Bildung

Gymnasiasten: Zensuren-Wettbewerb politisch gewollt

Gymnasiasten: Zensuren-Wettbewerb politisch gewollt

Gymnasiasten: Zensuren-Wettbewerb politisch gewollt

Ritzau/nb
Kopenhagen
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Viele Schüler fokussieren vor allem auf ihren Notendurchschnitt. Foto: David Leth Williams/Ritzau Scanpix

Zu viel Fokus auf Zensuren in der gymnasialen Oberstufe ist nach Meinung von Danske Gymnasieelevers Sammenslutning (DGS) die Ursache dafür, dass sich viele Schüler hauptsächlich auf die vier Studiengänge Jura, Medizin, Psychologie und Politikwissenschaft bewerben.

Die hohe Zahl an Bewerbern für diese Studiengänge hatte Ausbildungs- und Forschungsministerin Ane Halsboe-Jørgensen am Dienstagabend zu der Aussage gebracht: „Wenn viele Studierende mit einem hohen Notendurchschnitt dieselben vier Ausbildungen wählen, ist dies ein Zeichen für Snobismus.“

Doch damit will sich Martin Mejlgaard, Vorsitzender des DGS, nicht zufriedengeben. Seiner Meinung nach ist es ärgerlich, wenn Gymnasiasten als Ausbildungssnobs bezeichnet werden: „Ich finde, dass der Snobismus anfängt, wenn man die Aufnahmekriterien für die gymnasiale Ausbildung höher setzt als für Berufsausbildungen.“ Dies würde nur zum Ausdruck bringen, dass eine gymnasiale Ausbildung besser als eine Berufsausbildung sei – doch dies sei nach Meinung Mejlgaards nicht der Fall.

Noten entscheidend für spätere Wahlmöglichkeit

Im Laufe der gymnasialen Ausbildung würden viele Noten vergeben, und die seien mitentscheidend dafür, zu welchen Ausbildungen man später Zugang bekomme, weshalb Mejlgaard es als natürliche Konsequenz empfindet, dass sich die Studierenden besonders auf ihre Noten konzentrieren.

„Eine große politische Mehrheit hat eine Gesetzgebung verabschiedet, die dazu führt, dass Noten eine besondere Bedeutung zukommt. Dies kann politisch geändert werden“, so der DGS-Vorsitzende.

Außerdem ist er der Meinung, dass die Schüler an Gymnasien und Gesamtschulen eine bessere Hilfestellung in Fragen der Studienwahl bekommen sollten. Als mögliche Lösung sieht er individuelle Gespräche, mehrere Tage der offenen Tür und mehr Brückenbau.

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