Volkstreffen auf Bornholm

Das neue Polit-Paar hat einen EU-Plan

Das neue Polit-Paar hat einen EU-Plan

Das neue Polit-Paar hat einen EU-Plan

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Bornholm
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Kristian Thulesen Dahl (l.) und Mette Frederiksen auf Bornholm. Foto: Scanpix

Beim Volkstreffen auf der Ostseeinsel Borholm traten Mette Frederiksen (Sozialdemokraten) und Kristian Thulesen Dahl (Dänsiche Volkspartei-DF) gemeinsam auf. Beide haben einen EU-Plan erarbeitet.

Beim Volkstreffen auf der Ostseeinsel Borholm traten Mette Frederiksen (Sozialdemokraten) und Kristian Thulesen Dahl (Dänische Volkspartei-DF) gemeinsam auf. Beide haben einen EU-Plan erarbeitet.

Das neue Paar in der dänischen Politik, Chefgenossin Mette Frederiksen und DF-Boss Kristian Thulesen Dahl, traten gestern gemeinsam auf im Rahmen des Volkstreffens auf Bornholm. Die beiden verkündeten dabei, dass sie auch einen gemeinsamen EU-Plan haben für Venstrechef und Staatsminister Lars Løkke Rasmussen. Er soll nach Ansicht des Duos mehr tun, um den Ansturm von Billigarbeitern aus Osteuropa einzudämmen. Wegen der freien Beweglichkeit der Arbeitskraft innerhalb der EU würden diese nach Dänemark kommen und hier Lohn und Arbeitsbedingungen drücken beziehungsweise verschlechtern.
Frederiksen und Thulesen Dahl fordern daher, dass die Regierung eine Strategie ausarbeitet. „Wenn man die EU-Regeln dazu nutzen kann, in Kopenhagen auf der Straße zu sitzen und sich durch das Sammeln leerer Flaschen zu ernähren, sind die Dinge aus dem Lot geraten,“ so der DF-Boss:

„Das gleiche gilt, wenn man ins Land kommt, einen Freizeitjob von neun-zehn Stunden pro Woche annimmt und dann die vollen Wohlfahrtsbezüge einfordern kann. Unsere Aufforderung lautet daher, dass wir eine offensive dänische Strategie machen müssen, wie die EU die Regeln anpassen kann.“
Mette Frederiksen und Thulesen Dahl nahmen das Wort Wohlfahrtstourismus in den Mund.

Omas Schrebergartenhaus

Die beiden machten auch beim Singen gemeinsame Sache, als der von Frederiksen vorgeschlagene dänische Klassiker „Mormors Kolonihavehus“ angestimmt wurde. Mitten im Lied ging der Rhytmus verloren, und Thulesen Dahl forderte, dass „Mette“ das Vorsingen übernahm: „Wir folgen ihrem Tempo.“
Nach dem Lied erklärte die Staatsministerkandidaten der Opposition, dass die Regierung sich für Gleichstellung der Lohnempfänger-Regeln in der EU einsetzt. Es sei nie Sinn der EU-Zusammenarbeit gewesen, dass man sich gegenseitig „nach unten“ ausstechen soll: „Ganz im Gegenteil. Wir sollen mobil sein, um Arbeit zu bekommen – aber nicht die Preise von Land zu Land drücken.“

Auch Staatsminister Løkke habe kritisiert, dass Erdbeerpflücker ins Land kommen, um ein paar Stunden zu arbeiten – um dann das Kindergeld zu beziehen und nach Hause zu schicken. Aber, so Dahl und Frederiksen, seit der Regierungsbildung sei da gar nichts passiert auf diesem Gebiet. Nun will man die Regierung gemeinsam unter Druck setzen.

Kommunale Allianz

Während der Diskussion auf Bornholm forderte der Chef von DF seine lokalen Politiker dazu auf, die Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten zu suchen.
Das machte Mette Frederiksen happy: „Das freut mich richtig, weil das eröffnet eine ganz neue politische Landschaft nach der Kommunalwahl im November. Ich merke schon, dass es im Lande eine richtig gute Zusammenarbeit gibt. Es gibt nicht länger eine rote oder ein blaue, sondern eine breite Alternative.“

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Das dunkle Netz“