Pkw-Maut

Maut für Ausländer: Gemischte Gefühle bei der Touristikbranche

Maut für Ausländer: Gemischte Gefühle bei der Touristikbranche

Maut für Ausländer: Gemischte Gefühle bei der Touristikbranche

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Foto: Niclas Jessen/VisitDenmark

Eine Maut nach deutschem Vorbild werde Urlauber nicht abschrecken, meint der Pressesprecher des Tourismusverbandes VisitDenmark. Die Ferienhausvermieter machen sich hingegen Sorgen – und das Steuerministerium warnt vor weniger Touristen.

Die geplante Maut für ausländische Fahrzeuge auf dänischen Straßen sorgt beim landesweiten Tourismusverband nicht für Besorgnis. Das sagt der Pressesprecher von VisitDenmark, Anders Rosbo. Schließlich gebe es in vielen Ländern Mautsysteme.

„Wir machen uns über die neue Maut keine großen Sorgen. Das kommt daher, dass das ja irgendwie der neue Standard ist. Fast egal, in welches Land man fährt, gibt es irgendeine Form von Autobahnabgaben“, sagt Rosbo. „Wir meinen nicht, dass es Touristen davon abhalten wird, nach Dänemark zu kommen“, so Rosbo weiter. Der Pressesprecher ist der Meinung, dass es „schlimmer wäre, wenn der Benzinpreis 13 Kronen (1,75 Euro, Red.) pro Liter wäre“.

Die Mautpläne gehen aus einer am Donnerstagabend geschlossenen Absprache von Regierung und Dänischer Volkspartei hervor. Sie sollen frühestens 2020 umgesetzt werden und der Staatskasse 300 Millionen Kronen jährlich bringen.

Laut Rosbo kommen die meisten Urlauber, die in Dänemark Auto fahren, aus Deutschland. Sie würden sich über die unverbauten Küstengebiete ohne Kurtaxe freuen. „Es kostet zum Beispiel nichts, an den dänischen Stränden zu liegen. Das tut es aber in anderen Ländern, zum Beispiel in Deutschland“, sagt er.

Ferienhausvermieter machen sich Sorgen

Rund 20 Länder in Europa haben Mautsysteme. Dort gelten die Gebühren für die einheimischen Autofahrer ebenso wie für Fahrer aus dem Ausland. Das dänische Modell soll sich jedoch an dem geplanten deutschen Modell orientieren, bei dem die einheimischen Autofahrer die Mautgebühren vom Staat erstattet bekommen.

Dänische Autofahrer sollen jährlich bis zu 1.000 Kronen zahlen und durch niedrigere Kfz-Abgaben erstattet bekommen.

Carlos Villaro Lassen, Direktor des Ferienhausvermieter-Verbandes befürchtet, dass die Maut sich auf die Zahl der Urlauber auswirken wird, die nach Dänemark kommen. „Das kann letzten Endes ein ganz schlechtes Geschäft werden“, schreibt er in einer Pressemitteilung.

Jedes Jahr fahren ihm zufolge 350.000 Autos mit deutschen Urlaubern zu dänische Ferienhäusern.

Steuerministerium hatte vor ausbleibenden Besuchern gewarnt

Wie altinget.dk berichtet, hat das dänische Steuerministerium in einer Antwort an den Transportausschuss des Folketings davor gewarnt, dass eine Maut nach deutschem Vorbild weniger Besucher in Dänemark zur Folge haben könnte.

„Es muss mit Verhaltensauswirkungen in Form von weniger Touristen, weniger Durchreisenden und weniger Geschäftsreisenden und Pendlern gerechnet werden“, heißt es in dem Schreiben vom 18. August 2017. Diese würden jedoch „begrenzt“ sein, weil die Mautgebühren nur einen „bescheidenen Teil“ der gesamten Reisekosten ausmachten.

Dänemark sei jetzt schon teuer für Touristen, so Kirsten Munch Andersen vom Hotel- und Gaststättenverband Horesta zu altinget.dk, „das besorgt uns also selbstverständlich“.

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