Corona-Maßnahmen

Heunicke verspricht effizientere „Corona-Detektive“

Heunicke verspricht effizientere „Corona-Detektive“

Heunicke verspricht effizientere „Corona-Detektive“

Kopenhagen
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Magnus Heunicke verspricht ein weiteres Mal Besserung beim Nachspüren von Kontakten. Foto: Martin Sylvest/Ritzau Scanpix

Die Kontaktnachverfolgung in Dänemark ist wiederholt in das Kreuzfeuer der Kritik geraten. Nun soll es endlich klappen, verspricht der Gesundheitsminister.

Als die Infektionszahlen im Dezember dramatisch anstiegen, konnten die dänischen Behörden beim Nachspüren von Kontakten nicht mehr mithalten. Nach Berichten von „Berlingske“ bekamen die Mitarbeiter der Behörden für Patientensicherheit die Order, keinen weiteren Anruf zu starten, sollte beim ersten Anruf der enge Kontakt einer infizierten Person nicht abheben.

Nun verspricht Gesundheitsminister Magnus Heunicke (Soz.) Besserung.

„Ein Teil des Problems waren die Kapazitäten. Und da kamen wir unter Druck, als wir die exponentiellen Anstiege vor Weihnachten erlebten. Nun stellen wir weitere Mitarbeiter ein, um auf einen möglichen Anstieg durch die britische Variante des Virus vorbereitet zu sein“, sagt er auf Nachfrage des „Nordschleswigers“.

Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass die dänischen Behörden in der Frage der Kontaktnachverfolgung in das Kreuzfeuer der Kritik geraten sind. Experten haben wiederholt kritisiert, das Nachspüren von Kontakten sei mangelhaft. Im November reihte sich dann auch die Weltgesundheitsorganisation WHO in den Chor der Kritiker ein. Die Behörden sollten es nicht dem Einzelnen überlassen, Personen zu verständigen, so Dale Fisher, Vorsitzender des WHO-Komitees für die Koordination von globalen Krankheitsausbrüchen.

„Wenn die Behörden in Dänemark anderen die Kontaktverfolgung überlässt, dann funktioniert das System nicht“, sagte er zu, „Politiken“. Dabei hatte Heunicke im Sommer wiederholt davon gesprochen, dass Tests und die Kontaktnachverfolgung die Schlüssel für den „Tanz mit dem Coronavirus“ seien.

Kommunen einbezogen

Doch diesmal soll es klappen, versichert er. Insbesondere die ansteckendere britische Variante solle genau verfolgt werden.

„Da starten wir nun einen zielgenauen Einsatz, um die Kontakte zu finden. Außerdem beziehen wir jetzt die Kommunen mit ein, die zum Beispiel leerstehende Hotels für die Isolation anbieten können“, so Heunicke.

Christian Wejse vom Institut für Volksgesundheit an der Universität Aarhus hatte bereits im Oktober den dänischen Einsatz bei der Kontaktnachverfolgung als „mangelhaft“ bezeichnet.

„Man sollte das Nachverfolgen der Kontakte von Corona-Infizierten wesentlich aggressiver angehen“, sagte er damals dem „Nordschleswiger“.

Behörden verweigern Daten

Auf einer Pressekonferenz versicherten die Behörden daraufhin, man werde das Problem nun durch mehr Personal in den Griff bekommen.

„Nordschleswiger": „Magnus Heunicke, kannst du versprechen, dass ihr nicht bei einer künftigen Pressekonferenz sagt: Wir müssen die Kontaktnachverfolgung verbessern?“

„Wir müssen wohl davon ausgehen, dass ihr auch zukünftig kritische Berichte schreibt, in denen Experten sagen, das muss noch besser gemacht werden. Das kann man bei allen Dingen, die wir tun, machen. Aber ich finde das nur gut, denn dann geben wir uns extra Mühe“, meint Heunicke.

Die Behörden wollen sich allerdings nur ungern in die Karten schauen lassen: Sie haben sich geweigert, „Berlingske“ die Daten über die Kontaktnachverfolgung im Dezember auszuhändigen. Eine Mehrheit des Folketings fordert nun, dass diese Zahlen öffentlich zugänglich sein sollen.

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