Weihnachten

Debatte: Schule streicht Weihnachtsgottesdienst

Debatte: Schule streicht Weihnachtsgottesdienst

Debatte: Schule streicht Weihnachtsgottesdienst

jt/ritzau
Græsted
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Für die Schüler der Volksschule in Græsted wird es 2017 kein Weihnachtsgottesdienst geben. Foto: dpa

Nachdem der Weihnachtsgottesdienst in der Volksschule in Græsted gestrichen wurde, ist eine heftige Debatte entfacht. Auch der dänische Staatsminister hat sich eingeschaltet.

Eine Mitteilung auf dem Intranet der Volksschule in Græsted hat die Gemüter ins Kochen gebracht. In ihr schreibt die Rektorin der Schule, Marianne Schmidt, dass der pädagogische Ausschuss der Schule sich dazu entschieden hat, den traditionellen Weihnachtsgottesdienst zu streichen.

„Wir haben an unserer Schule Kinder mit einem anderen Glauben als protestantisch, weshalb wir entschieden haben, dass die Schüler nicht den Gottesdienst besuchen sollen“, so Schmidt.

Seitdem haben sich Eltern, Lokalpolitiker und der örtliche Pfarrer in die Debatte eingemischt. Die meisten akzeptieren nicht, dass für die Mehrheit der Kinder nun eine jahrelange Tradition gestrichen wird.

Trine Egetved-Sørensen (Konservative), Vorsitzende des Kinderausschusses der Kommune Gribskov, versteht die Entscheidung der Schule nicht. „Ein Weihnachtsgottesdienst ist eine schöne, dänische Tradition. Sollte es Kinder geben, die aufgrund einer anderen religiösen Überzeugung, nicht am Gottesdienst teilnehmen möchten, dann ist das auch völlig in Ordnung. Doch das müsste die Schule regeln können“, so Egetved-Sørensen.

Pfarrer verärgert

Auch der örtliche Pfarrer, Ole Backer Mogensen, ärgert sich über den gestrichenen Gottesdienst für die Schüler. „Wenn nun Weihnachten auf das Lied ‚Søren Banjomus‘ reduziert wird, dann wird es schwer, sich den wirklich wichtigen Dingen in der Weihnachtszeit, wie Frieden und Großzügigkeit zwischen Menschen, zu widmen“, erklärt Mogensen.

Auch Staatsminister Lars Løkke Rasmussen hat die Volksschule in Græsted in seiner Kindheit besucht. Er bedauert die Entscheidung der Schule, den Gottesdienst ausfallen zu lassen und nennt auf seiner Facebook-Seite die Entscheidung einen „ommer“ (Wiederholung). Seitdem ist die Rektorin laut Netavisen Gribskov krankgeschrieben, weshalb sich der Vorstandsvorsitzende der Schule, Claus Hjortdal, an die Medien gewandt hat. „Nirgendwo im Volksschulgesetz steht, dass man in die Kirche gehen muss und es gibt viele Schulen, die das auch nie getan haben“, erklärt Hjortdal und weist darauf hin, dass die Entscheidung keine einzigartige in der Geschichte der Volksschulen sei.

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