Politik und Medien

Zeitungen: Überwiegend Zuspruch für Rentenpläne

Zeitungen: Überwiegend Zuspruch für Rentenpläne

Zeitungen: Überwiegend Zuspruch für Rentenpläne

Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: DPA

Am Donnerstag hat die Regierung ihren Plan zur Neuregelung der Frühverrentung vorgestellt und reagierte damit auf Pläne der Sozialdemokraten. In den dänischen Medien werden beide Modelle verglichen – die Meinung fällt recht deutlich aus.

Mit der Neuordnung der Frührente (Seniorpension) werden vermutlich deutlich mehr Menschen als bisher vor Erreichen des regulären Pensionsalters in den Ruhestand wechseln, wenn sie aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr arbeiten können; die Regierung nennt die Zahl von 17.800 Nutznießern. Viele Parteien erkannten an, dass bis jetzt Betroffene einen oftmals schwierigen Weg durch die Instanzen des Gesundheits- und Sozialsystems gehen müssen.

In der Zeitung „Berlingske“ begrüßt Amalie Lyne in ihrem Leitartikel die Neuregelung der Regierung und zieht diese dem Vorschlag der Sozialdemokraten vor. Letzterer beziehe sich auf bestimmte Berufsgruppen, sei eher kollektiv; die neue Vereinbarung prüfe den Einzelfall, ungeachtet der Berufsgruppe. Zudem weist sie darauf hin, dass die Absprache auch den Rentnern, die nebenbei noch arbeiten möchten, bessere Bedingungen verschaffe.

Zwischen Fata Morgana und Torschlußpanik

Auch Jonas Kuld Rathje von „B.T.“ vergleicht den Vorschlag der Sozialdemokraten mit dem der Regierung und kommt zu dem Schluss, dass sich die Vorsitzende der Sozialdemokraten, Mette Frederiksen, mit ihrem Vorschlag, der anfangs wie ein Coup aussah, nun selbst ein Bein gestellt habe, da die hochfliegenden Pläne Frederiksens nun von der Regierung mit einer konkreten Regelung ins Abseits gestellt würden. Mit Blick auf die anstehende Parlamentswahl ist er der Auffassung, dass die Vereinbarung der Regierung vernünftig und für den Wähler attraktiver ist. Ähnlich sieht es auch die Zeitung „Jyllands-Posten“, die Mette Frederiksens Vorschlag als Fata Morgana und als unkonkret bezeichnet.

Auch „Børsen“ ist für eine individuelle Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit, diese könne nicht bestimmten Berufsgruppen zugeordnet werden. Die Zeitung moniert aber die ihrer Ansicht nach unsichere Abschätzung der Anzahl derjenigen, die die neue Regelung in Anspruch nehmen. Sorgen macht sich „Børsen“ darüber, dass die Politik vor einer Wahl den Wohlfahrtsvertrag von 2006 nicht mehr ernst nimmt.

Die Zeitung „Politiken“ hält jedoch den Vorschlag der Regierung für eine farblose Kopie der Vision eines zukünftigen Rentensystems der Sozialdemokraten. Der Regierungsvorschlag sei Zeichen einer Torschlusspanik und ein desperater Versuch Lars Løkke Rasmussens, sein Amt als Regierungschef zu behalten.

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