem Gewerbegebäude und Gebäude für öffentliche Einrichtungen. Bis zum 1. Juni wird der Plan dem Bauministerium vorgelegt, dann soll der endgültige Entwicklungsplan ausgearbeitet werden.

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Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
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