Polizei

Mordfälle: Spezialeinheit soll ermitteln

jrp
Kopenhagen
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Polizeieinsatz in Tingleff im vergangenen Jahr. Foto: Karin Riggelsen

88 unaufgeklärte Mordfälle in den vergangenen zehn Jahren haben bei der Reichspolizei dafür gesorgt, dass Überlegungen für ein neues Konzept gesucht wurden. Nun gibt es einen Vorschlag, wie Morde besser untersucht werden könnten.

In Mordfällen wie denen an der 17-jährigen Emilie Meng aus Korsør oder der schwangeren 32-jährigen Louise Borglit aus Herlev soll in Zukunft eine Spezialeinheit der Polizei ermitteln. Die Einheit wird zentral im Land stationiert sein und bei schwierigen Fällen von allen zwölf Polizeikreisen angefordert werden können. Das berichtet die Tageszeitung Jyllands-Posten.

Bisher waren allein die Polizeikreise für die Ermittlungen verantwortlich. Spezialisten fehlten zum Teil, was dazu führte, dass die Morde nicht mit dem notwendigen Wissen bearbeitet wurden.

„Die Aufklärungsarbeit war in bestimmten Fällen einfach nicht ausreichend“, meint Peter Skaarup (Dänische Volkspartei), der Vorsitzende des Rechtsausschusses im Folketing gegenüber der Zeitung.

"Reiseteam" beste Lösung

Ein solches „Reiseteam“ (rejsehold) gab es bereits bis zur Polizeireform 2007, bei der 54 Polizeikreise auf zwölf reduziert wurden. Bent Isager-Nielsen, Chef des damaligen Reiseteams und Polizeiinspektor unter anderem bei der Polizei in Kopenhagen sowie Nordseeland, war Fürsprecher der Reform, stellt aber nun fest, dass „die Reform bei den komplizierten Mordfällen nicht die erwarteten Erfolge hat“. Er glaubt, dass eine landesweit operierende Einheit für eben solche Fälle die Lösung sein kann.

Claus Oxfeldt, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft, schließt sich dieser Meinung an, fordert jedoch dazu auf, gleichzeitig näher an die Bürger zu rücken.

Auch von politischer Seite kommt der Wunsch, die Ermittlungsarbeit der Polizei zu stärken. Sozialdemokraten, Venstre und die Dänische Volkspartei sehen einem Vorschlag der Reichspolizei entgegen.

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