Arbeitsmarkt

Dreier-Verhandlungen: Fortbildung soll attraktiver werden

Dreier-Verhandlungen: Fortbildung soll attraktiver werden

Dreier-Verhandlungen: Fortbildung soll attraktiver werden

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Lizette Risgaard, Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes LO, und Staatsminister Lars Løkke Rasmussen am Sonntag im Staatsinisterium. Foto: Scanpix

Nach viermonatigen Verhandlungen haben sich Regierung, Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf neue Maßnahmen im Bereich der Erwachsenenbildung geeinigt. Das Paket für 2,5 Milliarden Kronen soll es attraktiver machen, sich fortzubilden.

Vier Monate lang haben Regierung, Arbeitnehmer und Arbeitgeber verhandelt – jetzt haben sich die drei Parteien auf neue Regeln am Arbeitsmarkt geeinigt. „In den vergangenen Jahren haben wir leider festgestellt, dass weniger die vielen Kurse und Angebote nutzen, die wir machen, und dass die, die es tun, daraus nicht genügend Nutzen ziehen“, sagt Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre) am Sonntag. Der Regierungschef betont, dass lebenslanges Lernen „immer wichtiger ist in einer Zeit, in der alles schneller geht“. Es gehe darum, neue Möglichkeiten und neue Technologien zu nutzen.

Bis in die tiefe Nacht hatten die drei Parteien zuvor verhandelt. 2,5 Milliarden Kronen umfassen die nun beschlossenen Maßnahmen. Einer der größten Streitpunkte war das Thema Anreiz: Wie sollen Arbeitnehmer dazu gebracht werden, sich weiterzubilden? Untersuchungen zeigen, dass mehr als jeder dritte Angestellte in Dänemark es nicht für nötig hält, sich fortzubilden.

Dieses Problem soll nun dadurch gelöst werden, dass die Vergütung bei der Teilnahme an sogenannten AMU-Kursen von 80 auf 100 Prozent des Arbeitslosengeldes „dagpenge“ angehoben wird. 400 Millionen sollen speziell dafür eingesetzt werden, dass sich Ungelernte und Arbeitssuchende mit Ausbildung weiterbilden oder umschulen können.

Ingenieure und Akademiker enttäuscht – Gewerbeschulen erleichtert

Kritik kommt vom Verband der Hochschulabsolventen „Akademikerne“. Die Bedürfnisse der Hochqualifizierten würden nicht genügend berücksichtigt, teilt der Vorsitzende Lars Qvistgaard, der selbst mit am Verhandlungstisch saß, mit. „Wir freuen uns allerdings, dass jetzt (…) daran gearbeitet werden soll, Vorschläge zur Entwicklung der fachspezifischen Kurse für die Weiterbildung zu entwickeln“, sagt er. Auch bei den Ingenieuren ist die Freude nur eingeschränkt. Die hochtechnologischen Unternehmen, die „ausschließlich IT-Spezialisten, Ingenieure und andere Wissensarbeiter unter ihren Mitarbeitern haben, nicht berücksichtigt. Das ist nicht visionär genug“, sagt der Vorsitzende des Ingenieurverbandes, Thomas Damkjær Petersen.

Bei den Berufs- und Gewerbeschulen wird unterdessen aufgeatmet: Die zwei Prozent Einsparungen, die in Dänemark grundsätzlich im Bildungsbereich vorgesehen sind, fallen 2018 für Berufsausbildungen und die kommenden vier Jahre bei den Arbeitsmarktausbildungen (AMU) weg.

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